Das Mögliche regieren

Gouvernementalität in der Literatur- und Kulturanalyse

Wie lässt sich das Mögliche regieren, ohne es zu reglementieren? Dieser Band beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Wissensformen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ›Regierung‹ im Sinne einer Organisierung und Durchformung von Gesellschaft ermöglichen, zu Konzeptionen dessen, was Robert Musil als »Möglichkeitssinn« bezeichnet hat: eine Form des Wissens, die über das Faktische, das Gegebene, das Notwendige hinausgeht.

Mit Schwerpunkt auf literarische Texte der Zwischenkriegszeit skizziert der Band ein Fächer und Disziplinen übergreifendes Wissen vom strategischen Einsatz des Möglichen, das wissenschaftliche Fragestellungen mit gesamtgesellschaftlichen Interessen und ästhetischen Fragen verbindet.

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2011-01-01, 338 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1474-9

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Roland Innerhofer

Roland Innerhofer, Universität Wien, Österreich

Katja Rothe

Katja Rothe, Universität Wien, Österreich

Karin Harrasser

Karin Harrasser, Kunstuniversität Linz, Österreich

... mit Roland Innerhofer

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

In einer einzigartigen Zusammenschau beschäftigen sich unterschiedliche kultur-, geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer mit dem Verhältnis von normativem oder faktischem Wissen zu einem ›Denken des Undenkbaren‹ (H. Kahn): die Literaturwissenschaften, wenn sie über das Verhältnis von Fakt und Fiktion nachdenken, die Historiographie in ihrer Reflexion von Ereignis und Erzählung, die politische Theorie ebenso wie die Philosophie.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Untersuchung von Diskursen aus dem Spektrum des regierenden Wissens wird in diesem Band mit der Frage verknüpft, wie sich in Relation zu solchen Wissensformen die Wahrnehmung individueller Handlungsspielräume einerseits und der Entwurf gesellschaftspolitischer Alternativen andererseits transformieren. Ausprägungen ›möglicher Welten‹, ›möglicher Gesellschaften‹ und ›möglicher Körper‹ werden mit Bezug auf eine Geschichte physischer, symbolischer und struktureller Gewalt untersucht, wobei jenen Momenten, in denen die Konstruktion imaginärer Möglichkeitswelten in Regulierungsphantasien umschlägt, besondere Aufmerksamkeit zukommt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Dass Konzeption und Ausgestaltung ›möglicher Welten‹ mit Medientechniken in Verbindung stehen, also an Apparaturen und Verfahren geknüpft sind, die im gleichen Maß die Wahrnehmung konstituieren wie das Auftauchen neuartiger epistemischer Entitäten ermöglichen, ist ein Umstand, der inzwischen in der kulturwissenschaftlichen Forschung erschlossen wurde. Die Beiträge dieses Bandes fragen aber nicht nur im Sinne einer ›Poetologie des Wissens‹ danach, wie sich Wissen formiert, innerhalb welcher Institutionen und Medienarrangements welche Wissensformen transportiert und transformiert werden, sondern auch danach, wie eine ›Epistemologie des Poetischen‹ auf Unverfügbares, Imponderables, Unkalkulierbares zugreift.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Michel Serres und Jacques Rancière.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Gesten der Ermöglichung, in denen sich wissenschaftliche mit gesellschaftlichen und ästhetischen Interessen verbinden, spornen umso mehr das Begehren nach Regierung an, je mehr sie sich ihm zu entziehen suchen.

Besprochen in:
www.cultureglobe.de, 14.02.2011
Germanistik, 53/1-2 (2012)
Buchtitel
Das Mögliche regieren Gouvernementalität in der Literatur- und Kulturanalyse
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
338
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1474-9
DOI
10.14361/transcript.9783839414743
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JFC
BISAC-Code
LIT000000 SOC022000 LIT004170
THEMA-Code
DSB JBCC
Erscheinungsdatum
2011-01-01
Auflage
1
Themen
Kultur, Politik, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Kultur- und Kunstwissenschaft, Geschichte, Soziologie, Philosophie
Schlagworte
Möglichkeitssinn, Gouvernementalität, Potentialität, Regulierung, Wissensgeschichte, Politik, Kultur, Literatur, Allgemeine Literaturwissenschaft, Kulturtheorie, Germanistik, Literaturwissenschaft

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