Kritik der transnationalen Gewalt

Souveränität, Menschenrechte und Demokratie im Übergang zur Weltgesellschaft

Universalität der Menschenrechte oder einzelstaatliche Souveränität? Dieser Gegensatz entfaltet sich bei nahezu allen internationalen Konflikten. Vertreter beider Prinzipien setzen auf Gewalt als politisches Mittel.

In einer Aktualisierung von Hannah Arendts politischer Philosophie zeigt Claas Christophersen, dass sich die fundamentalen Probleme menschlichen Zusammenlebens auf globaler Ebene nur dann lösen lassen, wenn sich die Weltgemeinschaft in Richtung einer transnationalen Demokratie weiterentwickelt und die politische Teilhabe aller Weltbürgerinnen und Weltbürger gewährleistet ist. Ein innovativer Beitrag zu einer der Schlüsselfragen transnationaler Politik.

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2009-10-27, 282 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1288-2

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Claas Christophersen

Claas Christophersen, Universität Hamburg, Deutschland

... mit Claas Christophersen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Ich widme mich einem grundlegenden Konflikt in der internationalen Politik, der sich sowohl bei den EU-Reform-Debatten als auch bei ›humanitären Interventionen‹ und Militäreinsätzen wie in Afghanistan zeigen kann. Es geht um den Widerspruch zwischen einzelstaatlicher Souveränität und globalen Menschenrechten und die Frage nach demokratischer Politik jenseits des Nationalstaates – ein ungelöstes Problem der politischen Praxis, über das ich grundsätzlich nachgedacht habe.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Sowohl die Verfechter der ›alten‹ Souveränitätsdoktrin als auch die Anhänger universalistischer Menschenrechte verlassen sich im Wesentlichen auf Gewalt als politisches Mittel. Dagegen sehe ich in Hannah Arendts politischer Philosophie die Möglichkeit, das Politische als föderative ›Macht der Vielen‹ neu zu bestimmen. Und Macht ist bei Arendt das genaue Gegenteil von Gewalt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Forschungen zur ›Souveränitätserosion‹ etwa im Rahmen europäischer Integration gibt es schon seit einiger Zeit. Ähnlich ist es mit sozialkonstruktivistischen Menschenrechtstheorien und ›world democracy‹-Entwürfen. Was bisher aber fehlte, war, die drei Kategorien Souveränität, Menschenrechte und transnationale Demokratie in ihren wechselseitigen Verhältnissen zusammen zu betrachten, und zwar ohne die falsche Frontstellung bloßer Utopie gegen empiristische Fliegenbeinzählerei.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit illegalisierten Flüchtlingen, die zum Beispiel täglich versuchen, von Afrika nach Europa zu kommen. Denn diese Menschen erfahren existenziell, buchstäblich am eigenen Körper, das Spannungsverhältnis zwischen staatlicher, ausschließender Souveränität und den angeblich überall geltenden Menschenrechten. Besonders spannend wäre, zu erfahren, welche Vorstellungen von Demokratie diese Gruppe der Rechtlosen hat. Dafür freilich bräuchten die Illegalisierten wiederum eine Stimme.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine andere Demokratie ist möglich.

»Wer sich mit Intervention ernsthafter als auf der Ebene legitimatorischer Übungen auseinanderzusetzen beansprucht, kann und sollte an Christophersens Arbeit nicht vorbeigehen.«
Reinhart Kößler, PERIPHERIE, 122/123 (2011)
»Mit der klugen und ausführlich reflektierten Analyse einer ›Kritik der transnationalen Gewalt‹ setzt der Journalist und Politikwissenschaftler Christophersen einen wichtigen Baustein für die dringliche Frage, wie unsere (Eine) Welt humaner, gerechter und friedlicher gestaltet werden kann.«
Jos Schnurer, www.socialnet.de, 22.12.2009
Besprochen in:
www.pw-portal.de, 4 (2011), Marinke Gindullis
DAMID, 3/4 (2011)
Soziologische Revue, 34 (2011), Klaus Schlichte
Autor_in(nen)
Claas Christophersen
Buchtitel
Kritik der transnationalen Gewalt Souveränität, Menschenrechte und Demokratie im Übergang zur Weltgesellschaft
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
282
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1288-2
DOI
10.14361/9783839412886
Warengruppe
1739
BIC-Code
JPVH JPHV JPS
BISAC-Code
POL035010 POL007000 POL011000
THEMA-Code
JPVH JPHV JPS
Erscheinungsdatum
2009-10-27
Auflage
1
Themen
Globalisierung, Politik, Gewalt, Mensch
Adressaten
Politikwissenschaft, Soziologie, Philosophie
Schlagworte
Souveränität, Menschenrechte, Demokratie, Weltgesellschaft, Hannah Arendt, Mensch, Globalisierung, Politik, Internationale Politik, Politikwissenschaft

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