Museum revisited

Transdisziplinäre Perspektiven auf eine Institution im Wandel

»Schaudepot« oder »Eventkultur«? Trotz aller Vielfalt folgen Museen doch bestimmten Standards – von der Eingangssituation bis zur Dauerausstellung. Die transdisziplinären Beiträge dieses Buches überwinden das Spartendenken von Kunst, Archäologie oder Geschichte und gelangen von exemplarischen Beobachtungen zu übergeordneten museumswissenschaftlichen Fragestellungen. Es entsteht eine facettenreiche Beschreibung des Museums als einer Institution im Wandel.

Kritische Beobachtungen aus der Praxis gelten dem Museum in seiner ganzen Bandbreite – ob National- oder Heimatmuseum, Künstlerhaus oder Industrieausstellung. Klassische Ansätze der Museumsarbeit werden ebenso analysiert wie innovative mediale Konzepte.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  3. Einführung

    Seiten 9 - 14
  4. Ausstellungen und Museen der Elektrizitätswirtschaft zwischen Museumsanspruch und Corporate Communication

    Seiten 15 - 30
  5. Textilindustriemuseen und ihre Ausstellungsmethoden

    Seiten 31 - 48
  6. Carlo Scarpas Projekte für Dauerausstellungen. Der Umgang mit Bausubstanz und Kunstpräsentation in historischen Museumsgebäuden

    Seiten 49 - 62
  7. Archäologische Museen zwischen Tradition und Innovation

    Seiten 63 - 72
  8. Zwischen Wunderkammer und Pictorial Turn. Zum Umgang mit Naturkunde im Museum am Beispiel Oldenburg

    Seiten 73 - 80
  9. "Was Ihr wollt!" Partizipatorisches Ausstellen aus der Perspektive der Kunstvermittlung

    Seiten 81 - 96
  10. Sammlungsarchäologie. Annäherung an eine Ruine der Museumsgeschichte

    Seiten 97 - 112
  11. "Der Sammler und die Seinigen". Die Gemäldesammlung des Aeltermann Lürman in Bremen

    Seiten 113 - 118
  12. Die Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit der Kunsthalle Bremen unter Emil Waldmann 1914-1932

    Seiten 119 - 132
  13. Zur Wissensvermittlung in Museum und Schule

    Seiten 133 - 142
  14. Eingangssituationen in deutschen Museen. Geschichtliche, analytische und kritische Anmerkungen

    Seiten 143 - 152
  15. Schaudepots. Zu einer ergänzenden Form der musealen Dauerausstellung

    Seiten 153 - 166
  16. Selectie 1: achter de schermen - Annäherungen an Modemuseen

    Seiten 167 - 178
  17. Produktpolitik als Instrument des Marketings an Kunstmuseen am Beispiel ausgewählter Sonderausstellungen

    Seiten 179 - 194
  18. Museum contra Eventkultur? Zur Doppelausstellung "Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962 bis 1806" in Magdeburg und Berlin

    Seiten 195 - 208
  19. Museum und nationale Identität. Überlegungen zur Geschichte und Gegenwart von Nationalmuseen

    Seiten 209 - 222
  20. Magazinfiktion im Objektlabyrinth. Die aktuelle Dauerausstellung des DHM

    Seiten 223 - 234
  21. Die Fotografie der deutsch-deutschen Grenze in den Präsentationen ausgewählter Grenzmuseen

    Seiten 235 - 248
  22. Flucht ins Museum? Flucht im Museum? Das Ostpreußische Landesmuseum Lüneburg zwischen Mythos, Erinnerung, Geschichte und Gegenwart

    Seiten 249 - 260
  23. "Maikäfer flieg..." Kindheitserfahrungen, Erinnerungsobjekte und Dinggeschichten

    Seiten 261 - 266
  24. Topkapi. Zur Geschichte der Orient-Rezeption im Museum

    Seiten 267 - 276
  25. "Damit jeder Fürst was sonders habe". Überlegungen zum Pommerschen Kunstschrank und zu seiner musealen Präsentation

    Seiten 277 - 290
  26. Heimatmalerei, Lebensreform und Museum. Hugo Duphorn als widersprüchlicher Künstler um 1900 und um 2000

    Seiten 291 - 294
  27. Zur strukturellen Entwicklung von Künstlerhäusern in Norddeutschland

    Seiten 295 - 302
  28. Zur Ausstellungsinszenierung der documenta 12 (2007) im Museum Fridericianum

    Seiten 303 - 316
  29. Über das Kuratieren im OFF-Bereich

    Seiten 317 - 322
  30. Die Musealisierung der Landschaft in den Abruzzen. Stillstand oder Chance für die Zukunft?

    Seiten 323 - 336
  31. Die Freilichtbühne "Stedingsehre" Bookholzberg im Kontext vergleichbarer NS-Kultstätten. Ein Konzept für ein zukünftiges Dokumentationszentrum

    Seiten 337 - 348
  32. Regionale Museumsberatung in Deutschland. Institutionalisierte Betreuung von Museen

    Seiten 349 - 364
  33. Heimatmuseen mit Leitbild und Entwicklungskonzept? Das Beispiel Leer

    Seiten 365 - 370
  34. Verzeichnis der Masterarbeiten. Studiengang "Museum und Ausstellung", Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (2002 bis 2009)

    Seiten 371 - 374
  35. Autorinnen und Autoren

    Seiten 375 - 378
  36. Backmatter

    Seiten 379 - 382
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34,80 € *

2010-04-15, 382 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1377-3

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Kurt Dröge

Kurt Dröge, Volkskundler, Deutschland

Detlef Hoffmann (verst.)

