Wissenschaft als reflexives Projekt

Von Bolzano über Freud zu Kelsen: Österreichische Wissenschaftsgeschichte 1848-1938

Dieses Buch rückt die Wissenschaftsgeschichte Österreichs in ein neues Licht. Ausgehend vom Spannungsfeld »Wissenschaft versus Politik« stellt es die zentralen Akteure, Strukturen und Diskurse in den Mittelpunkt. Die Analyse eines Jahrhunderts Wissenschaftsgeschichte konzentriert sich auf die Herausbildung eines relativ autonomen Wissenschaftshandelns unter den plurikulturellen Verhältnissen Zentraleuropas sowie auf seine Wegbereiter (Bolzano, Mach und Riegl) und wichtigsten Verfechter (Freud, Wittgenstein, Neurath, Kelsen). Johannes Feichtinger zeigt, wie jenseits von Hetero- und Autonomie und abseits des methodologischen Nationalismus Identitätsmodelle entstanden sind, die noch für das Globaleuropa des 21. Jahrhunderts relevant sein können.

42,80 € *

2011-05-04, 636 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1523-4

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Johannes Feichtinger

Johannes Feichtinger, Österreichische Akademie der Wissenschaften Wien, Österreich

... mit Johannes Feichtinger

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

In dem Buch werden zentrale Positionen reflexiver Wissenschaft in Österreich neu analysiert. Der Wiener Forschungsherd brachte Akteure hervor, die durch ihre wissenschaftliche Arbeit in prekäre Prozesse nationalpolitischer Selbstfindung intervenierten, ohne dabei aber in das Feld der Politik abzudriften. So entstanden vernünftige Identitätsmodelle, die für den Umgang mit einer zentralen Herausforderung unserer Zeit, der kulturellen Vielfalt, wegweisend sein können.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch erkundet ein Wissenschaftshandeln, das jenseits der Dichotomie von ›Elfenbeinturm‹ versus ›Gelehrtenpolitik‹ einer ›relativ autonomen‹ Wissenschaft den Weg bereitete. Autonomie war und ist kein Selbstzweck; die heraufziehenden antidemokratischen Tendenzen verlangten sowohl eine klare Trennung von Wissenschaft und Politik als auch ein verstärktes wissenschaftliches Engagement in Machtfragen. Autonomie heißt keinesfalls ›Autarkie‹ der Wissenschaften.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Analyse kritisch-reflexiver Theoriebildungen soll zu jener neueren Wissenschaftsgeschichte beitragen, die auf die Erforschung von Wissenschaftskulturen als Geschichte politischer Kulturen abzielt. Damit wird das Thema der sozialen Verantwortung berührt und der Blick auf vielfach unterbewertete Handlungsspielräume historischer Wissenschaft geschärft: Verflechtungsgeschichte und postkoloniale Theorie erleichtern den Zugriff auf eine Wissenschaftspraxis, die von der national geprägten Historiografie weitgehend verdeckt wurde.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Pierre Bourdieu.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch rekonstruiert Österreichs Wissenschaftsgeschichte als Kultur- und Politikgeschichte und erinnert Modelle, die zeigen, wie in heterogenen Räumen vernünftig kollektive Identität erzeugt werden kann.

Autor_in(nen)
Johannes Feichtinger
Buchtitel
Wissenschaft als reflexives Projekt Von Bolzano über Freud zu Kelsen: Österreichische Wissenschaftsgeschichte 1848-1938
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
636
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1523-4
DOI
10.14361/transcript.9783839415238
Warengruppe
1510
BIC-Code
PDX HBJD HBLL
BISAC-Code
SCI034000 HIS010000 HIS037060
THEMA-Code
PDX NHD
Erscheinungsdatum
2011-05-04
Auflage
1
Themen
Wissenschaft
Adressaten
Wissenschaftsgeschichte, Kulturwissenschaften, Zentraleuropa-Studien, Philosophie, Staatsrechtslehre, Psychoanalyse
Schlagworte
Wissenschaftsgeschichte, Habsburgermonarchie, Österreich, Mach, Bolzano, Freud, Kelsen, Wissenschaft, Europäische Geschichte, Geschichte des 19. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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