Das Versagen der Intellektuellen

Eine Verteidigung des Konsums gegen seine deutschen Verächter

Nichts wird von der intellektuellen Klasse schärfer kritisiert und tiefer verachtet als der alles und jeden durchdringende Konsum. Dabei stellt der massenhafte Konsum einen unverzichtbaren Bestandteil jeder auf Wohlstand abzielenden Wirtschaftsordnung dar. Dennoch einigt die Ablehnung einer »materialistischen Einstellung« Rechte wie Linke, Avantgardisten wie Bildungsbürger, Verfechter einer Elite wie Vertreter der Mittelschicht.

Thomas Hecken zeichnet in seinem Essay die Geschichte dieser Versagung von Böll bis Habermas, von der KPD bis zur CDU und von der FAZ bis zur »konkret« nach. Er entlarvt die zwiespältigen Versuche der Pop-Linken und der Neoliberalen, daran etwas zu ändern – und unternimmt schließlich selbst eine Verteidigung von Konsum und Materialismus.

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2010-09-30, 250 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1495-4

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Thomas Hecken

Thomas Hecken, Universität Siegen, Deutschland

... mit Thomas Hecken

1. «Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Der Konsum von Haushaltswaren, Mode, schönen Dingen, kulturindustriellen Erzeugnissen und touristischen Landschaften und Erlebnissen geschieht weitgehend unabhängig von Büchern zum Konsum. In dieser Hinsicht braucht das Buch niemand. Da es aber kaum intellektuelle Verteidigungen des Konsums gibt, kann das Buch einen Zweck erfüllen. Denn mit einer stärkeren Bejahung des gegenwärtigen Konsums lassen sich politische Ziele, die auf eine gleichmäßigere Beteiligung der lohnabhängigen Bevölkerung am produzierten Warenreichtum drängen, schlüssiger begründen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Wichtigkeit des Konsums sollte nicht weiter von den Leitworten der offiziellen Politik und der journalistischen und intellektuellen Artikel – Freiheit, Verantwortung, Bildung – verdeckt und überspielt werden.

3.Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen Debatten in Wissenschaft und Gesellschaft zu?

Das Buch zeigt die nach wie vor wichtige Rolle der Konsumkritik in fast allen politischen und weltanschaulichen Lagern auf, nicht nur dem der Konservativen. Die Darstellung sowie die Kritik der gegenwärtigen Konsumkritik besitzt deshalb eine breit gefächerte Bedeutung.

4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?

Die Analyse bisheriger Konsumdebatten schärft den Blick dafür, dass die Szenarien kommender demographischer Krisen und der Gefahren hedonistischer Dekadenz so alt sind wie die Abneigung gegen den alltäglichen, mittelmäßigen Konsum. Als Prognosen waren und sind die Szenarien also untauglich, als politisches Mittel bedauerlicherweise nicht.

5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit jenen, die unentwegt daran glauben, dass ein feinerer oder besonderer Geschmack einen nicht nur vom herkömmlichen Konsum distanziere, sondern auch in politischer Hinsicht wertvoll sei.

6. Ihr Buch in einem Satz:

Die Geschichte der bundesdeutschen Konsumkritik als eine Geschichte vielfachen Versagens.

»Das Buch [hat] einen positiven Effekt: Wer es gelesen hat, ist sich dessen bewusst, dass die schöngeistige Ablehnung des Konsums in erster Linie ein Geschmacksurteil der Bessergestellten ist.«
Paul-Philipp Hanske, Süddeutsche Zeitung, 24.01.2011
Besprochen in:

NZZ, 14.12.2010
Zeitschrift für Medienwissenschaft, 12 (2010), Martin Seeliger
Radio Unerhört Marburg, 02.01.2011, Nils Greiten
Deutschlandfunk-Büchermarkt, 09.03.2011, Thomas Palzer
Hamburger Abendblatt, 19.04.2011, Thomas Andre
www.literaturkritik.de, 5 (2011), Walter Delabar
GERMANISTIK, 54/3-4 (2013)
https://www.freitag.de, 04.04.2015, Katja Kullmann
Autor_in(nen)
Thomas Hecken
Buchtitel
Das Versagen der Intellektuellen Eine Verteidigung des Konsums gegen seine deutschen Verächter
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
250
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1495-4
DOI
10.14361/transcript.9783839414958
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFT JFCA
BISAC-Code
SOC026000 SOC022000 SOC041000
THEMA-Code
JBFS JBCC1
Erscheinungsdatum
2010-09-30
Auflage
1
Themen
Popkultur, Zeitdiagnose, Kulturgeschichte
Adressaten
Politologie, Soziologie, Kulturwissenschaften, Geschichte, Literaturwissenschaften, Ökonomie, Philosophie und die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Konsum, Neoliberalismus, Wohlstandsgesellschaft, Popkultur, Zeitgeschichte, Kulturgeschichte, Kulturwissenschaft

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