Neo-Essentialismus in der Gender-Debatte

Transsexualismus als Schattendiskurs pädagogischer Geschlechterforschung

Der Gender-Begriff hat in der Pädagogik Karriere gemacht – und gleichzeitig dazu beigetragen, an der Normalität der Zweigeschlechtlichkeit festzuhalten. Auch hier sind also Geschlechtergrenzgänger_innen normalisierenden Maßnahmen unterworfen worden, die Gewissheit über das eindeutige Geschlecht fordern.

Dieser Band reflektiert den Zusammenhang von Natur und Kultur anhand des pädagogischen und medizinischen Diskurses zu Transsexualismus und rekonstruiert die Verstrickung der Pädagogik im heteronormativen Denken.

Eine bildungstheoretische Kritik am Umgang mit Geschlechtsidentität.

27,80 € *

2010-04-27, 272 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1276-9

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Barbara Schütze

Barbara Schütze, Deutschland

... mit Barbara Schütze

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Die pädagogische Geschlechterforschung braucht Gender, um biologistische Lesarten zu hinterfragen. Aber neue Formen der Essentialisierung des Geschlechts haben den Biologismus längst verdrängt. Meine Arbeit zeigt, dass pädagogische Gender-Diskurse die Renormalisierung der Zwei-Geschlechter-Ordnung vorantreiben und reorganisiert den Gender-Begriff mit dem Ziel einer Sensibilisierung für vielfältige Identitätspraktiken und geschlechtliche Lebensweisen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In seiner Arbeit ›Neosexualitäten. Über den kulturellen Wandel von Liebe und Perversion‹ schreibt der Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch: ›Interessanterweise hat der feministische Gender-Diskurs seine (übersehenen) Wurzeln in einer sexuologischen Differenzierung, die im Wesentlichen klinisch motiviert war und bereits in den fünfziger und sechziger Jahren vor allem von der Intersexuellenforschung vorgenommen worden ist [...]‹ (2005, 136). Mit meiner Arbeit muss das nicht mehr so gesagt werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die pädagogische Theorie und Praxis nimmt Transsexuelle weithin nicht wahr. Gleichzeitig ist die Herkunft des Gender-Begriffs aus einer normalisierenden Trans- und Intersexuellenforschung nicht reflektiert. Die Herausarbeitung dieser Geschichte macht Transsexuelle als in pädagogischen Gender-Diskursen bereits latent Anwesende sichtbar und greift korrigierend und neu perspektivierend in aktuelle Diskussionen um Gender ein.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Volkmar Sigusch

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wer aus der Not, mit dem Gender-Begriff zu operieren, dessen Priorität ableitet, macht ebenso einen Fehler wie der, der ohne ihn auszukommen meint.

»Das Buch [...] bietet allgemein wertvolles Basiswissen zum Gender-Begriff.«
Gunnar Klack, Zeitschrift für Sexualforschung, 25 (2012)
Autor_in(nen)
Barbara Schütze
Buchtitel
Neo-Essentialismus in der Gender-Debatte Transsexualismus als Schattendiskurs pädagogischer Geschlechterforschung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
272
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1276-9
DOI
Warengruppe
1571
BIC-Code
JNA JFSK
BISAC-Code
EDU040000 SOC012000
THEMA-Code
JNA JBSJ
Erscheinungsdatum
2010-04-27
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Bildung
Adressaten
Pädagogik, Gender Studies, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Pädagogik, Gender, Queer, Bildung, Transsexualität, Geschlecht, Bildungstheorie, Queer Theory, Gender Studies

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