Detlef Hoffmann, Universität Oldenburg, Deutschland

... mit Detlef Hoffmann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Wir beschreiben, wie Wahrnehmung von Vergangenheit und Gegenwart in einem Museum organisiert ist, wie sie verursacht wurde und welche Form sie findet. Das Museum ist (nicht nur in unserem Buch) nicht eine vergegenständlichte Objektivität, sondern in einem Prozess entstanden. Es beginnt zum Beispiel bei der Gestaltung der Eingangssituation und endet im Magazin. Die Texte sind Stichgrabungen in ein viel diskutiertes Problemfeld.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Wort Perspektive könnte einen wohl geordneten Überblick unterstellen. Unser Buch hat aber den Charakter eines Flickenteppichs, jedoch eines sehr nützlichen, wärmenden. Wenn auch die Beiträge, wie sich das gehört, geordnet präsentiert werden, so sind sie von unterschiedlichsten Standpunkten aus geschrieben. Bei einigen liegt die Nutzanwendung auf der Hand, bei anderen ist viel Theorie spürbar. Der perspektivische Blick ist auf die Probleme der Praxis gerichtet, vom Firmenmuseum über die Galerie bis zum Kulturschutzpark.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die aktuelle Forschungsdebatte hat sich vom Alltag der Museumsarbeit gelöst. Sie stellt durchaus wichtige Fragen, wie die nach der zeitgemäßen Präsentation der Objekte. Unsere Autorinnen und Autoren untersuchen aus der Praxis grundlegendere Typen von Ausstellungen, zum Beispiel: das Schaudepot. Wir haben keine Berührungsängste. Wir sprechen auch über Systematiken des Ausstellungswesens, die sich noch nicht durchgesetzt haben – etwa den Verzicht auf die Chronologie in der historischen Ausstellung.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit dem Publikum natürlich. Aber das wird uns den Gefallen nicht tun, auf jeden Fall im Augenblick nicht. Denn es ist nicht Bestandteil der Debatte, sondern will gut und edel versorgt sein. Wie und für wen die Versorgung geschieht, interessiert momentan weniger. Aber die großen, richtungsweisenden Worte, die finden Sie in unserem Buch nicht. Wir gucken genau hin. Das mag den Profi mehr ansprechen als den Laien – der als Museumsbesucher allerdings nicht Laie bleibt. Geschrieben ist das Buch jedenfalls für beide.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Schon der Titel »Museum revisited« meint, dass wir alte Fragestellungen des Museums neu aufgreifen mit Hilfe junger Kolleginnen und Kollegen.

»Der Band [mäandert] erfrischend durch traditionsreiche Ausstellungshäuser und experimentellere Ausstellungsformen hindurch. Und nicht zuletzt bereitet er Freude: Vorfreude auf den nächsten Museumsbesuch.«
Katja Wiederspahn, [Umrisse], 1 (2011)
»Trotz ganzheitlicher Problemsicht und eines komplexen Verständnisses von Evaluation verlieren die drei Expertinnen nicht die museumspraktische Bodenhaftung.«
Mitteilungen, 1 (2010)
»Insgesamt reiht sich der Sammelband in die aktuelle Forschungsdebatte um zeitgemäße Objektpräsentationen oder die Ausstellbarkeit von Literatur oder Musik ein und gibt durch die genauen Innenansichten der Beiträge Anstöße zu weiteren Fragen. Durch die Themenvielfalt bietet der Band eine kurzweilige Lektüre und einen abwechslungsreichen Überblick, in dem jeder Leser seinen Interessen folgen kann [...].«
Antje Coburger, KULT_online, 25 (2010)
»[Der Band] liefert ein buntes und reichhaltiges Bild einer Institution im permanenten Wandel – und macht Lust auf mehr: mehr Museum und mehr wissenschaftliche Auseinandersetzung damit.«
Dr. Bärbel Maul, Fachbuchjournal, 10/11 (2010)
»Mit diesem sehr anregenden und verdienstvollen Band wird exemplarisch eine Art Rechenschaftsbericht des museologischen Ansatzes vorgelegt, der dessen Fruchtbarkeit belegt.«
Christian M. Geyer, www.sehepunkte.de, 10 (2010)
Besprochen in:

H-Soz-u-Kult, 11.10.2010, Thomas Thiemeyer
Mitteilungen, 39 (2010)
[Umrisse], 1 (2011), Katja Wiederspahn
Public Marketing, 5 (2011)
Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde, (2011), Esther Gajek
Mitteilungsblatt, 8 (2012)
Autor_in(nen)
Kurt Dröge / Detlef Hoffmann (verst.) (Hg.)
Buchtitel
Museum revisited Transdisziplinäre Perspektiven auf eine Institution im Wandel
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
382
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1377-3
DOI
Warengruppe
1581
BIC-Code
GM
BISAC-Code
ART059000
THEMA-Code
GLZ
Erscheinungsdatum
2010-04-15
Auflage
1
Themen
Museum
Adressaten
Museumswissenschaft, Kunstgeschichte, Geschichte, Kulturwissenschaften
Schlagworte
Museum, Ausstellungen, Ausstellungskonzept, Museologie, Museumswissenschaft, Museumstheorie, Geschichte des Museums, Museumspädagogik, Kunstgeschichte

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