Geschlecht anders gestalten

Drag Kinging, geschlechtliche Selbstverhältnisse und Wirklichkeiten

Dass die Wirklichkeit ausschließlicher Zweigeschlechtlichkeit theoretisch kontingent und praktisch umkämpft ist, rückt seit gut zwei Jahrzehnten vermehrt in den Fokus der Geschlechterforschung. Wie alternative Weisen des Geschlechtseins gegenwärtig tatsächlich möglich werden, ist jedoch wenig systematisch untersucht worden.

Auf der Basis von Interviews und Beobachtungen nimmt Uta Schirmer Alltagspraxen, soziale Beziehungen und Selbstverhältnisse im Kontext der hiesigen Drag King-Szene in den Blick. Sie macht dabei die anhaltende Wirkmächtigkeit zweigeschlechtlicher Strukturierungen ebenso deutlich wie das Potential kollektiv entwickelter subkultureller Praxen, Geschlecht anders zu gestalten und als eine andere Wirklichkeit erfahrbar zu machen. Aus der empirischen Rekonstruktion heraus generiert die Studie Impulse für eine Verbindung und Weiterentwicklung soziologischer und queer-theoretischer Ansätze.

29,80 € *

2010-07-27, 438 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1345-2

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Uta Schirmer

Uta Schirmer, Hochschule RheinMain Wiesbaden, Deutschland

... mit Uta Schirmer

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Zu den widersprüchlichen Veränderungsprozessen, die gegenwärtige Geschlechterverhältnisse kennzeichnen, gehören auch vielfältige Bestrebungen einer radikalen Anfechtung heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit. Was es bedeuten kann, geschlechtlich in der Welt zu sein, wird insbesondere im Zeichen von ›queer‹ und ›transgender‹ auf eine sehr grundsätzliche Weise praktisch reformuliert. Für den Kontext der hiesigen Drag-King-Szene wird dies in meinem Buch nachvollziehbar gemacht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Bislang wurden derartige neuere Geschlechterpraxen v.a. im Hinblick auf kulturelle Repräsentationen – etwa Bühnenperformances – erforscht. Durch einen sozialwissenschaftlichen Zugang mit dem Fokus auf Alltagspraxen, soziale Beziehungen und Selbstverhältnisse kann ich dagegen zeigen, inwiefern hier andere Geschlechtlichkeiten tatsächlich lebbar und ›wirklich‹ werden. In den Blick rücken zudem die gesellschaftlichen und sozialen Bedingungen, die das Wirklichwerden unterschiedlicher Geschlechtlichkeiten ermöglichen oder verhindern.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Wie man dem Wirklichkeitscharakter von Geschlecht – d.h. auch dem Gewicht und der subjektiven Unverfügbarkeit gelebter Geschlechtlichkeiten – Rechnung tragen kann, wenn Geschlecht als eine soziale Konstruktion verstanden wird, ist eine der zentralen Fragen gegenwärtiger Geschlechterforschung. Mein Buch leistet hierzu einen empirischen und theoretischen Beitrag und eröffnet darüber hinaus neue Einsichten zu Fragen von Körperlichkeit, Selbstverhältnissen, subkulturellen Praxen, Öffentlichkeiten und Geschlechterpolitiken.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die an einer weniger herrschaftsförmigen und gewaltsamen Verfasstheit von Geschlecht interessiert sind und aus unterschiedlichen theoretischen, politischen und alltagspraktischen Perspektiven daran arbeiten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch zeigt auf, wie Geschlecht im Kontext der Drag-King-Szene gestaltet und gelebt wird und beleuchtet so die Hervorbringung einer Wirklichkeit, die nicht strikt zweigeschlechtlich strukturiert ist.

»Insgesamt [...] ein überzeugendes und sehr empfehlenswertes Buch, das sich durch lebendige Materialanalysen und eine gelungene Einbindung in die theoretischen Auseinandersetzungen der Gender, Queer und Transgender Studies auszeichnet.«
Ulrike Klöppel, GENDER, 3 (2013)
»Ein lesenswertes Buch!«
Ulrike Klöppel, Sexuologie, 20/1-2 (2013)
»Ein lesenswertes Buch.«
Gen-ethischer Informationsdienst, 215 (2012)
»Aus der empirischen Konstruktion heraus generiert die
Studie Impulse für eine Verbindung und Weiterentwicklung soziologischer und queer-theoretischer Ansätze.«
aep informationen, 2 (2011)
»Ihr [Schirmers] analytisches Gespür für die komplexen, teils nur vage formulierbaren Vorstellungen und Erfahrungen der Dragkings [liefert] einen tiefen und bisher einmaligen Einblick in queere Alltagspraktiken.«
Jana H. Tosch, L-MAG, 11/12 (2010)
»In diesem Buch wird das Potenzial kollektiv entwickelter subkultureller Praxen, Geschlecht anders zu gestalten und als eine andere Wirklichkeit erfahrbar zu machen, lebendig. Eine tolle Verbindung zwischen soziologischer und Queer-Theorie und Praxis. Sehr lesenswert!«
Bettina Zehetner, www.frauenberatenfrauen.at, 25.10.2010
Besprochen in:

kulturrisse, 1 (2011)
www.landesfrauenrat-berlin.de, 25.01.2011
Impu!se, 70 (2011)
Hugs and Kisses, 7/4 (2011), Didine van der Platenvlotbrug
Soziologische Revue, 36 (2013), Stefanie Duttweiler
Autor_in(nen)
Uta Schirmer
Buchtitel
Geschlecht anders gestalten Drag Kinging, geschlechtliche Selbstverhältnisse und Wirklichkeiten
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
438
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1345-2
DOI
10.14361/9783839413456
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSK JFSJ
BISAC-Code
SOC012000 SOC032000
THEMA-Code
JBSJ JBSF
Erscheinungsdatum
2010-07-27
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Körper
Adressaten
Gender Studies, Soziologie, Kulturwissenschaften
Schlagworte
Gender, Queer, Transgender, Drag, Wirklichkeitskonstruktion, Körper, Queer Theory, Gender Studies, Soziologie

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