Asymmetrical Concepts after Reinhart Koselleck

Historical Semantics and Beyond

Although the asymmetrical concepts have been well-known to scholars across the social sciences and humanities, their role in structuring the human world has never been an object of detailed research. 35 years ago Reinhart Koselleck sketched out the historical semantics of the oppositions »Hellenes«/»barbarians«, »Christians«/»pagans« and »Übermensch«/»Untermensch«, but his insights, though eagerly cited, have been rarely developed in a systematic fashion.

This volume intends to remedy this situation by bringing together a small number of scholars at the crossroads of history, sociology, literary criticism, linguistics, political science and international studies in order to elaborate on Koselleck's notion of asymmetric counter-concepts and adapt it to current research needs.

29,80 € *

2011-08-03, 256 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1589-0

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Kay Junge

Kay Junge, Universität Konstanz und Bielefeld Graduate School in History and Sociology, Deutschland

Kirill Postoutenko

Kirill Postoutenko, Smolny College St. Petersburg, Russland, und Institute of Advanced Studies Paris, Frankreich

... mit Kay Junge und Kirill Postoutenko

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Begriffe zur Erfassung des menschlichen Mit- und Gegeneinanders transformieren, wenn sie auf Resonanz stoßen, unwillkürlich ihren Gegenstandsbereich. Insbesondere Begriffe, die einen Gegenbegriff implizieren, privilegieren nicht selten die Sprecherposition auf Kosten des Ausgegrenzten: Wer über ›Barbaren‹ redet, positioniert sich selbst implizit als zivilisiert, und wer sich über das ›Establishment‹ mokiert, reklamiert damit für sich mindestens indirekt den Charme des Außenseiters. Hierbei aber handelt es sich nicht notwendig um eine Frage von Vorurteilen oder persönlicher Anmaßung, sondern um eine Folge unseres implikationsreichen, aber deshalb im Normalfall eben auch besonders effizienten Sprachgebrauchs. Wer den hier angedeuteten Tücken genauer auf die Schliche zu kommen wünscht, dürfte diesen Band mit großem Gewinn lesen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Durch ihre ambivalente Anbindung an strukturalistische Vorgaben einerseits und an die geisteswissenschaftliche Hermeneutik andererseits hat sich die begriffsgeschichtliche Forschung in den letzten Jahrzehnten disziplinär zunehmend isoliert. Fragen der Semantik standen dabei im Vordergrund, Probleme der Pragmatik spielten nur eine randständige Rolle. Fast im Alleingang hat Reinhart Koselleck den Begriff der Erfahrung immer wieder polemisch gegen Hermeneutik und Strukturalismus in Position gebracht, ohne jedoch die pragmatische Dimension des Begriffsgebrauchs theoretisch angemessen absichern zu können. Diese Schnittstelle zwischen Semantik und Pragmatik suchen die Beiträge des vorliegenden Bandes nicht nur aus historischer, sondern auch aus linguistischer, soziologischer und politologischer Perspektive weiter auf zu schließen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Selbstorganisation ist ohne die Generierung von Asymmetrien kaum denkbar. Phänomene dieser Art werden seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts unter Stichworten wie ›dissipative Strukturen‹, ›Synergetik‹ und ›order from noise‹ behandelt. In den Textwissenschaften wurden etwa zur selben Zeit in ähnlicher Weise nur schwer zu kontrollierende asymmetrische Sinnverschiebungen zum Faszinosum dekonstruktivistischer Lektüre. Daneben hat sich – von diesen Bewegungen weitestgehend unberührt – in den letzten zwei Jahrzehnten im Bereich der linguistischen Pragmatik ein neues, stark theoriegeleitetes Interesse an asymmetrischen, nämlich nur auf einer Seite markierten Unterscheidungen entwickelt. Aber auch in der interdisziplinären Forschung der internationalen Beziehungen erfährt die Konfliktaffinität asymmetrischer Begriffsbildungen heute zunehmend Aufmerksamkeit.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit im Bereich der Begriffsgeschichte arbeitenden Historikern, mit historisch aufgeschlossenen Soziologen und Politologen, aber auch mit theoretisch interessierten Linguisten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

›Die menschlichen Gedanken sind Gedanken eines bilateralen Wesens von geringer Asymmetrie.‹ (Ernst Jünger)

Reviewed in:

IDÄNTUTKIMUS, 2 (2012), Jaakko Turunen
Zeitschrift für historische Forschung, 40/2 (2013), Theo Jung
Autor_in(nen)
Kay Junge / Kirill Postoutenko (eds.)
Buchtitel
Asymmetrical Concepts after Reinhart Koselleck Historical Semantics and Beyond
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
256
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1589-0
DOI
Warengruppe
1551
BIC-Code
HBA HBTB PDX
BISAC-Code
HIS000000 HIS054000 SCI034000
THEMA-Code
NHA NHTB PDX
Erscheinungsdatum
2011-08-03
Auflage
1
Themen
Sprache, Kulturgeschichte
Adressaten
History, Sociology, Linguistics, Political Sciences
Schlagworte
Reinhart Koselleck, Historical Semantics, Discourse Analysis, Political Anthropology, Security Studies, Language, Cultural History, Theory of History, History of Science, History of the 20th Century, History

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