Migration und Männlichkeit

Biographien junger Straffälliger im Diskurs

Wenn in der Öffentlichkeit über die Kriminalität junger Migranten diskutiert wird, kommen die Jugendlichen nur selten selbst zu Wort. Und noch seltener wird der Frage nachgegangen, welchen Einfluss gesellschaftliche Diskurse auf die Identitätskonstruktionen derjenigen haben, über die gesprochen wird.

In diesem Buch geht es – ausgehend von Stuart Halls Überlegungen zum Zusammenhang von Diskurs und Subjekt – um die Verknüpfung von Diskurs- und Biographieforschung. Am Beispiel von Interviews mit straffälligen Jugendlichen untersucht Tina Spies die Macht von Diskursen im Kontext von »Migration, Männlichkeit und Kriminalität«. Dabei zeigt sie auf, wie Positionierungen im Diskurs eingenommen werden, aber auch, wie die Jugendlichen sich den Diskursen widersetzen.

34,80 € *

2010-11-01, 438 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1519-7

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Tina Spies

Tina Spies, EH Darmstadt, Deutschland

... mit Tina Spies

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Gerade angesichts der aktuellen Migrationsdebatten im Anschluss an Sarrazin, Seehofer & Co. behandelt das Buch ein hoch aktuelles Thema: Es geht um die Frage, welchen Einfluss das Sprechen über Migranten und Migrantinnen auf diejenigen hat, über die gesprochen wird. Dabei wird gezeigt, in welch enger Wechselbeziehung Diskurse und Biographien stehen und welche Verantwortung hierdurch Politik, Medien und Wissenschaft zukommt. Denn letztere bestimmen den gesellschaftlichen Diskurs und können ihn auch ändern.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch eröffnet einen differenzierten Blick auf die Lebenserfahrungen und -deutungen von straffälligen Jugendlichen mit eigener oder familiärer Migrationsbiographie. Die Jugendlichen beschreiben ihre Erfahrungen als Täter und Opfer von Gewalt. Darüber hinaus setzt sich die Studie kritisch mit den gesellschaftlichen Diskursen im Kontext Migration, Männlichkeit und Kriminalität auseinander und fragt nach den Wechselbeziehungen zwischen diesen Diskursen und den Selbstbeschreibungen der Jugendlichen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch leistet einen Beitrag zur aktuellen Forschungsdebatte um den Zusammenhang zwischen Diskurs und Biographie. Im Anschluss an die diskurstheoretischen Überlegungen von Foucault, Laclau und Mouffe und auf der Basis von Stuart Halls Konzept der Artikulation wird ein methodologischer Zugang und ein Instrumentarium entwickelt, mit dessen Hilfe es gelingt, Positionierungen im Interview herauszuarbeiten. Biographien werden in intersektioneller Perspektive als Artikulationen analysiert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die in ihrer alltäglichen Arbeit mit den Jugendlichen zu tun haben. Und mit Journalistinnen und Journalisten bzw. all denjenigen, die durch ihr Schreiben maßgeblich den öffentlichen Diskurs beeinflussen. Es geht mir um eine Sensibilisierung gegenüber der Macht der gesprochenen Sprache und um einen diskurskritischen Umgang mit Positionierungen. Damit das, was straffällige Jugendliche oder auch andere so genannte ›authentische Stimmen‹ erzählen, als Positionierungen im Diskurs verstanden wird.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine intersektionelle Analyse von Biographien im Kontext gesellschaftlicher Diskurse über Migration, Männlichkeit und Kriminalität.

»Die Arbeit lässt sich anregend lesen und mit anschaulichen Beispielen unterfüttert sehr gut durchdenken. Der berühmte rote Faden ist zu jeder Zeit ersichtlich. Die Verfasserin versteht es hervorragend, ihre beiden Arbeitsstränge, das Reden ›über‹ Jugendliche mit seinen Folgen sowie das Sprechen ›mit‹ Jugendlichen, zusammen zu führen und eine Synthese herzustellen.«
Ute Ingrid Haas, www.socialnet.de, 01.02.2012
Besprochen in:

IDA-NRW, Überblick, 3 (2011)
Impu!se, 73 (2011)
Konturen, 3 (2012)
Autor_in(nen)
Tina Spies
Buchtitel
Migration und Männlichkeit Biographien junger Straffälliger im Diskurs
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
438
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1519-7
DOI
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFN JFSJ JKV
BISAC-Code
SOC007000 SOC032000 SOC004000
THEMA-Code
JBFH JBSF JKV
Erscheinungsdatum
2010-11-01
Auflage
1
Themen
Migration, Geschlecht
Adressaten
Soziologie, Kriminologie, Soziale Arbeit
Schlagworte
Biographie, Diskurs, Migration, Männlichkeit, Intersektionalität, Gender, Gender Studies, Kriminalsoziologie, Politische Soziologie, Soziologie

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung