XX0XY ungelöst

Hermaphroditismus, Sex und Gender in der deutschen Medizin. Eine historische Studie zur Intersexualität

»Gender« – zentraler Begriff der Geschlechterforschung – wurde als psychologisches Konzept im Kontext der medizinischen Normierung intersexueller Menschen in den 1950er Jahren geprägt. Seine Wurzeln reichen jedoch weit in die Geschichte des ärztlichen Umgangs mit Hermaphroditen zurück – und verweisen auf langfristige Wandlungen der Kategorie Geschlecht.

Ulrike Klöppel untersucht diese Zusammenhänge anhand der – bislang noch kaum untersuchten – medizinischen Literatur des deutschsprachigen Raums vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 10
  3. Vorwort

    Seiten 11 - 12
  4. Einleitung

    Seiten 13 - 18
  5. 1. XX0XY ungelöst: Intersexualität im Brennpunkt aktueller Auseinandersetzungen

    Seiten 19 - 94
  6. 2. Präventive geschlechtliche Vereindeutigung: Die medizinisch-psychologische Behandlungsstrategie und das Verständnis von Geschlecht und Sexualität, 1990er Jahre

    Seiten 95 - 128
  7. 1. Grenzgestalt der Geschlechterordnung: Der Hermaphrodit in der Medizin der Frühen Neuzeit

    Seiten 131 - 162
  8. 2. Zwiegestalt der Geschlechterordnung: Der Hermaphrodit in der Medizin der Aufklärungszeit

    Seiten 163 - 234
  9. 3. Ungestalt der Geschlechterordnung: Der Hermaphrodit in der Medizin des 19. Jahrhunderts

    Seiten 235 - 298
  10. Resümee Teil I: Von der frühneuzeitlichen Medikalisierung des Hermaphroditen zur psychiatrischen Problematisierung Anfang des 20. Jahrhunderts

    Seiten 299 - 302
  11. 1. Normalisierung des intersexuellen Kindes: Baltimorer Behandlungs- und gender-Konzept, 1950er Jahre

    Seiten 305 - 336
  12. 2. Orientierung am subjektiven Geschlecht des Hermaphroditen: Praxisempfehlungen in Nachkriegsdeutschland

    Seiten 337 - 382
  13. 3. Problematisierung des objektiven Geschlechts: Diskussionslinien, 1945 bis 1980

    Seiten 383 - 440
  14. 4. Problematisierung des Geschlechtsempfindens von Hermaphroditen: Diskussionslinien, 1950er Jahre

    Seiten 441 - 474
  15. 5. Etablierung des Baltimorer gender- und Behandlungskonzepts gegen Widerstände: Transformationslinien, 1960 bis 1980

    Seiten 475 - 546
  16. 6. Wer hat das Recht zum Geschlechtswechsel? Juristische und medizinische Grenzziehungen zwischen Inter- und Transsexualität, 1945 bis 1980

    Seiten 547 - 584
  17. Gender by design? Resümee

    Seiten 585 - 607
  18. Public Interest

    Seiten 608 - 610
  19. Literatur

    Seiten 611 - 684
  20. Abbildungsnachweis

    Seiten 685 - 686
  21. Glossar medizinischer Fachbegriffe

    Seiten 687 - 692
  22. Übersetzungen französischer Zitate

    Seiten 693 - 695
  23. Backmatter

    Seiten 696 - 698
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39,80 € *

2010-02-27, 698 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1343-8

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Ulrike Klöppel

Ulrike Klöppel, Institut für Geschichte der Medizin der Charité in Berlin, Deutschland

»Ein Standardwerk zur Geschichte des Hermaphroditismus.«
Heiko Stoff, Berichte zur Wissenschaftsgeschichte, 35 (2012)
»Abgesehen vom Wissen über Intersexualität, das von Klöppel dezidiert (re-)konstruiert wird, zeichnet sich ihre Arbeit vor allem durch die genealogische Aufarbeitung des ›gender‹-Konzepts aus.«
Caroline Günther, Freiburger GeschlechterStudien, 25 (2011)
»Da die erfolgreich reklamierte Autoritätsstellung durch ihre Protagonisten eine bis heute andauernde ist, wird die Akte ›XXOXY‹ wohl noch eine Weile offen und damit auch ungelöst bleiben. Nicht zuletzt deshalb wünscht man dem Buch eine möglichst große Leserschaft.«
Alexander Kraus, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft (ZfG), 11 (2010)
»Zusammenfassend kann man sagen, dass das Buch eine Fülle von Informationen und gewinnbringenden Überlegungen für die Geschlechterforschung, die Medizin- und Wissenschaftsgeschichte sowie die Beschäftigung mit Intersexualität insgesamt enthält und somit für alle an diesen Forschungsfeldern interessierten Menschen sehr lesenswert ist.«
Sarah Radtke, www.querelles-net.de, 11 (2010)
»Ulrike Klöppel positioniert sich mit ›XXOXY ungelöst‹ deutlich: Ihr Buch ist ein engagierter und zugleich fundierter Beitrag gegen die dominierende medizinisch-psychologische Problemdefinition, damit intergeschlechtliche Menschen endlich über sich selbst bestimmen können.«
Jannik Franzen, Gen-ethischer Informationsdienst, 202/10 (2010)
»[Die] Kritik an den Begriffen der Gendertheorie ist ausgesprochen aufschlussreich.
[Der] spannende Blick auf Psychosexualität erweist sich [...] als wichtiges Bindeglied für die heutigen Geschlechterdiskurse, bei denen vor allem sozialer Druck, Identität und Erziehung angeführt werden, die angeblich den Mann/Frau-Gegensatz erfordern.«
Markus Rackow, Sexuologie, 17/1-2 (2010)
Besprochen in:
fiber, 17 (2010), Dominika Krejs
Postgender, 2 (2011), Michel Reiter
IASL online, 02.02.2011, Fabienne Imlinger
Autor_in(nen)
Ulrike Klöppel
Buchtitel
XX0XY ungelöst Hermaphroditismus, Sex und Gender in der deutschen Medizin. Eine historische Studie zur Intersexualität
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
698
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1343-8
DOI
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB JFSJ JFSK
BISAC-Code
HIS054000 SOC012000 SOC032000
THEMA-Code
NHTB JBSF JBSJ
Erscheinungsdatum
2010-02-27
Auflage
1
Themen
Medizin, Geschlecht, Wissenschaft
Adressaten
Geschlechterforschung/Gender Studies, Queer Studies, Wissenschaftsgeschichte, Medizingeschichte, Soziologie
Schlagworte
Intersexualität, Hermaphroditismus, Gender, Medizingeschichte, Geschlechterforschung, Geschlecht, Medizin, Wissenschaft, Geschlechtergeschichte, Queer Theory, Gender Studies, Wissenschaftsgeschichte, Geschichtswissenschaft

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