kreativ prekär

Künstlerische Arbeit und Subjektivität im Postfordismus

In der Arbeits- und Organisationsforschung wird seit einigen Jahren ein Leitbild diskutiert, das Künstler als flexible, autonome und selbstverantwortliche Subjekte der »Projektpolis« »anruft« und bestimmt. An diese Diskussion anknüpfend und vor dem Hintergrund poststrukturalistischer Philosophien weist Bernadette Loacker auf die prekären Effekte hin, die mit der Heroisierung fragmentierter und unsicherer, aber dafür »kreativer und spielerischer« Arbeits- und Lebensformen einhergehen können. Am Beispiel von Theaterarbeit verdeutlicht sie zugleich, dass Subjektivität diskursiv nicht determiniert werden kann, sondern Individuen normative Erwartungen und Subjektideale auf unterschiedlichste Weise rekreieren.

32,80 € *

2010-10-28, 454 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1418-3

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Bernadette Loacker

Bernadette Loacker, Wirtschaftsuniversität Wien, Österreich

... mit Bernadette Loacker

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Es analysiert am Beispiel von Theaterarbeit die subjektivitätskonstituierenden Wirkungen, die mit flexiblen, projektbasierten Organisationsformen von Arbeit verbunden sein können. Darüber hinaus hinterfragt es, warum das Kunstfeld und dessen Akteure zu Leitbildern der ›schönen neuen Arbeitswelt‹ gemacht werden. Die Diskussion prekärer Effekte einer ›Verherrlichung‹ kreativer, autonomer und selbstverantwortlicher Arbeits- und Lebensstile scheint eine notwendige zu sein.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es versucht aufzuzeigen, warum ›der Künstler‹ als Rollenmodell neoliberaler Subjektivität skizziert wird. Dabei arbeitet es die wesentlichen gouvernementalen Strategien heraus, über die Individuen heute zu unternehmerischen und künstlerischen Subjekten gemacht werden (sollen). Die Arbeit verdeutlicht aber auch, dass der Prozess der Subjektivierung weder linear noch widerspruchslos verläuft; Individuen falten normative Erwartungen in ihren Selbstrelationen auf unterschiedlichste Weise um.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Analyse der Ambivalenzen und Wirkungen neuer Organisationsformen von Arbeit auf die Subjektivität und Lebenswelt von arbeitenden Menschen findet nicht nur in der kritischen Organisations- und Managementforschung zunehmende Beachtung. Die empirische Untersuchung künstlerischer Subjektivierungsprozesse, insbesondere auf Basis von Foucaults Gouvernementalitäts- und Subjektkonzeption, scheint zudem einen Beitrag zur aktuellen Diskussion poststrukturalistischer Identitätstheorien zu leisten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit all jenen, die sich überlegen, wie etablierte gesellschaftliche Machtstrukturen so umgestaltet werden können, dass mehr Menschen von den Freiheiten und Möglichkeiten, die die ›Projektpolis‹ eröffnet, profitieren können. Mit jenen, die auch danach fragen, wie wir eine Kritik entwickeln können, die nicht von den Logiken des flexiblen ›kulturellen Kapitalismus‹ absorbiert wird. Und selbstverständlich mit allen Kulturpolitikern, die um eine Verbesserung der Lebenssituation von Künstlern bemüht sind.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Es zeigt am Beispiel künstlerischer Selbstbeziehungen, wie man seinem Leben eine ethisch-ästhetische Form geben kann, die nicht diskursiven Normen und ›Wahrheiten‹ folgt.

»[Der Band] ist eine Bereicherung der aktuellen wissenschaftlichen Arbeiten und Forschungen, welche sich mit individualisierten und projektbasierten Organisationsformen in der Arbeitswelt beschäftigen. Das Thema ist aktuell von großer Bedeutung. Die Analyse zeigt, wie wichtig es ist, die Entwicklung am Arbeitsmarkt genauer zu untersuchen und zu hinterfragen. Ein wichtiges Buch für jeden, der sich mit aktuellen Arbeitsphänomenen auseinandersetzt.«
Andreas Hudelist, www.socialnet.de, 02.05.2011
»Es ist ein Buch, das gerade für alle Betroffenen hochinteressant ist und auch die eigene Lebenssituation offenlegen kann.«
Imre Withalm, thegap, 112 (2010)
Autor_in(nen)
Bernadette Loacker
Buchtitel
kreativ prekär Künstlerische Arbeit und Subjektivität im Postfordismus
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
454
Ausstattung
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-1418-3
DOI
10.14361/transcript.9783839414187
Warengruppe
1724
BIC-Code
JHBL KJU ABA
BISAC-Code
SOC026000 BUS085000 ART009000
THEMA-Code
JHBL KJU ABA
Erscheinungsdatum
2010-10-28
Auflage
1
Themen
Arbeit, Neoliberalismus, Kunst
Adressaten
Arbeitsforschung, Personalforschung, Organisationsforschung, Kritische Managementforschung, Business Ethics-Forschung, Theaterwissenschaft
Schlagworte
Ethische Selbstbeziehungen, Foucault, Kontrollgesellschaft, Künstlerisches Arbeitsethos, Postfordismus, Projektarbeit, Arbeit, Kunst, Neoliberalismus, Arbeits- und Industriesoziologie, Organisationssoziologie, Kunstsoziologie, Soziologie

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