Die urbane Revolution

Henri Lefèbvres Philosophie der globalen Verstädterung

Als 1970 Henri Lefèbvres »La révolution urbaine« (»Die Revolution der Städte«) erscheint, ist die Stadt als komplexes Phänomen vor allem soziologisch untersucht worden. Lefèbvre hingegen definierte die Stadt als »Õuvre« – als Ausdruck menschlicher Kreativität, die im Laufe der Entwicklung an Authentizität verloren hat – und charakterisierte die Verstädterung als dialektisch ablaufenden Prozess mit unbestimmtem Ausgang.

Fernand Mathias Guelf zeigt, dass die Verbindung von Revolution und Urbanisierung – als »strategische Hypothese« und Perspektive – für die Hoffnung auf eine neue Qualität des menschlichen Zusammenlebens steht.

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2010-06-14, 320 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1511-1

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Fernand Mathias Guelf

Fernand Mathias Guelf, Philosoph, Luxemburg und Deutschland

... mit Fernand Mathias Guelf

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Dass seit Anfang des 21. Jahrhunderts erstmals mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten lebt, weist auf die Veränderung in den Strukturen menschlichen Zusammenlebens hin. Lefèbvres These der ›Urbanen Revolution‹ steht in einem umfassenden philosophischen, alltagsrelevanten Kontext, der plastisch wie theoretisch nicht nur die Konsequenzen von Urbanisierung, Technisierung und Globalisierung erläutert, sondern auch Alternativen und strategisches Verhalten erarbeitet.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Den Menschen als handelndes und kreatives Wesen ins Zentrum eines dynamischen Entwicklungsprozesses zu stellen, bedeutet auch, Stadt und Urbanisierung in dieser Perspektive zu definieren. Neben der Kritik des Alltagslebens, dem Forderungskatalog für ein gerechtes Zusammenleben, der innovativen Theorie des Raumes, ist es vorrangig der Kreativitätsbegriff, der im Gegensatz zu aktuellen, marktorientierten Konzepten, für einen lebendigen Urbanismus steht.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Ansatz, die unterschiedlichen wissenschaftlichen Arbeitsmethoden und Interessenslagen in eine interdisziplinäre Debatte einzubinden, verlangt nach einer allgemein verständlichen Diskussionsbasis. Lefèbvres Metaphilosophie liefert mögliche Ansätze, um in einer globalen Herangehensweise, die einem ständigem Wechselspiel zwischen Vergangenheit, Aktualität und projizierter Zukunft unterliegenden Analyse, immer wieder zu aktualisieren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ein zentraler Aspekt der Lefèbvre'schen Analyse ist die Entwicklung des Menschen unter den veränderten Lebensbedingungen der urbanisierten Welt. Insbesondere der parallel verlaufende Digitalisierungsprozess birgt das Risiko, die überlebensnotwendige Verbindung zum natürlichen Rhythmus, den die Natur vorgibt, zu verlieren. Der französische Philosoph Michel Serres hingegen erkennt hierin auch Chancen für eine ›andere‹ Zukunft.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der Urbanisierungsprozess wird in ein umfassendes philosophisches Konzept eingebunden, das zur Revolutionierung des Alltags auffordert.

»Es ist das unbestreitbare Verdienst des Buches, eine Vielzahl von Schriften Lefèbvres herangezogen zu haben, die [...] zumindest in der deutschsprachigen Auseinandersetzung mit seinem Schaffen kaum eine Rolle gespielt hatten. So wird der Blick gerade auf das Vielschichtige, teils auch Widersprüchliche an seinem Schaffen gelenkt.«
Nils C. Kumkar, Comparativ, 1 (2014)
»Eine detaillierte, materialreiche, hervorragend recherchierte Studie, die ihrem Vorhaben, den philosophischen Anspruch der Raum-Arbeit Lefebvres herauszuarbeiten, gerecht wird.«
Sven Huber, Sozialwissenschaftliche Literatur-Rundschau, 62 (2011)
»Guelf [kann] die bisherige Rezeption noch um entscheidende Ausführungen ergänzen. Die gelungenen Ergänzungen sind in erster Linie auf die philosophisch fundierten Begriffsbestimmungen zurückzuführen, mit denen [...] Lefèbvres Aussagen auf eine Weise zugespitzt werden, die weder zu unkonkret bleibt noch die dialektische, bewegliche Sichtweise auf die Gesellschaft verkürzt.«
Anne Vogelpohl, ERDKUNDE, 65/2 (2011)
»Fernand Guelf zeigt, dass die Verbindung von Revolution und Urbanisierung – als ›strategische Hypothese‹ und Perspektive – für die Hoffnung auf eine neue Qualität des menschlichen Zusammenlebens steht.«
STADT und RAUM, 1 (2011)
Besprochen in:
http://soziologie.ch/blog, 13.09.2010
STADT und RAUM, 5 (2010)
»Studio Nordwest« (Nordwestradio/Radio Bremen), 31.10.2010, Thomas Kleinspehn
http://rageo.twoday.net, 02.11.2010, Sabine Hunziker
Literaturdatenbank ORLIS, 12 (2011)
ila, 372/2 (2014)
Autor_in(nen)
Fernand Mathias Guelf
Buchtitel
Die urbane Revolution Henri Lefèbvres Philosophie der globalen Verstädterung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
320
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1511-1
DOI
10.14361/transcript.9783839415115
Warengruppe
1725
BIC-Code
JFSG HPS HPC
BISAC-Code
SOC026030 PHI034000 PHI016000
THEMA-Code
JBSD QDTS QDH
Erscheinungsdatum
2010-06-14
Auflage
1
Themen
Globalisierung, Stadt, Sozialität
Adressaten
Philosophie, Soziologie, Geschichte, Geographie, Architektur, Literaturwissenschaften, Urbanismus
Schlagworte
Stadt, Urbanismus, Situationismus, Praxisphilosophie, Kreativität, Globalisierung, Sozialität, Urban Studies, Sozialphilosophie, Französische Philosophiegeschichte, Philosophie

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