Individualisierung als Standard

Über das Unbehagen an der Fertighausarchitektur

Der industrialisierte, anonyme Eigenheimbau verheißt den Käufern durch immer flexiblere Produktionsweisen eine nie da gewesene Individualität – in so unbeachteter wie überwältigender Konkurrenz zum genuin individuell geführten Dialog zwischen Bauherr und Architekt. Doch die unter Vermarktungsdiktat stehende Lebenswelt der suburbanen Wohngebiete zeigt vor allem die Aporie standardisierter Individualität.

Julia Gills grundlegende Revision anthropologischer Positionen zum Verhältnis von Individualismus und Kultur macht ihr Buch zu einem unverzichtbaren Beitrag zur aktuellen Debatte um die Chancen einer Überwindung der Zwischenstadt. Mit einem Vorwort von Karin Wilhelm.

28,80 € *

2010-10-18, 290 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1460-2

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Julia Gill

Julia Gill, Berlin, Deutschland

... mit Julia Gill

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Der Anspruch auf selbstbestimmte Gestaltung des Eigenheimes ist uns derart selbstverständlich, dass er als unveräußerliches Grundrecht erscheint. In direkter Konkurrenz zum individuell geführten Dialog zwischen Bauherr und Architekt verheißt der industrialsierte Eigenheimbau den Käufern nie da gewesene Individualität durch immer flexiblere Produktionsweisen. Doch die gebaute Realität der Einfamilienhausgebiete belegt die Aporie einer standardisierten Individualität. Mein Buch liefert hierzu eine kritische Bestandsaufnahme und befasst sich mit der Frage, warum das so ist – und ob es anders sein könnte.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Im Rückgriff auf Sigmund Freuds Unbehagen-Begriff zielt die Untersuchung auf die Veröffentlichung unbewusster, mit dem Hausbau verbundener Triebstrukturen ab, die anhand zentraler Gestaltungs- und Vermarktungsthemen im Fertighausbau diskutiert werden. Eine solche phänomenologische und zeichentheoretische ›Lektüre‹ der Stilvarianten der Häuser entschlüsselt also zugleich Charakteristika sozialer Wertschätzungen und Identität formender Leitbilder.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Dem kommerziellen Eigenheimbau wird in jüngster Zeit wachsende Aufmerksamkeit entgegengebracht. Diese gilt jedoch vor allem technischen Neuerungen oder aber vereinzelten Beiträgen bekannter Designer. Mein Buch dagegen behandelt das marktgängige Durchschnitts-Fertighaus. Vor allem jedoch ist es die kulturtheoretische Perspektive, die die Untersuchung von den beschreibenden Sammlungs- und Katalogisierungsansätzen anderer Publikationen unterscheidet.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit jedem, der ein Haus gebaut hat oder irgendwann einmal eines bauen möchte. Und mit Sigmund Freud natürlich!

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Analyse der Symbolformen des Eigenheimes und darin kompensatorisch gebündelter, mit dem Hausbau verbundenen Projektionen über ein ›glückliches Leben‹.

Besprochen in:

www.nextroom.at, 12(2010)
Bauwelt, 46 (2011), Gernot Weckherlin
Autor_in(nen)
Julia Gill
Buchtitel
Individualisierung als Standard Über das Unbehagen an der Fertighausarchitektur
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
290
Ausstattung
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-1460-2
DOI
Warengruppe
1584
BIC-Code
AM
BISAC-Code
ARC010000
THEMA-Code
AM
Erscheinungsdatum
2010-10-18
Auflage
1
Themen
Stadt, Architektur
Adressaten
Architektur, Städtebau, Soziologie
Schlagworte
Eigenheim, Fertighaus, Architektur, Individualismus, Stadt, Raum, Marketing, Warenästhetik

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung