Fragmentierte Familien

Brechungen einer sozialen Form in der Moderne

»Deutsche Mutter«, »Heilige Familie«, »Retortenbaby«. Dieser Band beleuchtet Wandlungen der Familien und des Familienbildes im Übergang von einer stratifikatorischen zu einer funktionalen Gesellschaftsform aus den Perspektiven der Rechtsgeschichte, Literaturwissenschaft, Soziologie, Kunstgeschichte und Theologie. Zwar spielte die Kernfamilie in allen Gesellschaftsformen der Menschheitsgeschichte eine Rolle und ist keineswegs eine Erfindung der bürgerlichen Gesellschaft – jedoch erlebte sie in der Sattelzeit zwischen 1750 und 1850 einen tiefgreifenden Wandel, der sich an Beispielen aus der bildenden Kunst und Literatur genauso zeigen lässt wie an gewandelten Rechtsvorstellungen.

26,80 € *

2010-08-04, 238 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1400-8

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Inge Kroppenberg

Inge Kroppenberg, Universität Regensburg, Deutschland

Martin Löhnig

Martin Löhnig, Universität Regensburg, Deutschland

... mit Martin Löhnig

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Sie kommen aus einer Familie, in der die Welt noch heil ist? Alle brav verheiratet? Viele, viele Kinder? Klare und klassische Rollenmodelle? Keine Ehescheidungen weit und breit? Keine Seitensprünge? Keine unehelichen Kinder? Keine Kinder aus dem Reagenzglas? Kein Inzest? Kein Patchwork? Keine Familientragödien? Dann brauchen Sie das Buch trotzdem, denn was nicht ist, kann ja noch werden. Und bis dahin sollten Sie wissen, warum.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Einen interdisziplinären Blick auf Krise und Zerfall einer vormodernen sozialen Form in der Moderne als kulturgeschichtlicher Prozess.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In der Moderne sind neue Möglichkeiten der simultanen und sukzessiven Bildung neuer Partnerschaften und damit neue Bilder von Elternschaft, Kindschaft und Familie entstanden. Dieser Entwicklungsprozess ist genauso wie die gesellschaftliche Bewertung und Selbstdeutung dieser fragmentierten Familien seither ebenso ein Standardthema in der sozialwissenschaftlichen, theologischen und psychologischen Literatur, wie sie Rechtswissenschaftler beschäftigt und Literaten inspiriert hat.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Napoléon, dem Schöpfer der ersten modernen Familienrechtskodifikation. Mit Johann Gottlieb Fichte, der meinte, die Ehe höre auf, wenn die Liebe aufhöre. Mit Tony Buddenbrook, die immer an die Familie geglaubt hat. Mit dem Rechtsausschuss des Deutschen Bundestags, der nicht so genau weiß, was er sich unter Familie vorstellen soll. Und mit Hägar, dem Schrecklichen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Sind wir nicht alle irgendwie fragmentiert? Ein Buch für Leser, die zentrale Fragen des Lebens gerne kulturwissenschaftlich behandeln.

Besprochen in:

lehrerbibliothek.de, 13.09.2010, Oliver Neumann
GERMANISTIK, 52/3-4 (2012)
Autor_in(nen)
Inge Kroppenberg / Martin Löhnig (Hg.)
Buchtitel
Fragmentierte Familien Brechungen einer sozialen Form in der Moderne
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
238
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1400-8
DOI
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB DSB HRA
BISAC-Code
HIS054000 LIT000000 REL000000
THEMA-Code
NHTB DSB QRA
Erscheinungsdatum
2010-08-04
Auflage
1
Themen
Kulturgeschichte, Familie
Adressaten
Rechtsgeschichte, Literaturwissenschaft, Kulturgeschichte, Soziologie
Schlagworte
Familie, Familialer Wandel, Kultur, Geschichte, Rechtsgeschichte, Inzest, Kulturgeschichte, Allgemeine Literaturwissenschaft, Religionswissenschaft, Familiensoziologie, Kulturwissenschaft

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