Unternehmen Wissenschaft

Ausgründungen als Grenzüberschreitungen akademischer Forschung

Forschungsinstitute vermehren nicht nur das Wissen der Gesellschaft – sie können auch einen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Wertschöpfung leisten. Akademische Ausgründungen gelten in diesem Zusammenhang als die Paradeform der Verwertung wissenschaftlichen Wissens. Die Studien in diesem Buch führen vor, wie das Aufeinandertreffen von wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Rationalität in den Praktiken von Spin-offs organisatorisch, pragmatisch und lebensbiographisch gelingt – oder misslingt.

Indem er wissenschaftsbasierte Unternehmungen zum Gegenstand der (wissenschafts-)soziologischen Reflexion macht, trägt der Band zu einer Diskussion bei, die bislang von wirtschaftswissenschaftlichen Ansätzen dominiert war.

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2010-03-05, 200 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1401-5

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Holger Braun-Thürmann

Holger Braun-Thürmann, Universität Hamburg und Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Deutschland

Andreas Knie

Andreas Knie, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung/Technische Universität Berlin, Deutschland

Dagmar Simon

Dagmar Simon, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Deutschland

... mit Dagmar Simon

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Gegenfrage: Warum fällt es Forschern angesichts eines propagierten Ausgründungs- und Wissenstransferhypes schwer, ihre Ergebnisse zu kommerzialisieren? Mit diesem Buch diskutieren wir die Bedeutung und spezifische Form von akademischen Ausgründungen (Spin-offs) als Grenz- und Überlappungsphänomene zwischen den Systemen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Es beleuchtet zudem die lebensbiographische Situation der Grenzgänger, die im Widerspruch unterschiedlicher Referenzsysteme leben: Reputation als pay-off der Wissenschaft konfligiert mit wirtschaftlicher Kommerzialisierung.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Normalerweise sind Spin-offs selbst das Untersuchungsobjekt, v.a. in den Wirtschaftswissenschaften: Wie viele gibt es, wie viel Wachstum erzeugen sie und v.a. wie schnell gehen sie pleite? Wir betrachten sie jedoch zudem als eine Art Forschungssonde, um Erkenntnisse über Veränderungen in den Praktiken und der Organisation von Wissenschaft ziehen zu können. In der Wissenschaftsforschung wurde vielfach behauptet – und dies z.T. auf der Grundlage dünner Empiriebefunde –, dass Wissen reflexiv, d.h. durch Anwendung und Rückkopplungen produziert wird. Die Ergebnisse unserer Studien bestätigen dies jedoch nur teilweise.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Spin-offs wird ein hohes Innovations-, Wachstums- und Beschäftigungspotential attestiert. Die Wirtschafts- und Politikwissenschaften rätseln jedoch, warum ihnen trotz reichhaltiger Förderangebote kein großer Erfolg bestellt ist. Doch es wurde kaum soziologisch hinterfragt, warum ein Forscher ausgründet, ob er gleichzeitig Wissenschaftler bleibt und ob dies von seinen Fachkollegen goutiert wird. Kann er durch die ›Anwendung‹ und Verwertung seiner wissenschaftlichen Ergebnisse Wertvolles für die eigene Forschung rückgewinnen?

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Georg Schütte

5. Ihr Buch in einem Satz:

Spin-offs sind der kleinste gemeinsame Nenner intersystemischer Kommunikation und geben Aufschluss über neue Grenzüberschreitungen und Grenzziehungen von Wissenschaft und Wirtschaft.

»Durch Fallbeispiele und -studien wird das Thema lebensnah behandelt, wodurch Interessierte einen guten Eindruck von der Gründung und dem Betrieb eines Spin-off-Unternehmens bekommen.«
wissenschaftsmanagement, 5 (2010)
Buchtitel
Unternehmen Wissenschaft Ausgründungen als Grenzüberschreitungen akademischer Forschung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
200
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1401-5
DOI
10.14361/transcript.9783839414019
Warengruppe
1724
BIC-Code
PDR JHB KJU
BISAC-Code
SCI075000 SOC026000 BUS085000
THEMA-Code
PDR JHB KJU
Erscheinungsdatum
2010-03-05
Auflage
1
Themen
Wirtschaft, Wissenschaft
Adressaten
Soziologie, Politologie, Innovationsforschung, Hochschulforschung, Wirtschaftswissenschaften
Schlagworte
Unternehmensgründung, Entrepreneurship, Wissenschaftspolitik, Wissenschaftsforschung, Innovation, New Mode of Knowledge Production, Technologietransfer, Wissenschaft, Wirtschaft, Wissenschaftssoziologie, Wirtschaftssoziologie, Organisationssoziologie, Arbeits- und Industriesoziologie, Soziologie

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