Ökonomien der Zurückhaltung

Kulturelles Handeln zwischen Askese und Restriktion

Es gibt kulturelle, ästhetische und politische Handlungsformen, die einer Ökonomie der Zurückhaltung folgen. Handlung erscheint hier nicht nur als freiwilliges, affirmatives Tun, sondern auch als Zusammenspiel von Sich-Zurückhalten (Zaudern, Zögern, Diskretion) und Zurückgehalten-Werden (Nicht-Können, Nicht-Dürfen). Die interdisziplinären Beiträge des Bandes untersuchen ein diskursives Feld entlang der Begriffe Abstinenz, Diskretion, Reserviertheit und Beschränkung mit einem doppelten Fokus: der Askese als innerer, selbst auferlegter Zurückhaltung und der Restriktion als äußerem Zurückgehalten-Werden. Mit Beiträgen u.a. von Giorgio Agamben, Bazon Brock, Sybille

Krämer, Thomas Macho und Joseph Vogl.

32,80 € *

2010-07-27, 388 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1260-8

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Barbara Gronau

Barbara Gronau, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Deutschland

Alice Lagaay

Alice Lagaay, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg, Deutschland

... mit Barbara Gronau und Alice Lagaay

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil die Dinge, die darin zu lesen sind, in keinem anderen Buch stehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Frage nach Zurückhaltung und Askese wird traditionellerweise vor einem religionswissenschaftlichen Hintergrund diskutiert. Der vorliegende Band ergänzt dies um eine ökonomiezentrierte Perspektive. Askese und Restriktion zeigen sich darin nicht nur als Verzicht, sondern als Produktionsform und als Regulierungswissen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Mit dem ›performative turn‹ haben sich die Geistes- und Kulturwissenschaften auf die Tätigkeiten des Produzierens, Herstellens und Erzeugens konzentriert und den Menschen als ›homo creator‹ und ›homo generator‹ in den Vordergrund gerückt. Das Buch setzt diesem Denken die These entgegen, dass auch das Passive entscheidenden Anteil an der Konstitution sozialer Wirklichkeiten hat. Es markiert jene Kehrseiten, die aus dem Blickfeld einer gelingensfixierten Performanzforschung geraten sind: die Zurückhaltung, das Zaudern, den Entzug, die Fadheit usw.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit dessen kritischen Lesern.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Handlung ist nicht nur ein freiwilliges, intentionales Tun, sondern auch ein Zusammenspiel von Sich-Zurückhalten (Zaudern, Zögern, Diskretion) und Zurückgehalten-Werden (Nicht-Können, Nicht-Dürfen).

»In einer Zeit, die der zweifelhaften Figur des Wutbürgers zu ihrem historischen Auftritt verholfen hat, können diejenigen nicht ganz falsch liegen, die das Raffinement der Zurückhaltung im Spiel halten wollen.«
Ralf Konersmann, Süddeutsche Zeitung, 19.01.2011
Besprochen in:

GERMANISTIK, 51/3-4 (2010)
Autor_in(nen)
Barbara Gronau / Alice Lagaay (Hg.)
Buchtitel
Ökonomien der Zurückhaltung Kulturelles Handeln zwischen Askese und Restriktion
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
388
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1260-8
DOI
10.14361/9783839412602
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFC HBTB JHB
BISAC-Code
SOC022000 HIS054000 SOC026000
THEMA-Code
JBCC NHTB JHB
Erscheinungsdatum
2010-07-27
Auflage
1
Themen
Kulturgeschichte
Adressaten
Philosophie, Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Askese, Geheimnis, Unterlassen, Tabu, Zurückhaltung, Diskretion, Abstinenz, Kulturgeschichte, Kulturtheorie, Lebensstil, Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaft

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