Lokalität und kulturelle Heterogenität

Selbstverortung und Identität in der multi-ethnischen Stadt

Urbane Räume der Gegenwart sind zunehmend durch eine hohe sozio-kulturelle Heterogenität gekennzeichnet. Doch wie sieht das Zusammenleben differenter Gruppen in solchen Stadtgebieten aus?

Esther Baumgärtner ermöglicht tiefe Einblicke in den Alltag eines multi-ethnischen Stadtraums in Deutschland. Ihre dichte ethnographische Forschung ist von der zentralen Frage geleitet, wie sich die Bewohner mit ihrem Quartier, den Stigmatisierungen aufgrund des marginalisierten Umfeldes und den gegenwärtigen Entwicklungsprozessen auseinandersetzen und sich und ihren Wohnort im sozialen Raum der Stadt verorten.

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2009-11-27, 264 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1340-7

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Esther Baumgärtner

Esther Baumgärtner, Ethnologin, Deutschland

... mit Esther Baumgärtner

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Die große Heterogenität kultureller Praxen in der Stadt ist natürlich ohnehin ein spannendes und komplexes Thema. Besonders interessant sind dabei aber die ›Geschichten‹ und die persönlichen Erfahrungen ihrer Bewohner. Deshalb lasse ich meine Interviewpartner/-innen sehr ausführlich zu Wort kommen. Gleichzeitig versuche ich aber auch, diese Aussagen in einen weiteren Kontext – im Hinblick auf Diskussionen um Raum, Mobilität und Macht – einzubinden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es eröffnet einen Einblick in den Alltag eines marginalisierten, multi-ethnischen Stadtraums und auf die Möglichkeiten und Grenzen des Zusammenlebens differenter kultureller Gruppen auf engem Raum. Dabei habe ich aber nicht die Perspektive einer spezifischen, kulturellen oder ethnischen, Gruppe eingenommen. Vielmehr hat mich gerade die Vielgestaltigkeit der Zusammenhänge zwischen Lokalität und Identität, den Strategien der Selbstverortung und den lokalen Lebensstilisierungen fasziniert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die letzten Jahre waren von einem gewissen Transnationalismus-Hype gekennzeichnet. Dabei wurde den Prozessen der emotionalen aber auch sozialen Verortung von Migrant/-innen der 2. und 3. Generation in Stadträumen oftmals eine spezifische ethnische Konnotation unterstellt. Die Beziehungen zur lokalen ethnischen Gemeinschaft sind allerdings häufig ausgesprochen komplex und gelegentlich auch zwiespältig, insofern sehe ich meine Forschung als Ergänzung dieses Diskurses.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten hätte ich das Buch mit dem französischen Sozialanthropologen und Soziologen Pierre Bourdieu diskutiert, da ich im Laufe meiner Forschung zunehmend auf die Frage nach geeigneten Modellen zur Verortung von Migrant/-innen im Sozialraum Deutschlands gestoßen bin. Außerdem interessieren mich die ethnischen Dimensionen sozialen und kulturellen Kapitals und ihre Wechselwirkungen untereinander ebenso wie die Praktiken der Lebensstilisierung marginaler Gruppen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Streifzug durch die kulturelle Vielfalt städtischen Lebens – jenseits von Einkaufsstraßen, Sehenswürdigkeiten und Konzertsälen.

»Alles in allem ist die Studie eine kurzweilige Ethnografie eines Stadtviertels, in dem ein komplexes System kultureller Praxen zum Vorschein kommt und in dem deutlich wird, wie bestimmte Orte und ihre Bedeutungszuschreibungen von verschiedenen Interessengruppen umkämpft sind. Vor allem räumt die Autorin mit einigen stereotypen Vorstellungen über Immigrantenbevölkerungen und ihre Beziehung zu deutschen Bewohnern auf und zeigt, dass die Realitäten viel komplexer sind.«
Astrid Wonneberger, Anthropos, 106 (2011)
»Diese Arbeit wird sicherlich zu vertiefenden Diskussionen innerhalb der Stadtforschung anregen.«
Matthias Drilling, Geographica Helvetica, 65/3 (2010)
»Der Autorin ist es gelungen, eine dichte Beschreibung des Alltags in einem multi-ethnischen Stadtteil in Deutschland zu geben.
Für Geographen aus dem Bereich Migrations- oder Quartiersforschung stellt das Buch eine lesenswerte Lektüre dar.«
Lars Wiesemann, ERDKUNDE, 64/3 (2010)
»Es ist beeindruckend, wie sich die Verfasserin mit den Prozessen der Selbstverortung in einem marginalisierten und multi-ethnischen Stadtraum beschäftigt. Insgesamt kann die Lektüre dieses Werkes nur empfohlen werden.«
Horst E. Theis, Zeitschrift für Ausländerrecht und Ausländerpolitik, 1 (2010)
Besprochen in:
Anthropological Abstracts, 8 (2009)
Autor_in(nen)
Esther Baumgärtner
Buchtitel
Lokalität und kulturelle Heterogenität Selbstverortung und Identität in der multi-ethnischen Stadt
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
264
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1340-7
DOI
10.14361/9783839413401
Warengruppe
1753
BIC-Code
JHMC JFSG JFFN
BISAC-Code
SOC002010 SOC026030 SOC007000
THEMA-Code
JHMC JBSD JBFH
Erscheinungsdatum
2009-11-27
Auflage
1
Themen
Migration, Stadt
Adressaten
Ethnologie, Kulturwissenschaft, Humangeographie, Soziologie
Schlagworte
Lokalität, Identität, Migration, Stadt, Kulturanthropologie, Urban Studies, Kultursoziologie

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