Anja Gerigk (Hg.)

Glück paradox

Moderne Literatur und Medienkultur – theoretisch gelesen

Das Glück und seine Widersprüche – ein altbekanntes Thema in Literatur und Philosophie. Dieser Band hingegen macht spezifische Bedingungen moderner Glücksproduktion lesbar: Auf der Grundlage von Theorien entwickeln die Beiträge text- und medienanalytische Zugänge zum Phänomen des Glücks in der Moderne.

Diese gelten der Gesellschaft und dem Erzählen, Medien und Zeichenprozessen, kulturellen Diskontinuitäten oder der Handhabung von Paradoxien. Die Literaturgeschichte gewinnt Interpretationen (u.a. zu Lessing, E.T.A. Hoffmann, Keller, Mayröcker); für das Verständnis der Gegenwartskultur öffnen sich triviale Genres und umstrittene Erzählexperimente des Films einer Umwertung.

33,80 € *

2010-02-12, 336 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1368-1

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Anja Gerigk

Anja Gerigk, Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutschland

... mit Anja Gerigk

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Ratgeber, die Rezepte des glücklichen Lebens verschreiben, gibt es natürlich mehr als genug. Die Literaturwissenschaft hat dagegen lange Zurückhaltung geübt, weil man zu wissen glaubte, dass sich das Glück nur in trivialen oder von der Moderne überholten Texten und Genres in den Vordergrund drängt. Das Gegenteil beweisen die kulturtheoretischen Lektüren: Gerade wenn Literatur zwischen ›glücklich‹ und ›unglücklich‹ unterscheiden muss, zeigt sie sich modernitäts- und medienbewusst.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es gibt den Begriff der Epiphanie als ästhetischer Augenblick bei Karl Heinz Bohrer oder neuerdings die theoretische Hinwendung zur Präsenz durch Hans Ulrich Gumbrecht. Die Beiträge in »Glück paradox« übernehmen nicht diese Konzepte, aber den Forschungsauftrag, Grundlagenreflexion über die Form der Gesellschaft und ihrer Kunst mit einer methodisch reflektierten Historisierung zu verbinden. Dadurch entdecken sie Paradoxien, die noch kaum beschrieben worden sind.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Da sich literaturwissenschaftliche Studien mittlerweile für jedes kulturelle Phänomen zuständig fühlen dürfen, rechtfertigen sie weniger die Wahl des jeweiligen Gegenstandes als die Qualität ihres theoretischen Zugangs. Auch im Falle der Darstellung des Glücks kommt es darauf an zu erklären, wie man von der genauen Beobachtung literarischer Texte zu Aussagen gelangt, die für die Medienkultur der Moderne bis zur Gegenwart generell von Bedeutung sind.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Sigmund Freud. Ihm wäre vielleicht unbehaglich, wie abstrakt in diesem Sammelband von einer Existenzfrage des Menschen die Rede ist, nämlich seiner Lust und Unlust in der Kultur. Man könnte ihn aber vermutlich mit dem Hinweis auf seine eigenen Arbeiten davon überzeugen, dass nur Literatur und Theorie vereint erkenntnisfördernd genug sind, um das allgegenwärtige Streben nach Glück seiner Banalisierung immer wieder kulturkritisch zu entwinden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Viele theoretische Wege führen zum Glück in der Literatur.

Besprochen in:

GERMANISTIK, 52/3-4 (2012)
Autor_in(nen)
Anja Gerigk (Hg.)
Buchtitel
Glück paradox Moderne Literatur und Medienkultur – theoretisch gelesen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
336
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1368-1
DOI
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD DSB
BISAC-Code
SOC052000 LIT000000 LIT004170
THEMA-Code
JBCT DSB
Erscheinungsdatum
2010-02-12
Auflage
1
Themen
Medien, Literatur, Film
Adressaten
Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Soziologie
Schlagworte
Literaturtheorie, Glück, Kultur, Literatur, Film, Medien, Medienästhetik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Germanistik, Literaturwissenschaft

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