Grausamkeit und Metaphysik

Figuren der Überschreitung in der abendländischen Kultur

Das Herzstück der philosophischen Ideengeschichte, die Metaphysik, wird in diesem Buch in Beziehung zu etablierten Praktiken zur Erzwingung von Wahrheiten gesetzt. Wie kommt es, dass im 19. Jahrhundert ein Denken, das grausam, kompromisslos und schmerzhaft zu sein vorgibt, salonfähig wird? In dem kurzen historischen Moment, da Grausamkeit als Praxis aus der Öffentlichkeit verschwindet und ins Private, Sexuelle, Rhetorische abgeschoben wird, treffen sich – so die These der Beiträge – Metaphysik und Grausamkeit in ihrem Überschreitungswillen, der sich nach innen zu richten beginnt. Diese Inversion wird als Schlüssel für die Entdeckung von Passivität verhandelt.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  3. Grausamkeit und Metaphysik. Zur Logik der Überschreitung in der abendländischen Philosophie und Kultur

    Seiten 11 - 32
  4. Über dieses Buch

    Seiten 33 - 38
  5. Das Paradox der Grausamkeit. Zur Theorie der Grausamkeit bei Nietzsche

    Seiten 41 - 52
  6. Gratwanderung zu einem positiv belegten Grausamkeitsbegriff

    Seiten 53 - 68
  7. Der ?unzerstörbare Kern? des Menschen - nur ?dunkel gedachte Metaphysik?? Grausamkeit als Desintegration der Person bei Kant und Reemtsma

    Seiten 69 - 90
  8. Le grand Macabre? Über Deleuze, Metaphysik und Masochismus

    Seiten 91 - 114
  9. Grausamkeit als Modus der Unterhaltung. Zur Funktionalisierung von Grausamkeit in den Folterszenen spätmittelalterlicher Passionsspiele und Heiligenlegenden

    Seiten 117 - 140
  10. Die Gewalt des namens. Von der Missachtung zum sozialen Tod

    Seiten 141 - 162
  11. Bartleby, der ?neue Messias?? Passivitätsstrategien des Gesetzes

    Seiten 163 - 178
  12. ?Politische Metaphysik? und Ikonographie der Grausamkeit. Carl Schmitt, Leo Strauss und der Bilderkrieg im Irak

    Seiten 179 - 196
  13. Die grausame Geste. Zum Zusammenspiel von Verletzung und Verweisung

    Seiten 199 - 210
  14. Grausame Unbestimmtheit in den Dramen Sarah Kanes

    Seiten 211 - 226
  15. Grausamkeit - Passivität - Präferenz. Annäherung an eine figur namens Bartleby

    Seiten 227 - 240
  16. ?Wetten, dass ihr in - sagen wir mal - 12 Stunden alle drei kaputt seid, okay?? Die Überschreitungslogiken von Film und Philosophie am Beispiel von Michael Hanekes Funny Games

    Seiten 241 - 256
  17. Selbstüberwindung? Adolf Eichmann und das Phänomen der Spaltung von Person und Handlung im grausamen Akt

    Seiten 259 - 276
  18. Mechanismen der Folter. Zu den psychosozialen Dimensionen von Grausamkeit

    Seiten 277 - 290
  19. Die Psychodynamik des Sadeschen Libertin

    Seiten 291 - 306
  20. Ins Leere lieben. Eine Fußnote zu Bataille

    Seiten 307 - 320
  21. VI. Trajekte und Trojaner

    Seiten 321 - 322
  22. Im Kerkerkontinuum der Kreatur. Zu Walter Benjamins Ontologie im Ursprung des deutschen Trauerspiels

    Seiten 323 - 338
  23. Aus der Welt. Wie die Erfahrungen von Entführten (nicht) zur Sprache kommen

    Seiten 339 - 354
  24. Die Profanierung des Realen

    Seiten 355 - 372
  25. Der Undank eines dankbaren Motivs

    Seiten 373 - 390
  26. Das letzte der Trajekte ?

    Seiten 391 - 394
  27. ?Aufzeichnungen aus dem Kellerloch?1 (1864) [Auszug]

    Seiten 395 - 404
  28. Autorinnen und Autoren

    Seiten 405 - 408
  29. Register

    Seiten 409 - 416
  30. Backmatter

    Seiten 417 - 420
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35,80 € *

2009-10-27, 420 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1281-3

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Mirjam Schaub

Mirjam Schaub, University of Edinburgh, Schottland

»Wie so oft sind es [...] eben doch die PhilosophInnen, die in ihren Versuchen, sich dem grundsätzlichen Problem der unweigerlichen emotionalen Ambivalenz in der Darstellung des Kriegs und der Grausamkeit zu widmen, Erhellendes zutage fördern.«
Jan Süselbeck, www.literaturkritik.de, 23.03.2010
»[Dieses Buch] entwirft ein Panorama der Unmenschlichkeit.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2010
Besprochen in:

Wort und Antwort, 52/3 (2011), Thomas Eggensperger
Autor_in(nen)
Mirjam Schaub (Hg.)
Buchtitel
Grausamkeit und Metaphysik Figuren der Überschreitung in der abendländischen Kultur
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
420
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1281-3
DOI
Warengruppe
1521
BIC-Code
JFC HP HPC HBTB
BISAC-Code
PHI034000 PHI009000 HIS054000
THEMA-Code
JBCC QD QDH NHTB
Erscheinungsdatum
2009-10-27
Auflage
1
Themen
Kultur
Adressaten
Philosophie, Historische Anthropologie, Kulturtheorie, Literaturwissenschaft
Schlagworte
Grausamkeit Als Kulturtechnik, Metaphysik Als Kulturelle Praxis, Unerträglichkeit, Erzwingung Von Wahrheiten, Kultur, Kulturphilosophie, Philosophiegeschichte, Kulturgeschichte, Kulturwissenschaft, Philosophie

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