Unorte

Spielarten einer verlorenen Verortung. Kulturwissenschaftliche Perspektiven
(unter Mitarbeit von Simone Leidinger und Sarah Wendel)

Seit mehreren Jahren haben sich Raumtheorien als produktive Katalysatoren kulturwissenschaftlicher Untersuchungen bewiesen. Offen blieb dabei bisher, was die Negation des Räumlichen – ein ›Unort‹ – in kulturwissenschaftlichen Kontexten zu leisten imstande ist.

Die Beiträge dieses Bandes bieten eine nach Michel Foucault, Michel de Certeau und Marc Augé erarbeitete theoretische Auffächerung des Begriffs und erproben sie an Objekten aus verschiedenen Disziplinen.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seite 1
  2. Editorial

    Seiten 2 - 4
  3. INHALT

    Seiten 5 - 8
  4. Einleitung: Das Konzept des Unorts

    Seiten 9 - 28
  5. Filmische Unorte in Lars von Triers Dogville

    Seiten 31 - 52
  6. Ver(un)ortungen im frühneuzeitlichen Raum Europa-Amerika Jesuitische Reisebeschreibungen und -berichte um 1700

    Seiten 53 - 74
  7. Unort Minne Raumdekonstruktionen als Neukonzeptualisierung der Minne im späthöfischen Sang

    Seiten 75 - 106
  8. Unerhörtes Singen und die Performativität des Unortes Aufführungsräume in der Sangspruchdichtung

    Seiten 107 - 134
  9. Glückliche und unglückliche Orte Versuch über literarische und musikalische Reisen zu Unorten im 19. und 20. Jahrhundert bei Jules Verne, Franz Schubert, Franz Liszt und Mauricio Kagel

    Seiten 135 - 156
  10. Hören, Gehen und Sehen. Schrift, Raum und Bild Zur verunörtlichenden Medialität der Simultanbühne des Geistlichen Spiels

    Seiten 159 - 178
  11. ?Schauplatz? / ?Theatrum? Heterotopien des Wissens und die Naturgeschichte im 18. Jahrhundert

    Seiten 179 - 206
  12. Raum - Zeit - Fluss Das Zeitfluss-Festival als dynamischer Unort

    Seiten 207 - 230
  13. Burg Wildenberg Von der Reaktualisierung eines Unorts

    Seiten 231 - 262
  14. Theben als Unort in der Literatur der frühen Kaiserzeit Der Prolog des senecanischen Oedipus

    Seiten 265 - 290
  15. Das Goldene Vlies und das mythische Außerhalb des Höfischen Narrative Spekulationen über das Andere von Minne und Aventiure in Konrads von Würzburg Trojanerkrieg

    Seiten 291 - 310
  16. Arkadien als literarisches Heterotop

    Seiten 311 - 340
  17. Ausweitung der Zwischenzone Phantastische Raumkomposition bei Kubin und Kafka

    Seiten 341 - 374
  18. AUTORINNEN UND AUTOREN

    Seiten 375 - 380
  19. Backmatter

    Seiten 381 - 382
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34,80 € *

2010-10-22, 382 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1406-0

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Matthias Däumer

Matthias Däumer, Universität Wien, Österreich

Annette Gerok-Reiter

Annette Gerok-Reiter, Eberhard Karls Universität Tübingen, Deutschland

Friedemann Kreuder

Friedemann Kreuder, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland

... mit Matthias Däumer

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Wäre die Raumtheorie ein rein abstraktes Unterfangen, müsste sich das Buch diesen Vorwurf aufgrund einer selbstbezüglichen Theorieverliebtheit gefallen lassen. Doch die Mechanismen, mit denen Menschen ›Orte‹ zu ›Räumen‹ machen, die Handlungen, die eine bloß physikalische ›Umgebung‹ zu unserer ›Lebenswelt‹ machen, sind omnipräsent, betreffen alltäglichste Verrichtungen und gehören zu den elementaren Vorgängen kultureller Produktion und Rezeption.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es gibt schon seit längerem, besonders seit den 1960er Jahren, Bemühungen, das Erschließen von Räumen wissenschaftlich zu beschreiben. Der Begriff des ›Unorts‹ wurde dabei bisher nicht bedacht und das, obwohl er in vielfachen Bedeutungen in unserem Sprachgebrauch auftaucht und diverse Assoziationen in sich birgt. Aus der Betrachtung der Negation wollen wir rückwirkend neue Erkenntnisse über ›Ort‹ und ›Raum‹ gewinnen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der so genannte ›spatial turn‹ gehörte bei kulturellen und soziologischen Analysen zu den wissenschaftlich besonders zentralen Themen der vergangenen Jahre. Die räumliche Betrachtung erwies sich als besonders ertragreiche Perspektive für kulturwissenschaftliche Analysen von Literatur, Film, bildnerischen Künsten und allen performativen Künsten. Dennoch wurde der Raumtheorie oftmals das Label ›Mode‹ verpasst. Man unterstellte ihr implizit eine nur kurze Haltbarkeit. Die ›Unorte‹ verstehen sich als ein Projekt, das den Modecharakter des ›spatial turns‹ negiert, um einerseits neue Facette aufzuzeigen und andererseits Anstoß zur Weiterführung zu geben.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Da sich die Kontaktierung der beiden Haupttheoriegeber dieses Bandes, Michel Foucault und Michel de Certeau, als schwierig erweisen könnte, soll die Diskussionsbereitschaft ohne konkrete Namensnennung auf all die ausgeweitet sein, die den ›Raum‹ als zentralen Fokus ihrer Betrachtungen verwenden und gewillt sind, den spatial turn noch um ein paar Windungen weiter zu drehen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Für wen die Betrachtung des Ortes Sinn ergibt, sollte die des Unorts nicht unsinnig sein.

Besprochen in:

www.nextroom.at, 12(2010)
Stadt und Raum, 2 (2011)
KULT_online, 27 (2011), Thomas Edeling
Stadt und Raum, 2 (2012)
Buchtitel
Unorte Spielarten einer verlorenen Verortung. Kulturwissenschaftliche Perspektiven
(unter Mitarbeit von Simone Leidinger und Sarah Wendel)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
382
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1406-0
DOI
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB JFC JHB RGC
BISAC-Code
HIS054000 SOC022000 SOC026000
THEMA-Code
NHTB JBCC JHB RGC
Erscheinungsdatum
2010-10-22
Auflage
1
Themen
Kultur, Raum
Adressaten
Theaterwissenschaft, Mediävistik, Kunstwissenschaft, Filmwissenschaft, Klassische Philologie
Schlagworte
Raumtheorie, Heterotopie, Nicht-Orte, Foucault, De Certeau, Augé, Raum, Kultur, Kulturgeschichte, Kulturtheorie, Kulturwissenschaft

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