Workfare als Mindestsicherung

Von der Sozialhilfe zu Hartz IV. Deutsche Sozialpolitik 1962 bis 2005

Die individuelle Möglichkeit, Notwendigkeit sowie Art und Weise, die eigene Arbeitskraft zur Existenzsicherung zu verkaufen, werden von staatlicher Sozialpolitik geformt. Neu an einer Workfare-Politik ist nicht, dass Einzelne ihre Arbeitskraft verkaufen (müssen). Neu an Workfare sind vielmehr die Rahmenbedingungen, die mit sozialpolitischen Maßnahmen gesetzt werden. Anhand der Entwicklung der Mindestsicherung zeichnet das Buch die Ursprünge, Ansätze und Ausdehnung der Workfare-Logik in der deutschen Sozialhilfe von 1962 bis zu deren voller Blüte im SGB II alias Hartz-IV-Gesetz nach.

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2011-06-06, 394 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1509-8

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Christian Brütt

Christian Brütt, Hochschule Darmstadt, Darmstadt, Deutschland

... mit Christian Brütt

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Ob affirmativ oder kritisch – der Begriff ›Workfare‹ wird in der deutschsprachigen sozialpolitischen Diskussion häufig benutzt, selten theoretisch erläutert und er ist bisher noch gar nicht systematisch auf die Entwicklung des deutschen Sozialstaats bezogen worden. Das Buch schließt diese Lücke.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Sozialpolitik formt einen Rahmen, in dem die Einzelnen vergangene Entscheidungen bilanzieren, gegenwärtige Entscheidungen treffen und künftige Entscheidungen disponieren. Sozialpolitik ermöglicht und begrenzt die Lebensführungsmöglichkeiten der Menschen. Workfare-Politik ist die sanktionsbewehrte, auf den Verkauf der Arbeitskraft beschränkte Maximierung der Eigeninitiative bei Minimierung der Entscheidungsfreiheit der Einzelnen zu den Bedingungen eines prekarisierten Arbeitsmarktes.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Es gibt Veränderungen, die kaum jemand bemerkt, weil sie sich in kleinen Schritten vollziehen. Erst in der Rückschau, erst mit einem Blick auf die vielen kleinen Abwandlungen des bisher schon Bekannten erschließt sich der Wandel. Das zeigt das Buch am Beispiel der Mindestsicherung: Der Wandel der deutschen Sozialpolitik zur Workfare-Politik hat nicht schlagartig mit den Hartz-Gesetzen des Jahres 2003, sondern bereits zuvor schleichend und nahezu unbemerkt begonnen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Menschen, die das Buch gelesen haben. Aber selbstverständlich auch mit allen, die sich für das Thema interessieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch rekonstruiert das Hineinwachsen des zuvor marginalen Fürsorgediskurses in das Zentrum deutscher Sozialpolitik.

»Brütts Untersuchung [...] gibt eine Reihe von wichtigen theoretischen und empirischen Hinweisen, was an armuts-, ordnungs- und arbeitsmarktpolitischen Zusammenhängen und Entwicklungen noch zu berücksichtigen wäre, wenn es um eine angemessene Einordnung der Hartz IV-Reform und ihrer Folgen geht.«
Britta Grell, Politische Vierteljahresschrift, 53/2 (2012)
»Brütt setzt Maßstäbe für eine politiktheoretisch fundierte Analyse von Sozial- und speziell Arbeitsmarktpolitik.«
Thomas Mirbach, www.pw-portal.de, 27.02.2012
»Es ist Brütts Verdienst, dass den emotionalen und bisweilen populistischen Argumenten für oder wider ›Hartz IV‹ erstmalig mit rational stichhaltigen und empirisch nachprüfbaren Antworten begegnet werden kann.«
Viktoria Kalass, Archiv für Sozialgeschichte, 19.01.2012
»Wer tiefer in die Problematik staatlicher Mindestversorgung eindringen möchte, wird in der Darstellung einige Ansatzpunkte finden.«
Matthias Willing, H-Soz-u-Kult, 17.11.2011
Besprochen in:

Forum Wissenschaft, 4 (2011), Florian Grams
Volkssolidarität Newsletter, 7 (2011)
arranca!, 44 (2011)
Das Argument, 296 (2012), Katrin Mohr
Vierteljahresschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 99/4 (2012), Florian Tennstedt
Autor_in(nen)
Christian Brütt
Buchtitel
Workfare als Mindestsicherung Von der Sozialhilfe zu Hartz IV. Deutsche Sozialpolitik 1962 bis 2005
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
394
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1509-8
DOI
Warengruppe
1731
BIC-Code
JKS JHB JHBL
BISAC-Code
POL029000 POL010000 SOC026000
THEMA-Code
JKS JHB JHBL
Erscheinungsdatum
2011-06-06
Auflage
1
Themen
Arbeit, Politik
Adressaten
Soziologie, Politikwissenschaft
Schlagworte
Sozialstaat, Workfare, Hartz IV, Aktivierung, Sozialhilfe, Politik, Arbeit, Sozialpolitik, Politische Soziologie, Arbeits- und Industriesoziologie, Politikwissenschaft, Soziologie

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