Erkenntnis und Kritik

Zeitgenössische Positionen

Gesellschaftliche Aufgabe von Wissenschaft (und ihr Selbstverständnis) ist es, gültige Erkenntnisse – Wahrheit – zu produzieren. Objektive und transparente Methoden und Verfahren produzieren Evidenzen, die in Forschung und Gesellschaft Geltung erlangen. Diesem Verständnis der »Wissenschaftlichkeit« nach wird wahr, was Wissenschaft produziert – die Selbstreflexion bleibt jedoch zurück.

Dieser Band versammelt zeitgenössische Ansätze der Erkenntnis- und Gesellschaftskritik. Die Gegenstände und Zugänge reichen vom Kritikbegriff bei Marx, Adorno und Foucault, den gesellschaftlichen Bedingungen von Erkenntnis, Kritik der Medientheorie, Wissen in Arbeitsprozessen und politischer Praxis bis hin zu bildgebenden Verfahren und dem »Pariser Mai« in Filmen von Godard.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. INHALT

    Seiten 5 - 8
  3. Einleitung

    Seiten 9 - 16
  4. Gesellschaftliche Bedingungen von Erkenntnis und Wissen

    Seiten 19 - 40
  5. Kritik bei Marx

    Seiten 41 - 48
  6. Adorno nicht. Kritik als Praxis in Zeiten deren Unmöglichkeit

    Seiten 49 - 58
  7. Zu "Kritik" bei Foucault

    Seiten 59 - 68
  8. Der Preis der Wahrheit. Michel Foucaults Wissenschaftskritik und die Politik post-souveräner Wissenschaften

    Seiten 69 - 88
  9. Lost in Orientation? Eine Antwort auf Göran Therborns. After Dialectics

    Seiten 89 - 112
  10. Die Soziologie des seiner Objektivität nicht mächtigen Wissens. Eine kritische Skizze zur Konstitution des Gegenstands der "Wissenssoziologie"

    Seiten 113 - 140
  11. Erkenntnis und Subjekte im Zeitalter der Biomedizin

    Seiten 143 - 166
  12. Operationalisierung - Standardisierung -Normalisierung. Die Produktion und Visualisierung von Daten in der kognitiven Neurowissenschaft

    Seiten 167 - 192
  13. Rechtsformanalyse jenseits der Befehlstheorie. Eine Alternative zur reduktionistischen Konzeption von ,juridisch-diskursiver' Macht

    Seiten 193 - 212
  14. Das Normale und der Wert. Zur Kritik der Normalismustheorie

    Seiten 213 - 240
  15. Soziologische Aufklärung zwischen Kritik, Affirmation und Normativität: Implikationen der Theorie sozialer Systeme für das Projekt einer Fortschreibung der Kritischen Theorie

    Seiten 241 - 262
  16. Pariser Mai im Dunkeln: Godards fröhliche Wissenschaft

    Seiten 263 - 276
  17. Verwissenschaftlichung von Arbeit. Reflexionen zu einem Umbruch gesellschaftlicher Arbeits- und Technikverhältnisse

    Seiten 279 - 302
  18. Wissenschaft in der betrieblichen Praxis und für die betriebliche Praxis

    Seiten 303 - 310
  19. Arbeit erkennen

    Seiten 311 - 320
  20. "Die Fotografie einer Fabrik sagt noch nichts über das Wesen einer Fabrik aus." - Ein Beitrag zu Erkenntnis, Literatur und Subjektivität

    Seiten 321 - 334
  21. Essay: Soll man erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält? - Ein 100. Geburtstag, die Verantwortung der Naturwissenschaft und Promovieren 2008

