Im Beichtstuhl der Medien

Die Produktion des Selbst im öffentlichen Bekenntnis

Im Beichtstuhl der Medien verkehrt sich das Beichtgeheimnis ins Gegenteil: Privates wird öffentlich, Selbstentsagung zu Selbstentfaltung, Selbstbeobachtung erfolgt im Blick einer anonymen Öffentlichkeit.

Hannelore Bublitz spürt dem Drang des sich wortreich mitteilenden und unablässig zeigenden Subjekts nach, sich in medial inszenierten Bekenntnisritualen sozialen Anschluss und gesteigerte Individualität zu sichern. Medien sind demnach nicht nur »voyeuristische Apparate«, sondern soziale Bänder, über die das exponierte Subjekt sich im doppelten Wortsinn produziert, immer wieder anders konfiguriert und positioniert.

25,80 € *

2010-03-12, 240 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1371-1

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Hannelore Bublitz

Hannelore Bublitz, Universität Paderborn, Paderborn, Deutschland

... mit Hannelore Bublitz

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Subjektivierung vollzieht sich durch Faltung. Gegen den populären Diskurs über den Verlust der Persönlichkeit und des Privaten, zeigt der Band die Strategien von Subjekten, ihre Individualität im Rahmen einer öffentlich-medialen Bekenntniskultur zu entfalten und zu optimieren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der Band führt Foucaults Analysen zum Bekenntniszwang und zur Menschen- und Selbstführung mit Butlers Konzept der performativen Produktion des Subjekts zusammen, wonach sich diese unweigerlich im Rahmen öffentlicher Konventionen vollzieht. Er zeigt, wie sich tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen über mediale Repräsentationsformen in Praktiken der Selbstproduktion einschreiben.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Band konkretisiert aktuelle Diskussionen zu neoliberalen Formen der Menschen- und Selbstführung an medial inszenierten Formen des ›Bekenntniszwangs‹. Er stellt einen Beitrag zur interdisziplinären Analyse des kreativen, unternehmerischen Selbst dar, das sich nur, indem es sich der ›Selbstbewirtschaftung‹ unterwirft, seiner sozialen Existenz sicher sein kann.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Luhmann (!)

5. Ihr Buch in einem Satz:

In »Im Beichtstuhl der Medien« geht es um die öffentlich erteilte Absolution, die soziale Inklusion und Anschlussfähigkeit des Subjekts sichert.

»Hannelore Bublitz legt mit ihrer schonungslosen, gleichzeitig faszinierenden, Medienanalyse und Kritik den Finger in die Wunde performativer Herstellung von Subjektivität.«
Prof. Dr. Wilhelm Schwendemann, www.socialnet.de, 13.12.2010
»Nicht zuletzt aufgrund ihrer interessanten Fallstudie medialer Bekenntnisse in der Call-in-Show ›Domian‹ (WDR) sowie der anschaulichen Diskussion der Genres Talk- und Casting-Show wird [die Autorin] zahlreiche Jünger aus der Öffentlichkeitstheorie, der Identitätsforschung und der Theatralitätsperspektive ›missionieren‹.«
Matthias Bandtel, MEDIENwissenschaft, 4 (2010)
»Die Autorin liefert eine profunde Beschreibung dessen, was sich derzeit vollzieht und womit junge Menschen eigentlich keine Probleme haben, ältere jedoch schon, bis zu verunsichernden Ängstlichkeiten bezogen auf das Schicksal von Subjektivität und Identität.«
Kulturpolitische Mitteilungen, 130/3 (2010)
»Eine profunde Beschreibung dessen, was sich derzeit vollzieht.«
Kulturpolitische Mitteilungen, 130/3 (2010)
»Dass differenzierte Betrachtungen wie jene des vorliegenden Buches in der Medienöffentlichkeit wenig Gehör finden, ist zu bedauern [...].«
Daniel Meier, Communicatio Socialis, 43/3 (2010)
Besprochen in:

deutsche jugend, 59/1 (2011)
FAMA, 1 (2011), Béatrice Bowald
Autor_in(nen)
Hannelore Bublitz
Buchtitel
Im Beichtstuhl der Medien Die Produktion des Selbst im öffentlichen Bekenntnis
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
240
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1371-1
DOI
10.14361/transcript.9783839413715
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFD JFC JHBA
BISAC-Code
SOC052000 SOC022000 SOC026000
THEMA-Code
JBCT JBCC JHBA
Erscheinungsdatum
2010-03-12
Auflage
1
Themen
Sozialität, Medien, Zeitdiagnose
Adressaten
Soziologie/Sozialwissenschaft, Kulturwissenschaften, Medienwissenschaft
Schlagworte
Gesellschaft, Medien, Mediendispositive, Poststrukturalistische Subjekttheorie, Subjektivierung, Selbsttechnologien, Sozialität, Mediensoziologie, Kultursoziologie, Soziologische Theorie, Medienwissenschaft, Soziologie

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