Organismus und Gesellschaft

Der Körper in der deutschsprachigen Literatur des Realismus (1830-1930)

Wie reagieren bürgerliche Autoren im 19. Jahrhundert auf die Herausforderungen der Physiologie und des Darwinismus? Welches ästhetische Körperbegehren drückt sich in literarischen Darstellungen von Fotografie und Spiritismus aus? Dieser Band untersucht die bisher vernachlässigte Darstellung des Körpers in der deutschsprachigen Literatur des Realismus im Zusammenhang mit Prozessen der Verwissenschaftlichung und Technisierung. Die Beiträge verstehen sich als Beitrag zu einer literarischen Anthropologie: Sie porträtieren Inszenierungsfelder des Leiblichen in einer Zeit tiefgreifender Verunsicherung und zeigen die Literatur auf dem Weg in die Moderne.

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2011-03-31, 218 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1417-6

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Christiane Arndt

Christiane Arndt, Queen's University Kingston Ontario, Kanada

Silke Brodersen

Silke Brodersen, Tufts University und Harvard, USA

... mit Silke Brodersen und Christiane Arndt

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Das 19. Jahrhundert prägt das heutige Körperbild entscheidend und mit diesen Wurzeln beschäftigt sich der Band. Das Aufkommen der physiologischen Wissenschaften, die Verwaltung und industrielle Nutzung des Körpers stellten eine bis dahin nicht gekannte Herausforderung für das geistig-soziale Wesen des Menschen dar. Die Strategien realistischer Autoren, die neuen Körperwirklichkeiten philosophisch-poetisch zu verarbeiten, bieten wichtige Fingerzeige auch für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der Band bringt erstmals die Körperthemen zusammen, die für die Literatur des 19. Jahrhunderts zentral waren. Dabei untersuchen die Beiträge Prozesse der ›Verstofflichung‹ des Körpers und Strategien ihrer literarischen Bewältigung jenseits eines reduktiven Materialimus. Die Essays zeigen, dass die Texte des Realismus der Auflösung traditioneller Körperbilder neue, modulare Subjektivitätskonzepte entgegensetzen, welche die kulturelle Modernisierung des Körpers entscheidend vorantreiben.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Thema ›Körper‹ ist trotz seiner kulturwissenschaftlichen Popularität in Hinblick auf die deutschsprachige Literatur des Realismus kaum beachtet worden. Die Beiträge zeigen den Körper als Teil des breiten Wissensprojektes der Moderne, ohne ihre Aufmerksamkeit auf thematische Darstellungen des Leibes zu verengen. Damit verdeutlicht der Band eine bisher nicht beachtete Kontinuität des Körperdiskurses im bürgerlichen Realismus zwischen der Goethezeit und den experimentellen Texten des 20. Jahrhunderts.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Elaine Scarry, Professorin an der Harvard Universität, die über Leiblichkeit als Fundament des handelnden Subjekts und über die Aufladung von Sprache mit materieller ›Substanz‹ geschrieben hat.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch untersucht Poetologien des Körpers in der realistischen Literatur des 19. Jahrhunderts und zeigt deren Bedeutung für die anbrechende Moderne.

Autor_in(nen)
Christiane Arndt / Silke Brodersen (Hg.)
Buchtitel
Organismus und Gesellschaft Der Körper in der deutschsprachigen Literatur des Realismus (1830-1930)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
218
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1417-6
DOI
10.14361/transcript.9783839414170
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB JHB
BISAC-Code
LIT004170 LIT000000 SOC022000
THEMA-Code
DSB JHB
Erscheinungsdatum
2011-03-31
Auflage
1
Themen
Körper, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Kulturgeschichte, Medienwissenschaft
Schlagworte
Körper, Literatur, 19. Jahrhundert, Realismus, Naturalismus, Literarische Anthropologie, Germanistik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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