    Seiten 337 - 346
  22. Die theoretischen Grundlagen der Standortdebatte

    Seiten 347 - 372
  23. Wissenschaft, Gewerkschaft, Politik, Ideologie

    Seiten 373 - 390
  24. Autorinnen und Autoren

    Seiten 391 - 394
  25. Herausgeberinnen und Herausgeber

    Seite 395
  26. Backmatter

    Seiten 396 - 398
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34,80 € *

2009-10-27, 398 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1285-1

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Devi Dumbadze

Devi Dumbadze, Philosoph, Deutschland

Johannes Geffers

Johannes Geffers, Psychologe, Deutschland

Jan Haut

Jan Haut, Universität Frankfurt a.M., Deutschland

Arne Klöpper

Arne Klöpper, Soziologe, Deutschland

Vanessa Lux

Vanessa Lux, Psychologin, Deutschland

Irene Pimminger

Irene Pimminger, Deutschland

... mit den Herausgebern

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Die Heterogenität der in diesem Band versammelten Disziplinen, Themen und Zugänge zeigt, dass es einen wissenschaftlichen Bedarf und ein Bedürfnis von Wissenschaftlern gibt, auf die gesellschaftlichen Voraussetzungen ihres Tuns zu reflektieren. Dass Wissenschaft nicht per se Wahrheit liefert und dass Theorien sowie die dahinter stehenden Personen nicht durch bloße Akklamation ›kritische‹ werden, sind Einsichten, die stets aufs Neue erinnert werden müssen und die es auf jeweils aktuelle Forschungsthemen zu beziehen gilt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Einerseits werden aktuelle, im wissenschaftlichen Trend liegende Forschungsfelder wie die Hirnforschung, »Verwissenschaftlichung der Arbeit« oder Medientheorie auf ihre erkenntnistheoretischen Grundlagen hin befragt. Andererseits geht es aber auch darum, ›Klassiker‹ der Erkenntnis- und Gesellschaftskritik neu zu lesen und ggf. zu reformulieren. Neue Perspektiven auf Wissensproduktion, -vermittlung und -verwertung eröffnen auch die unterschiedlichen methodischen Ansätze, darunter filmische oder literarische Zugänge.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Meistens keine, das ist ja das Problem. Im Wissenschaftsbetrieb haben die Fragen nach seinen gesellschaftlichen Grundlagen in der Regel keinen Platz – bestenfalls in der Erkenntnistheorie als philosophischer Spezialdisziplin. Dabei wäre doch gerade heute, da Bildung und Forschung mit höchsten gesellschaftlichen Erwartungen konfrontiert werden, die Frage ›Wie und wozu Wissenschaft?‹ zu stellen, wenn man nicht in Betriebsblindheit versinken will.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Vielleicht mit Adorno und Popper? Zumindest steht ihre Kontroverse für jene Art der Diskussion um Formen und Inhalte von (Sozial-)Wissenschaft, die heute nach wie vor auf der Tagesordnung stünde. Im Grunde sollte der Band jedoch mit allen Kollegen aus der Wissenschaft interessant zu diskutieren sein. Denn er soll zur Frage anregen, wie es mit der eigenen Stellung im Betrieb steht, welches die eigenen Forschungsgrundlagen sind und was mit den selbst erzielten Erkenntnissen geschieht.

5. Ihr Buch in einem Satz:

(Kritische) Wissenschaft ist kein fertiges Programm, sie hat Voraussetzungen und Konsequenzen, die jeden Forschungs- und Anwendungsbereich betreffen.

Buchtitel
Erkenntnis und Kritik Zeitgenössische Positionen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
398
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1285-1
DOI
Warengruppe
1722
BIC-Code
JHBA HPS HPK
BISAC-Code
SOC026000 PHI034000 PHI004000
THEMA-Code
JHBA QDTS QDTK
Erscheinungsdatum
2009-10-27
Auflage
1
Themen
Sozialität
Adressaten
Sozialwissenschaften, Philosophie, Kulturwissenschaften, Psychologie
Schlagworte
Erkenntnistheorie, Sozialtheorie, Kritik der Politischen Ökonomie, Medien, Kultur, Arbeit, Sozialität, Soziologische Theorie, Sozialphilosophie, Kritische Theorie, Soziologie

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