Medien – Gehirn – Evolution

Mensch und Medienkultur verstehen. Eine transdisziplinäre Medienanthropologie

Medien sind der Treibstoff der Wissensgesellschaft. Unsere Gehirne sind ihr Motor. Dieses Buch führt Medienwissenschaften, Neurobiologie, Kognitionsforschung und evolutionäre Anthropologie zusammen zu einem disziplinübergreifenden Verständnis der Dynamiken von Mensch und (Medien-)Kultur. Matthias Uhl lässt deutlich werden, dass die Wahrnehmung und Wirkung medialer Kommunikation nur vor dem Hintergrund eines empiriebasierten Menschenbildes umfassend begriffen werden kann. Wer den Zusammenhang von Stimulus, Sinn und Synapse in den Köpfen der Bewohner des dritten Jahrtausends verstehen will, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

29,80 € *

2009-08-27, 388 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1255-4

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Matthias Uhl

Matthias Uhl, Universität Siegen und Freiherr-vom-Stein-Schule Wetzlar, Deutschland

... mit Matthias Uhl

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Wenn jemand, der eine solch snobistische Frage stellt, etwas braucht, dann ist es zeitgemäße Selbstreflexion. »Medien – Gehirn – Evolution« erlaubt es, das intellektuelle Ökosystem der Gegenwart, die Wissens- und Mediengesellschaft, besser zu verstehen. Der Schlüssel zu einem realistischen und umfassenden Verständnis von Medienwahrnehmung, -wirkung und -nutzung liegt dabei in der Biologie unserer Spezies.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch baut eine Brücke zwischen den Disziplinen Medienwissenschaften, Neurobiologie und evolutionärer Anthropologie. Medienwissenschaftler haben bisher untersucht, wie der Organismus Mensch mit medialen Stimuli umgeht. Neurowissenschaftler haben die Stimulusverarbeitung von Organismen im Allgemeinen untersucht. Neue Methoden führen nun dazu, dass sich diese Disziplinen überlappen und im Rahmen einer evolutionären Medienanthropologie neue Antworten auf alte Fragen möglich werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Medienwirkungen und -nutzung sind nicht nur wissenschaftlich wichtige, sondern zentrale gesellschaftliche Themen. Die entscheidende Frage dabei ist, wie souverän und frei das Individuum Medienstimuli gegenüber steht bzw. wie unabhängig und selbstbestimmt es unter deren Einfluss agieren kann. Wir befinden uns somit am Brennpunkt der möglicherweise aktuellsten Variante der Kantischen Frage ›Was ist der Mensch?‹

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Marshall McLuhan, weil er die Verbindung von Medien und Neurobiologie angedacht hat. Auch wenn ich ihm mitteilen müsste, dass seine Vorstellung von den Medien als Verlängerung des Nervensystems in einer anspruchsvollen Weise nicht haltbar ist, bin ich sicher, dass er die durch evolutionäre Ansätze gewonnenen Einsichten in die Verarbeitungsmechanismen des Gehirns als großen Gewinn sehen würde.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wer Medien verstehen will, muss verstehen, was in unseren Köpfen mit deren Stimuli passiert.

»Seine Qualität hat der lesenswerte Band [...] in seiner vielschichtigen Darstellung vor allem der emotionalen und vorbewussten Bestandteile der Mechanismen unserer Wahrnehmung als Ergebnis einer komplexen, nur als naturhistorisch zu verstehenden Adaption des Menschen an seine Umwelt, eine Sicht, in der Kultur als dessen spezifische natürliche Anpassungsleistung der Gattung zu verstehen ist.«
Norbert M. Schmitz, MEDIENwissenschaft, 4 (2010)
Besprochen in:
KONTUREN, 3 (2010)
Foreign and comparative Communication (CBQ), 6 (2010), Wolfgang Ratzek
Schaffrath NOW, 2 (2012)
Autor_in(nen)
Matthias Uhl
Buchtitel
Medien – Gehirn – Evolution Mensch und Medienkultur verstehen. Eine transdisziplinäre Medienanthropologie
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
388
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1255-4
DOI
10.14361/9783839412558
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD
BISAC-Code
SOC052000
THEMA-Code
JBCT
Erscheinungsdatum
2009-08-27
Auflage
1
Themen
Medien, Körper, Mensch
Adressaten
Medien- und Kommunikationswissenschaften, Kognitionswissenschaften, Philosophie, Psychologie, Pädagogik, Anthropologie
Schlagworte
Medien, Gehirn, Evolution, Kommunikation, Anthropologie, Mensch, Körper, Medientheorie, Life Sciences, Medienwissenschaft

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