Die Zerbrechlichkeit des Wahren

Richard Rortys Neopragmatismus und Adornos Negative Dialektik

Das Zentrum der Philosophie Rortys bildet keine – wie oftmals angenommen – neue Spielart des Relativismus, sondern die Kritik am philosophischen Fundierungsanspruch. Bernd Kronenberg rekonstruiert das neopragmatische Modell hinter dieser Kritik, das von sozialen Praktiken statt von Wissensfundamenten ausgeht. Hieran knüpft der Versuch einer Neuinterpretation der Negativen Dialektik Adornos an: Jener Fundierungsanspruch bestätigt die Vorherrschaft identifizierenden Denkens, das durch die gesellschaftlichen Praktiken der Gleichsetzung in der Realität verankert ist, die das Denken ihrerseits prägt. Das Buch entfaltet diese Dialektik im sprachphilosophischen, erkenntnis- und gesellschaftstheoretischen Kontext.

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2010-05-10, 386 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1410-7

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Bernd Kronenberg

Bernd Kronenberg, Deutschland

... mit Bernd Kronenberg

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil es sich mit der Welt auseinandersetzt und zeigen möchte, warum ein Verhältnis zwischen Mensch und Natur nicht gelingen kann, das durch einen praktizierten Anthropozentrismus gekennzeichnet ist. Ein Zentrismus, der das Handeln und Erkennen gleichermaßen betrifft und der heute mehr denn je der aufklärenden Selbstreflexion bedarf. Dieser Dringlichkeit versuche ich in meiner Auseinandersetzung mit Rorty und Adorno im erkenntnis- und wahrheitstheoretischen Kontext nachzukommen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Pragmatismus und Negative Dialektik konvergieren aus meiner Sicht in ihrem teilweise impliziten Wahrheitsverständnis, das die normativ-praktische Dimension sowohl gelingender Intersubjektivität als auch eines gelingenden Naturverhältnisses beinhaltet. An diese Modelle anknüpfend zeige ich, wie sich ›fundamentale‹ Fragen der Erkenntnis anhand sozialer Praktiken erörtern lassen, und zwar mit kritischem Blick darauf, inwieweit diese Praktiken ein gelingendes Naturverhältnis ermöglichen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Noch immer entzündet sich zwischen philosophischen Schulen der Streit daran, welcher methodische oder epistemologische Ansatz unser Wissen am besten zu fundieren vermag. Adornos dialektische Kritik an solchen Fundierungsansprüchen ist dagegen bis jetzt kaum beachtet worden. Indessen wird Rortys pragmatische Kritik an diesen Ansprüchen als relativistisch abgetan. Deshalb sollen die fundierungskritischen Motive dieser Autoren erneut in den philosophischen Diskurs eingebracht werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten mit denen, die sich sicher sind, gute Gründe zu haben, Rorty postmoderner Unverbindlichkeit zuzuordnen. Dann mit denen, die mir zahlreiche Gründe nennen können, warum die Philosophie Adornos nicht mehr aktuell ist. Schließlich mit denen, die meinen, diese beiden Denker hätten kaum etwas miteinander gemeinsam.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Hoffnung statt Erkenntnis, so der Titel eines Aufsatzes Rortys. Mein Buch möchte dagegen halten: Ich hoffe, um zu erkennen.

Autor_in(nen)
Bernd Kronenberg
Buchtitel
Die Zerbrechlichkeit des Wahren Richard Rortys Neopragmatismus und Adornos Negative Dialektik
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
386
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1410-7
DOI
10.14361/transcript.9783839414101
Warengruppe
1521
BIC-Code
HPK HPCF HPS
BISAC-Code
PHI004000 PHI020000 PHI034000
THEMA-Code
QDTK QDHR3 QDTS
Erscheinungsdatum
2010-05-10
Auflage
1
Themen
Sozialität, Sprache
Adressaten
Philosophie, Soziologie
Schlagworte
Pragmatismus, Dialektik, Erkenntnistheorie, Sozialphilosophie, Sprachphilosophie, Rorty, Adorno, Sozialität, Sprache, Kritische Theorie, Philosophie

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