Lars Blunck (Hg.)

Die fotografische Wirklichkeit

Inszenierung – Fiktion – Narration

Wie verhalten sich Fotografie und Wirklichkeit zueinander? Eine landläufige Annahme verleitet dazu, Fotos bloß als indexikalische Lichtspuren einer bildvorgängigen Wirklichkeit – als »Abbilder« der Wirklichkeit – zu begreifen. Dabei geraten die spezifischen Produktions-, Gebrauchs- und Wirkungsweisen von Fotografie aus dem Blick. So zeigen sich im weiten Feld des Fotografischen Phänomene, für deren Erfassung Fotogeschichte und -theorie bislang kein hinreichendes Instrumentarium entwickelt haben.

Die Beiträger_innen dieses Bandes beleuchten anhand anschaulicher Fallbeispiele Aspekte der Inszenierung, Fiktion und Narration, die für die Konstitution von Wirklichkeit in und durch Fotografie zentral erscheinen, und prüfen erstmals umfassend deren Tragfähigkeit und Anwendbarkeit.

29,80 € *

2010-08-16, 280 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1369-8

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Lars Blunck

Lars Blunck, Technische Universität Berlin, Deutschland

... mit Lars Blunck

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil es die Fototheorie und Fotogeschichte, welche bislang vom Theorem der Indexikalität (also von der Auffassung eines Fotos als Spur von etwas Vergangenem) geprägt sind, endlich um den Aspekt der genuinen Bildlichkeit, also der Ikonizität von Fotografie bereichert.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ganz klar: Perspektiven auf das Verhältnis der bildvorgängigen Wirklichkeit zur Wirklichkeit im Bild. Es macht deutlich, wie sehr die fotografische Wirklichkeit vom Blick ihres Betrachters abhängig ist.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Zum einen wird hier erstmals der ubiquitäre Begriff der Inszenierten Fotografie einer kritischen Revision unterzogen – und dies jenseits oberflächlicher Topoi. Zum anderen werden fiktionstheoretische Überlegungen, wie wir sie gegenwärtig insbesondere in den Medienwissenschaften und der Philosophie finden, endlich auch für das Medium Fotografie angestellt. Und nicht zuletzt wird überprüft, ob und inwieweit sich die kunsthistorische Narrationsforschung auf die Fotografie ausweiten lässt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Keine Frage: mit Roland Barthes, wenngleich wir uns sicherlich reichlich missverstehen würden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Sammelband mit anregenden und streitbaren Beiträgen zur ›fotografischen Wirklichkeit‹.

»Man darf gespannt darauf sein, ob sich narratologische Überlegungen zunehmend von ihrer sprachorientierten Zielrichtung lösen können, um schließlich das visuelle ›Erzählen‹ und dessen Bedingungen besser zu begreifen. Der Band jedenfalls bietet Ansatzpunkte für diese Diskussion [...].«
Jens Jäger, Das Historisch-Politische Buch, 3/60 (2012)
»Der Herausgeber [...] legt mit diesem Sammelband einen wichtigen experimentell explorativen Beitrag zur Funktionsweise dreier Schüsselbegriffe (Inszenierung, Fiktion, Narration) vor.«
Wolfgang Schlott, MEDIENwissenschaft, 3 (2011)
Besprochen in:

www.kunstforum.com, 04.01.2011, Alexandra Matzner
Autor_in(nen)
Lars Blunck (Hg.)
Buchtitel
Die fotografische Wirklichkeit Inszenierung – Fiktion – Narration
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
280
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1369-8
DOI
10.14361/transcript.9783839413692
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD AJ ABA
BISAC-Code
PHO005000 ART009000 SOC052000
THEMA-Code
JBCT AJ ABA
Erscheinungsdatum
2010-08-16
Auflage
1
Themen
Bild, Fotografie
Adressaten
Bildwissenschaft, Kulturwissenschaften, Kunstgeschichte, Medienwissenschaften, Visual Studies
Schlagworte
Fotografie, Kunst, Medien, Visuelle Kultur, Fototheorie, Bild, Bildwissenschaft, Medientheorie, Kunstwissenschaft

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