Freud gegen Kant?

Moralkritik der Psychoanalyse und praktische Vernunft

Morris Vollmann interpretiert Freuds Kritik an der Moralphilosophie Kants als produktives Missverständnis und unternimmt eine systematisch-vermittelnde Rekonstruktion beider Ansätze. Die Positionen von Kant und Freud erscheinen dadurch nicht länger als konträr, sondern ergänzen einander als emanzipatorisch-aufklärerische Projekte. Beide wenden sich kritisch gegen metaphysische wie naturalistische Ideologien und erkunden die Bedingungen und Grenzen von Autonomie. Durch den Dialog zwischen philosophischer Ethik und Psychoanalyse erfährt das problematische Verhältnis von Moral und Glück grundlegende Denkanstöße.

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2010-05-03, 262 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1360-5

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Morris Vollmann

Morris Vollmann, Technische Universität Dresden, Deutschland

... mit Morris Vollmann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Bücher, die behaupten, dass Freud ›recht‹ oder ›unrecht‹ hatte, gibt es zur Genüge. Dieses Buch nimmt seine Bemühungen um Aufklärung und methodische Selbsterkenntnis ernst und erwartet von Freuds Werk Anregungen und vertiefende Einsichten zu Grundproblemen der praktischen Philosophie und Ethik.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Moralphilosophische Entwürfe sind auf Kritik angewiesen, um sich bewähren zu können. Doch die Denkanstöße zur kritischen Reflexion dürfen nicht allein aus ihrem eigenen Bereich kommen. Für den Blick über den philosophischen Tellerrand hinaus bietet sich die Psychoanalyse als Gesprächspartner an. Diese kritische Theorie vom Menschen kann durch den Dialog mit der Philosophie auch ihre eigenen normativen Grundlagen besser verstehen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Problematik des guten und gelungenen Lebens gehört zum traditionellen Fragebereich der Ethik und ist nicht nur ein Fall für Ratgeberliteratur. Philosophie ist gefordert, die Möglichkeiten, Bedingungen und Grenzen der Vereinbarkeit von Glück und Moral zu hinterfragen und zu erläutern. Die Verknüpfung von kritischer Moralphilosophie und Psychoanalyse erlaubt es, eine vernünftige Vorstellung von Autonomie zu entwickeln – und zwar jenseits illusionärer Allmachtsphantasien, reduktionistischer Verkürzungen und dogmatischer Denkverbote.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Vom Gegenteil überzeugen möchte ich jene, die meinen, Kant sei ein sinnenfeindlicher Moralist, und jene, die Freud für einen amoralischen Kulturpessimisten halten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Freud zeigt, unter welchen Bedingungen Kultur und repressive Moralvorstellungen krank machen, und Kant zeigt, dass wir uns ohne vernünftige moralische Orientierung nicht als frei verstehen können – auf keine dieser Perspektiven können wir verzichten. Eine Vermittlung dieser Ansätze trägt zum Projekt der Aufklärung bei.

»Vollmanns Arbeit überzeugt durch ihren klaren, unprätentiösen Stil und ihre Fokussierung auf die Frage nach den rational begründbaren Aspekten psychoanalytischer Moralkritik [...].«
Ingo Elbe, Widerspruch, 53 (2011)
»Vor dem Hintergrund der kantischen Moralphilosophie und Freuds Psychoanalyse gibt Morris Vollmann einen gelungenen Einblick in das komplexe Verhältnis von Glück und Moral, wobei insbesondere seine Diskussion der verschiedenen Stufen der Sexualmoral äußerst gelungen ist.«
Fabian Gödeke, www.socialnet.de, 18.08.2010
Autor_in(nen)
Morris Vollmann
Buchtitel
Freud gegen Kant? Moralkritik der Psychoanalyse und praktische Vernunft
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
262
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1360-5
DOI
10.14361/transcript.9783839413609
Warengruppe
1526
BIC-Code
HPC HPQ JMAF
BISAC-Code
PHI016000 PHI005000 PSY026000
THEMA-Code
QDH QDTQ JMAF
Erscheinungsdatum
2010-05-03
Auflage
1
Themen
Psychoanalyse, Ethik
Adressaten
Philosophie, Psychoanalyse, Psychologie
Schlagworte
Philosophie, Moralphilosophie, Ethik, Psychoanalyse, Lebenskunst, Freud, Kant, Deutsche Philosophiegeschichte, Philosophiegeschichte

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