Telenovelas und kulturelle Zäsur

Intermediale Gattungspassagen in Lateinamerika

Die Telenovela ist im Zuge der Globalisierung in den verschiedensten Ländern beheimatet. Doch um was für ein TV-Genre handelt es sich? Jenseits von Kulturkritik und Rechtfertigungsrhetorik untersucht Joachim Michael die Telenovela als Ergebnis des medialen Umbruchs der lateinamerikanischen Kulturen. Er zeigt, dass die Telenovela mehr als nur ein Format ist – sie markiert eine spezifische Kultur, deren eigentümliche Faszination sich aus dem televisionären Blickregime des Genres speist. Zudem ist sie in der lateinamerikanischen Moderne und ihrem Begehren nach nationaler Emanzipation verwurzelt. Hierin finden sich die Voraussetzungen für die allabendliche ›Tele-ImagiNation‹ der Gattung.

34,80 € *

2012-04-05, 404 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1387-2

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Joachim Michael

Joachim Michael, Universität Hamburg, Deutschland

... mit Joachim Michael

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Das Buch geht der Frage nach, welche kulturelle Bedeutung den Telenovelas in Lateinamerika zukommt. Sie ist mit kulturkritischen Kategorien kaum zu beantworten. Vielmehr geht es darum, die eigenartige ›Telenovela-Kultur‹ zu konturieren, die sich seit einem halben Jahrhundert in Lateinamerika herausgebildet hat. Dies ist bisher noch nicht geleistet worden. Eine solche Aufgabe erscheint jedoch als unerlässlich, um die Besonderheit der lateinamerikanischen Medienkulturen der Gegenwart zu erfassen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Arbeit sucht einen schwierigen Weg jenseits von Apologie und Apokalyptik. Das Buch fragt nach einem kritischen Standpunkt, von dem aus nicht zuletzt die Hegemonie des TV-Genres zu problematisieren ist. Zugleich soll den postkolonialen Voraussetzungen von Entwicklung und Rezeption der Gattung Rechnung getragen werden. Das Phänomen der Telenovela geht jedoch über die Gattung hinaus. Mit ihm geht ein kultureller Wandel einher, den es in seiner historischen Einmaligkeit zu skizzieren gilt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das romanistische Ziel ist, unter Berücksichtigung des bisher vergleichsweise wenig gewürdigten Fernsehens die audiovisuelle Kultur in Lateinamerika zu erforschen. Zugleich besteht der Anspruch, die medienwissenschaftliche Debatte mit der Erarbeitung des Konzepts der intermedialen Gattungspassage anzustoßen. Dieses soll mit der Erörterung des instabilen Verhältnisses von Medium und Gattung einen Beitrag zur Analytik medienkulturellen Wandels leisten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Romanist/-innen, Lateinamerikanist/-innen, Kulturwissenschaftler/-innen, Medienwissenschaftler/-innen, mit Kulturschaffenden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Es spürt dem zutiefst fremden Blick nach, den die Telenovela am Rande der Gutenberg-Galaxis aufruft.

»Die Stärke der Untersuchung liegt [...] in ihrem Fokus auf medienwissenschaftliche, ökonomische und historische Aspekte des Umgangs mit populären Serienstoffen, die durch rein ethnografische Zugangsweisen leicht aus dem Blickfeld geraten können.«
Christine Hämmerling, kulturen, 2 (2011)
Autor_in(nen)
Joachim Michael
Buchtitel
Telenovelas und kulturelle Zäsur Intermediale Gattungspassagen in Lateinamerika
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
404
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1387-2
DOI
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFDT APT JFC
BISAC-Code
PER010030 SOC022000
THEMA-Code
JBCT2 JBCC
Erscheinungsdatum
2012-04-05
Auflage
1
Themen
Fernsehen
Adressaten
Medienwissenschaft, Romanistik, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Telenovela, Fernsehen, Medienkultur, Brasilien, Mexiko, Cultural Studies, Popkultur, Medienwissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung