Poetik des Privatraums

Der architektonische Wohndiskurs in den Romanen der Neuen Sachlichkeit

Es sind nicht mehr einzig und allein die Kaufhäuser, Straßenschluchten und all die anderen öffentlichen Räume der Großstadt, die um 1920 zum Schauplatz neusachlicher Romane werden. Vielmehr dringen Autoren wie Joseph Roth, Irmgard Keun und Siegfried Kracauer gemeinsam mit Architekten wie Le Corbusier und Bruno Taut in den privaten Raum ein. Hier wird der »Neue Mensch« entworfen und Identität konstruiert; hier stellt sich die bis heute virulente Frage, wie als Mensch in den modernen Städten zu leben sei.

Mit Fokus auf dem architektonischen Wohndiskurs erweitert Ines Lauffer das Bild von der Neuen Sachlichkeit um entscheidende Aspekte – und zeigt, dass sich das Sujet als formbildend erweist.

34,80 € *

2011-09-02, 356 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1498-5

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Ines Lauffer

Ines Lauffer, freie Lektorin, Deutschland

... mit Ines Lauffer

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil es spannend ist zu erfahren, auf welchen Grundlagen unser heutiges Verständnis von Privatheit ruht und welches Bild wir von uns selbst konstruieren. Dieses Selbstverständnis und das Leben in den Städten basiert auf jenen Räumen, die in der Moderne entworfen wurden, und zwar von den Literaten der 20er Jahre gleichermaßen wie von den Architekten. Dabei bedeutet Wohnen für das literarische Feld: Schreibformen der Intimität und Nähe, die auch heute noch virulent sind.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ein in der Architekturgeschichte ausführlich untersuchter Gegenstand, nämlich das Neue Bauen in der Weimarer Republik, wird um die literarische Perspektive erweitert. Die Romane der Neuen Sachlichkeit stellen den architektonischen Wohndiskurs der 20er Jahre auf die Probe, indem sie die Möglichkeiten und Grenzen architektonischer Wunschvorstellungen vorführen. Diese Engführung von Literatur und Architektur erweitert das Bild zur Kultur der 20er Jahre.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Innerhalb der kulturwissenschaftlichen Auseinandersetzung zum ›topographical turn‹ erhält das Wohnen eine immer dominantere Rolle, hier treffen sich die unterschiedlichen Disziplinen mit unserem Alltag. Häufig wird dabei übersehen, dass der private Raum eng mit dem öffentlichen verzahnt ist und sich der städtische Raum der 20er Jahre aus dem privaten konstruiert. Literarische Subjektkonstruktionen haben deshalb auch eine politische Dimension, die den neusachlichen Romanen häufig abgesprochen wurde.

4. Ihr Buch in einem Satz:

Die Vermessung des Privatraums und damit die Möglichkeit von Heimat an sich stehen im Zentrum des modernen Wohndiskurses neusachlicher Romane.

»[Lauffer] öffnet den Blick auf die produktiven Überschneidungen zwischen neusachlicher Architektur und Literatur und weist überzeugend die Zentralität moderner Raumkonzeptionen für die Literatur- und Subjektanalyse moderner Kultur nach.«
Kerstin Barndt, Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen, 165/250 (2013)
»Wer dem neusachlichen Subjekt begegnen will, der sollte es nicht mehr nur auf den Straßen der Großstadt aufsuchen, sondern auch in seinem ›Identitätsgehäuse‹, seiner Wohnung, seinem Zuhause – in privaten Innenräumen also, die zu betreten uns die neusachlichen Romane in vielfältiger Weise einladen.«
Sascha Kiefer, KulturPoetik, 12/2 (2012)
»Das fesselnd geschriebene Buch verspricht auch für die Raumwissenschaften vielfältige Anregungen, nicht nur das Wohnen und die Beziehung zwischen Privatheit und Öffentlichkeit in einem multidiskursiven Licht zu betrachten, sondern räumliche Selbstverortungen der Menschen im Allgemeinen auf die ihnen zugrundeliegenden Bedeutungen zu befragen.«
Jürgen Hasse, www.raumnachrichten.de, 27.03.2012
»Interessant und neuartig ist das mutige Unterfangen der Engführung zweier Disziplinen, hier Literatur und Architektur, die im Resultat nicht nur lehrreich, sondern auch unterhaltsam ist.«
Sabine von Fischer, werk, bauen + wohnen, 3 (2012)
»Selten findet man in einer Untersuchung kulturhistorisches Wissen, genaue Textanalyse und eine kritisch-dekonstruktive Perspektive auf so ideale Weise vereint.« Jörg Schuster, www.literaturkritik.de, 4 (2012)
Autor_in(nen)
Ines Lauffer
Buchtitel
Poetik des Privatraums Der architektonische Wohndiskurs in den Romanen der Neuen Sachlichkeit
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
356
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1498-5
DOI
10.14361/transcript.9783839414989
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB AM
BISAC-Code
LIT004170 ARC010000
THEMA-Code
DSB AM
Erscheinungsdatum
2011-09-02
Auflage
1
Themen
Literatur, Architektur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Architekturgeschichte, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Neue Sachlichkeit, Roman, Architektur, Wohnen, Interieur, Siegfried Kracauer, Joseph Roth, Irmgard Keun, Hans Fallada, Martin Kessel, Gabriele Tergit, Literatur, Germanistik, Raum, Literaturwissenschaft

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