Von Freud zur Humanistischen Psychologie

Therapeutisch-biographische Profile

Diese Studie korrigiert und ergänzt die Geschichtsschreibung der Psychoanalyse, indem sie die Rolle bedeutender »Dissidenten« bzw. »Revisionisten« in ein neues Licht rückt. Therapeutinnen wie Lou Andreas-Salomé und unorthodoxe Analytiker wie Sándor Ferenczi, Georg Groddeck und Wilhelm Reich prägten die Grundlagen eines humanistischen Verständnisses von Psychoanalyse, auf denen Erich Fromm, Fritz und Laura Perls sowie Ruth C. Cohn mit den von ihnen entwickelten Methoden weiter aufbauen konnten.

In biographischen Persönlichkeitsportraits, die die Entwicklung hin zur Humanistischen Psychologie dokumentieren, werden bis heute gültige Leitlinien einer ressourcenorientierten, dialogischen, leibnahen und gesellschaftskritischen Psychologie und Therapie erkennbar.

29,80 € *

2009-11-27, 340 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1294-3

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Helmut Johach

Helmut Johach, Internationale Erich-Fromm-Gesellschaft, Deutschland

... mit Helmut Johach

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Sich mit Psychologie zu befassen, um etwas über sich selbst zu erfahren, ist enorm wichtig. Unterschiedliche ›Menschenbilder‹ und Auffassungen über die Art, wie wir miteinander umgehen sollten, beeinflussen auch unsere Vorstellungen von uns selbst und unser Alltagsleben. Deshalb sollte man sich mit den in meinem Buch behandelten Persönlichkeiten, mit ihren Theorien und praktischen Konzepten – von der Psychoanalyse bis zur Gestalttherapie und Themenzentrierten Interaktion – genauer auseinandersetzen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Bei Freud und in der klassischen Psychoanalyse kommt das ›Humanistische‹ zu kurz. Ich zeige, dass einige seiner frühen Anhänger – unter anderem Georg Groddeck, Sándor Ferenczi und Lou Andreas-Salomé – weitergegangen sind in Richtung einer ganzheitlichen, dialogischen und auf Förderung menschlichen ›Wachstums‹ gerichteten Psychologie und Therapie, die später unter der Bezeichnung ›Humanistische Psychologie‹ bei uns bekannt wurde. Diese Entwicklungslinie, in der etliche aus Europa in die USA geflüchtete Psychoanalytiker/-innen jüdischer Herkunft (u.a. Wilhelm Reich, Erich Fromm, Fritz und Laura Perls sowie Ruth C. Cohn) eine bedeutende Rolle gespielt haben, ist bisher kaum untersucht worden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die heutige Diskussion in der Psychologie und der Therapieforschung steht unter dem Einfluss der Biologie und der Neurowissenschaften. So interessant manche Ergebnisse auch sein mögen – sie werden der Erfahrung nicht gerecht, dass die meisten Menschen eigene Vorstellungen von ihrem Leben haben und darüber selbst bestimmen möchten. Ich nehme dieses Bedürfnis ernst, indem ich auf Wissenschaftler und Therapeuten eingehe, die das subjektive Erleben betonen. Eine weitergehende Frage ist, wieweit die Kultivierung der Persönlichkeit in anderen Kulturen geteilt oder kritisiert wird und ob sie als Grundlage eines neuen interkulturellen ›Humanismus‹ gelten kann.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich würde darüber am liebsten mit Menschen diskutieren, die sich für persönliche Entwicklung und zwischenmenschliche Beziehungen interessieren, die vielleicht auch schon einmal an einer Therapie- oder Selbsterfahrungsgruppe teilgenommen haben. Auch für ›Spezialisten‹ aus der Psychoanalyse oder der Humanistischen Psychologie sind meine Untersuchungen von Interesse, da manche Details aus der Lebensgeschichte und Theorieentwicklung der führenden Vertreter dieser beiden Richtungen bisher wenig bekannt sein dürften. Und schließlich würde ich gern einen Dialog darüber führen, wie manche in meinem Buch behandelte Kontroversen – z.B. um das Streben nach ›Selbstverwirklichung‹ – von Angehörigen anderer Kulturen wahrgenommen werden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

»Von Freud zur Humanistischen Psychologie« beschreibt anhand von biographischen Portraits eine Entwicklung in der Psychologie des 20. Jahrhunderts, die für das Selbstverständnis des Menschen in der westlichen Welt von großer Bedeutung ist; sie kann auch als Grundlage für den Dialog mit anderen Kulturen dienen.

»In einer historisch gehaltenen Betrachtung der Entwicklung der ursprünglichen Freudschen Psychoanalyse – welche selbst nie aus einem Guss war – wird an Hand von verschiedenen Portraits namhafter Protagonist/innen in eine überaus interessante Debatte um den Wandel ihres theoretisch verorteten Menschenbildes und die sich daraus ergebenden methodischen Konsequenzen für die klinische Haltung eingeführt. Beinahe zwingend ergibt sich aus dieser Darlegung das Aufkommen der Humanistischen Psychologie mit der Formulierung ihrer alternativen Positionen. Aufzuzeigen, dass beide nicht vor Irrtümern gefeit sind und, was noch schwerer wiegt, viel mehr Gemeinsamkeiten aufweisen als ihnen womöglich lieb ist, ist das Verdienst dieses Buches.«
Manfred Gerspach, www.socialnet.de, 07.04.2010
Besprochen in: Lehren & Lernen, 12 (2010), Helmut Wehr
www.buchkatalog.de, 12 (2010), Carsten Hansen
Autor_in(nen)
Helmut Johach
Buchtitel
Von Freud zur Humanistischen Psychologie Therapeutisch-biographische Profile
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
340
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1294-3
DOI
10.14361/9783839412947
Warengruppe
1535
BIC-Code
JMAF JMH
BISAC-Code
PSY026000 PSY031000 PSY000000
THEMA-Code
JMAF JMH
Erscheinungsdatum
2009-11-27
Auflage
1
Themen
Mensch, Psychoanalyse
Adressaten
Psychologie, Soziologie, Philosophie, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Psychoanalyse, Therapie, Dialog, Kultur, Humanismus, Mensch, Sozialpsychologie, Psychologie

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