Sakrale Geographie

Essay über den modernen Dschihad und seine Räume

Sie sind weltweit vernetzt, technisch auf der Höhe der Zeit und attackieren entlang einer religiösen Geopolitik. Um zu begreifen, was Bin Laden, Zawahiri und Atta antreibt, wie sie denken und fühlen und warum sie sich die moderne Alltagstechnik als Schlachtfeld ausgesucht haben, müssen wir ihnen nahe kommen.

In diesem Buch werden zum ersten Mal die technischen, sakralen und seelischen Räume islamistischer Terroristen erschlossen. Mit phänomenologischen und psychoanalytischen Mitteln zeigt Elisabeth Heidenreich, zu welchen geopolitischen Implikationen die sakrale Geographie des islamistischen Terrorismus führt.

27,80 € *

2010-10-11, 328 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1604-0

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Elisabeth Heidenreich

Elisabeth Heidenreich, University of the Aegean, Griechenland

... mit Elisabeth Heidenreich

1. ›Bücher, die die Welt nicht braucht.‹ Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Wir brauchen Einblick in das Tun, Denken und Fühlen gewaltbereiter Islamisten und Selbstmordattentäter. Sie sind weder Produkt omnipotenter Mächte (›der Amerikaner‹) noch allgegenwärtige Dämonen. Ihr Handeln und ihre geistig-seelische Konstitution folgen einer Eigenlogik, die benenn- und eingrenzbar ist. Diese Eigenlogik wird weiter wirken, der moderne Dschihad ist noch längst nicht zu Ende.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es stellt das bevorzugte Schlachtfeld des islamistischen Terrorismus, den Heiligen Krieg und das Selbstmordattentat in ihre jeweiligen technischen, sakralen und seelischen Räume und verknüpft scheinbar Unverknüpfbares: die technische Modernität der Attentäter mit ihren religiösen Raumvorstellungen (das Paradies), die sakrale Geographie des klassischen Islam mit der heutigen islamistischen Geopolitik, das Selbstmordattentat mit der langen Tradition westlicher und östlicher Selbsttechniken.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Lange vernachlässigte die Terrorismusforschung die Protagonisten der Gewalt oder ging beim religiösen Attentäter vorschnell von Manipulation oder Psychopathologie aus. Wir müssen versuchen, die psychischen und religiösen Prozesse zu erfassen, die in islamistische Netzwerke und zum Selbstmordattentat führen. Außerdem gilt es, die sakrale Geographie islamistischer Gewalttäter zu verstehen, da sie der Kern ihrer Weltanschauung ist.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Denkern und Philosophen, die die heutige Situation der islamischen Religion und Zivilisation zu begreifen suchen, zum Beispiel mit dem Iraner Dariush Shayegan. Aber auch mit dem israelischen Psychoanalytiker Shmuel Erlich, der über palästinensische Selbstmordattentäter, das von Gewalt bedrohte Alltagsleben in Israel und die Bedingungen für einen Dialog nachdenkt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Selbstmordattentäter im rasenden Auto auf dem Weg zum Paradies – ein Geschehen, dessen Tiefendimension hier zum ersten Mal erhellt wird.

Besprochen in:

www.servus.at/VERSORGERIN, 11 (2011), Lars Quadfasel
H-Soz-u-Kult, 20.12.2011, Shadia Husseini de Araújo
Standort, 35 (2011)
Autor_in(nen)
Elisabeth Heidenreich
Buchtitel
Sakrale Geographie Essay über den modernen Dschihad und seine Räume
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
328
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1604-0
DOI
Warengruppe
1737
BIC-Code
JPWL JFSR2 JHB RGC
BISAC-Code
POL037000 SOC049000 SOC026000
THEMA-Code
JPWL QRPP JHB RGC
Erscheinungsdatum
2010-10-11
Auflage
1
Themen
Zeitdiagnose, Gewalt, Religion, Raum
Adressaten
Terrorismusforschung, Soziologie, Orientalistik, Religionswissenschaft, Psychoanalyse, Phänomenologie und die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Islamistischer Terrorismus, Dschihad, Selbstmordattentat, Techniken des Selbst, Sakrale Geographie, Religiöse Gewalt, Gewalt, Religion, Raum, Terrorismus, Islamwissenschaft, Kulturgeographie, Soziologie

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