Politik mit dem Körper

Performative Praktiken in Theater, Medien und Alltagskultur seit 1968

Politik machte die 68er-Bewegung vor allem mit dem Körper: In Sit-ins, Teach-ins und Love-ins brachen ihre Akteure mit dem Habitus, den Normen, Werten und Kulturbegriffen der bürgerlichen Nachkriegsgesellschaft. Diese Revolte war meist performativer Natur und erschöpfte sich häufig in einem provokanten körperlichen Vollzug. Auch deshalb wird die politische bzw. kulturelle Rigorosität der Bewegung heute kaum noch erkannt – akademische und künstlerische Debatten verorten sie größtenteils als fernes, geschichtliches Ereignis.

Die Beiträge dieses Bandes hingegen spüren den performativen Praktiken des Körperdenkens nach, die seit »1968« in Theater, Medien und Alltagskultur entstanden sind.

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2009-12-27, 294 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1223-3

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Friedemann Kreuder

Friedemann Kreuder, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland

Michael Bachmann

Michael Bachmann, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland

... mit Friedemann Kreuder und Michael Bachmann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Anders als das Datum suggeriert, ist ›1968‹ kein abgeschlossenes Jahr, sondern ein Ereignis, von dem aus Spuren in die Gegenwart wie in die Vergangenheit führen. Dieser Verbindung an ästhetischen wie alltagskulturellen Phänomenen nachzuspüren, ist Aufgabe des Buches. Die Frage, wie Politik mit dem Körper, aber auch am Körper gemacht wird, ist dabei nach wie vor aktuell.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch liefert einen neuen Blickwinkel auf die kulturgeschichtliche Einordnung von ›1968‹ im historischen, transnationalen und medialen Vergleich; und zwar dadurch, dass konsequent Körper-Praktiken ins Zentrum der Aufmerksamkeit gestellt werden. Dieser Blick auf ›1968‹ geht von der Untersuchung performativer Praktiken aus, die zwischen ideologisch-politischen Versuchen und revolutionärem Körperdenken stehen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Debatten um ›1968‹, wie sie heute in der Wissenschaft und in den Medien geführt werden, zeigen, dass die politische und kulturelle Radikalität der Studentenbewegung kaum mehr ins Licht der Erkennbarkeit rückt. Mit vierzig Jahren Abstand glaubt ein Historiker wie Paul Nolte, dass die 68er-Bewegung eher ein Abschluss als ein Neuanfang war. Diese Frage, wo ›1968‹ für die Gegenwart liegt, fordert zu neuen Stellungnahmen heraus.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Vor allem mit Historikern, etwa Paul Nolte, Andreas Rödder oder Jens Hacke.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Historische Fundierung der Performativitätsdebatte und der Frage nach dem Stellenwert von ›1968‹ an Beispielen aus Theater, Medien und Alltagskultur.

Autor_in(nen)
Friedemann Kreuder / Michael Bachmann (Hg.)
Buchtitel
Politik mit dem Körper Performative Praktiken in Theater, Medien und Alltagskultur seit 1968
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
294
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1223-3
DOI
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN JHB AB
BISAC-Code
PER011020 SOC022000 ART037000
THEMA-Code
ATD JHB AB
Erscheinungsdatum
2009-12-27
Auflage
1
Themen
Körper, Theater
Adressaten
Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaft, Film- und Medienwissenschaft
Schlagworte
Theater, 1968, Studentenbewegung, Körper, Körperdenken, Performativität, Kultur, Medien, Theaterwissenschaft, Politische Kunst, Zeitgeschichte

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