Theater und Fiktion

Spielräume des Fiktiven in Inszenierungen der Gegenwart

Das Wechselverhältnis von Wahrnehmung, Körper und Sprache ist konstitutiv für das Theater – und ebenso für theatrale Fiktion. Die Konsequenzen dieses Zusammenhangs sind für die theoretische Beschreibung von theatralen Fiktionalisierungsprozessen und deren Anwendung am konkreten Gegenstand bisher kaum ausgeschöpft worden.

Stephanie Metzger entwickelt eine Theorie der theatralen Fiktion, indem sie theatrale Spielräume des Fiktiven auffächert und als Prozesse des Intermedialen konzipiert. Anhand von vier Beispielen der aktuellen Theaterpraxis, Inszenierungen von Jossi Wieler, Guy Cassiers, Johan Simons und Rimini Protokoll, erfolgt eine Analyse dezidiert theatraler Fiktionalisierungsprozesse, die das historisch gewachsene und unterschiedlich bewertete Verhältnis von Fiktion des literarischen Textes und fiktionaler Komponenten der Aufführung in neue Perspektiven rückt.

35,80 € *

2010-04-08, 406 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1399-5

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Stephanie Metzger

Stephanie Metzger, Bayerische Theaterakademie August Everding und Institut für Theaterwissenschaft München, Deutschland

... mit Stephanie Metzger

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Prozessen der Fiktionalisierung im Theater wurde bisher nicht umfassend geleistet. Diese Lücke versucht meine Arbeit zu schließen und an Beispielen zu veranschaulichen. Genauigkeit und begriffliche Differenzierung erscheinen mir dabei als wesentlich für Theorie und Praxis und gerade detaillierte Beschreibungen und Analysen von Inszenierung des Gegenwartstheaters sind immer wieder eine wichtige Herausforderung in der Beschäftigung mit dem Theater.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Phänomen der Fiktion wird aus einer genuinen Theater-Perspektive heraus behandelt und in Bezug auf die Grundsituation des Theaters, also in Bezug auf die Kopräsenz von Performern und Zuschauern beschrieben. Gleichzeitig werden Inszenierungen ins Blickfeld gerückt, die sich darüber hinaus immer auch der Verarbeitung von literarischen Texten stellen. Wie das Verhältnis von textuellen Verfahrensweisen und inszenatorischen Strategien theatrale Fiktionalisierungsprozesse ermöglicht und gestaltet ist zentraler Gegenstand.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Auslotung des Grenzbereichs zwischen Fiktion und Realität ist eine aktuelle Tendenz in der Theaterpraxis. Die wissenschaftliche Forschung war zunächst vorrangig daran interessiert, das Spiel mit realitätsnahen oder dokumentarischen Formen in den Blick zu nehmen. Der Begriff der Fiktion erscheint dabei gebucht für eher konventionelle, Text- bzw. Drama-basierte Inszenierungsformen. Dass die neuen Tendenzen nun auch für Inszenierungen von literarischen Texten fruchtbar gemacht werden, sich Fiktionalisierung komplexer gestaltet und thematische Aspekte der literarischen Vorlagen buchstäblich theatralisiert werden, machen die vier Analysen deutlich.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit den Theatermachern und den Zuschauern der vier Beispielinszenierungen. Der Bezug von theoretischer Beschreibung aktueller Theaterformen zu deren konkreten individuellen Gestaltung bzw. Wahrnehmung ist wichtig, spannend, herausfordernd und immer sehr lehrreich.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch macht theatrale Fiktion theoretisch fassbar und veranschaulicht, wie komplex und bereichernd es ist, wenn Literatur und Theater auf der Bühne in ein Zusammenspiel treten.

Besprochen in:

GERMANISTIK, 51/3-4 (2010)
Autor_in(nen)
Stephanie Metzger
Buchtitel
Theater und Fiktion Spielräume des Fiktiven in Inszenierungen der Gegenwart
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
406
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1399-5
DOI
10.14361/transcript.9783839413999
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN DSB
BISAC-Code
PER011020 LIT000000
THEMA-Code
ATD DSB
Erscheinungsdatum
2010-04-08
Auflage
1
Themen
Theater
Adressaten
Theaterwissenschaft, Literaturwissenschaft
Schlagworte
Theater, Fiktion, Intermedialität, Inszenierungsanalyse, Jossi Wieler, Guy Cassiers, Johan Simons, Rimini Protokoll, Theaterwissenschaft, Allgemeine Literaturwissenschaft

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