Entgrenzung der Medizin

Von der Heilkunst zur Verbesserung des Menschen?

Der Boom der Schönheitschirurgie, die Nutzung von Medikamenten zur Verbesserung der Stimmung oder Gedächtnisleistung sowie die »Anti-Aging«-Bewegung – alles Anzeichen dafür, dass die Medizin sich künftig nicht mehr allein mit der Heilung kranker Menschen, sondern zunehmend mit der »Optimierung« der körperlichen und geistigen Fähigkeiten Gesunder beschäftigen wird.

Die Beiträge in diesem interdisziplinär besetzten Band gehen systematisch der Frage nach, wie neuartig diese Entwicklungen im historischen Vergleich sind, und erörtern kritisch die möglichen sozialen Folgen einer solchen »Entgrenzung« des medizinischen Wirkungsbereichs.

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2011-03-17, 312 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1319-3

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Willy Viehöver

Willy Viehöver, Universität Augsburg, Deutschland

Peter Wehling

Peter Wehling, Goethe-Universität Frankfurt a.M., Deutschland

... mit Willy Viehöver und Peter Wehling

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

..., weil es sich mit einem Thema beschäftigt, das ›uns alle‹ in Zukunft betreffen wird. Die Transformation von Teilen der Medizin von der klassischen Heilkunst hin zum ›Human Enhancement‹, also zur technischen Optimierung des gesunden Menschen, eröffnet nicht nur vermeintlich großartige Möglichkeiten der Körperverbesserung. Sie kann auch neue Zwänge mit sich bringen, etwa eine unausgesprochene Verpflichtung, die eigene körperliche und geistige Leistungsfähigkeit immer weiter zu steigern.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch greift die Thematik aus einer interdisziplinären Perspektive auf: Anders als in der bisherigen Debatte werden nicht nur bioethische und medizinhistorische Beiträge berücksichtigt, sondern auch sozial- und rechtswissenschaftliche Überlegungen. Damit kann der Band sowohl zeigen, welche historischen Vorläufer der Verjüngung und Verschönerung des Menschen es gab, als auch, was an der aktuellen Thematik neu ist und neue gesellschaftliche Antworten verlangt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Idee der Perfektionierung des Menschen mit medizinisch-technischen Mitteln scheint in jüngster Zeit immer mehr Anhänger zu finden. Die Debatte zwischen Befürwortern und Kritikern des Enhancements wird daher in Zukunft sicherlich noch an Brisanz gewinnen. Es ist hierbei wichtig sich zu vergegenwärtigen, dass die möglicherweise wachsende Neigung zu optimierenden Eingriffen weder naturgegeben noch unausweichlich ist, sondern Ausdruck und Folge spezifischer gesellschaftlicher Antriebskräfte.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit all jenen, die behaupten, der Mensch sei ›von Natur aus‹ unvollkommen und strebe deshalb zu Recht nach Verbesserung und Perfektionierung, ganz gleich mit welchen Mitteln. Übersehen wird dabei gerne, dass es immer eine kontingente gesellschaftliche Bewertung darstellt, den menschlichen Körper und Geist für unvollkommen und ›verbesserungsbedürftig‹ zu erklären.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Es wirft einen differenzierten Blick auf die sich abzeichnenden Umbrüche im medizinischen Handlungsbereich und ermöglicht reflektierte Antworten auf die Frage, welche Medizin wir in Zukunft haben wollen.

»Der Band bietet eine interessante Auswahl abwechslungsreicher, tiefgründiger und informativer Beiträge zur Frage nach den Grenzen und Zielen der Medizin, die sich sowohl als schwer bestimmbar als auch als multifaktorell beeinflusst erweisen.«
Uta Bittner/Franziska Krause, Ethica, 20/1 /(2012)
»Gerade die Quergedanken [in den Beiträgen] machen das Buch empfehlenswert für jene, die sich mit fragwürdigen Tendenzen in der Medizin auseinandersetzen und den Blick für die eigene Verantwortung schärfen wollen.«
Udo Sierck, Dr. med. Mabuse, 193 (2011)
»Ein ausgezeichneter, überaus fachkundiger und in die Tiefe ausgeloteter Überblick, der als Grundlage für einen breiten gesellschaftlichen Diskurs dienen könnte.«
Michael Imhof, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.2011
Besprochen in:

www.lehrerbibliothek.de, 5 (2011), Dieter Bach
www.frauenberatenfrauen.at, 5 (2011), Bettina Zehetner
Gen-ethischer Informationsdienst, 207/8 (2011)
LebensForum, 98 (2011)
Menschen, 1 (2011)
Humanes Leben – Humanes Sterben, 1 (2012), Oliver Kautz
Autor_in(nen)
Willy Viehöver / Peter Wehling (Hg.)
Buchtitel
Entgrenzung der Medizin Von der Heilkunst zur Verbesserung des Menschen?
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
312
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1319-3
DOI
10.14361/9783839413197
Warengruppe
1691
BIC-Code
MBDC PSAD
BISAC-Code
MED050000 MED000000 PHI005000
THEMA-Code
MBDC PSAD
Erscheinungsdatum
2011-03-17
Auflage
1
Themen
Medizin, Körper, Ethik, Biopolitik
Adressaten
Soziologie, Geschichtswissenschaft, Medizin, Philosophie
Schlagworte
Körper, Anti-Aging, Enhancement, Medizingeschichte, Medizinethik, Biopolitik, Medizin, Ethik, Bioethik, Soziologie

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