Die Erfindung der Erinnerung

Deutsche Kriegskindheiten im Gedächtnis der Gegenwart

Wie entsteht ein kollektives Gedächtnis? Wie erinnern sich Menschen im sozialen Raum? Und wie wird Erinnerung gemacht? So lauten die Fragen, denen der Soziologe Michael Heinlein in seinem hoch aktuellen Buch zur Erinnerungskultur nachgeht.

Mit kritischem Blick widmet sich seine Studie der Konstruktion der so genannten »Generation der Kriegskinder« und den damit verbundenen medizinisch-psychologischen Diskursen zum kollektiven Trauma der Deutschen. Dabei erschließt der Autor nicht nur Neuland für eine weitgehend »gedächtnisvergessene« Soziologie, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Diskussion um das Ende der Zeitzeugenschaft des Zweiten Weltkriegs.

24,80 € *

2010-08-30, 204 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1609-5

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Michael Heinlein

Michael Heinlein, Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutschland

... mit Michael Heinlein

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Unzählige Bücher beschäftigen sich mit Gedächtnis und Erinnerung, sehr viele mittlerweile mit deutschen Kriegskindern. Mein Buch verknüpft beide Themen auf innovative Weise und geht der Frage nach, wie sich deutsche Kriegskinder als Erinnerungsgemeinschaft ›erfinden‹ und was dies sowohl für eine Soziologie der Erinnerung als auch für die gegenwärtige Erinnerungskultur bedeutet.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Wie das, was (nicht nur) die Soziologie als kollektives Gedächtnis bezeichnet, überhaupt zustande kommt, ist bisher kaum untersucht worden. Mein Buch entwickelt daher einerseits ein theoretisch-begriffliches Inventar, um mit dem Phänomen der kollektiven Gedächtniserzeugung umzugehen. Auf der anderen Seite nutze ich das Beispiel der Kriegskinder, um einen kritischen Blick auf die Mechanismen des gegenwärtigen Erinnerungsdiskurses zu werfen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Themen ›Erinnerung‹ und ›Kriegskindheit‹ boomen. Umso überraschender ist, dass sich noch niemand aus einer erinnerungssoziologischen Perspektive mit den Kindern des Zweiten Weltkriegs beschäftigt hat, bieten sie doch die Chance, das Entstehen eines kollektiven Gedächtnisses in Echtzeit zu beobachten. Hier setzt mein Buch an.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit jedem, der dazu Lust hat.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Erinnerung, Kriegskindheit und Traumata – zu diesen drei Themen bietet das Buch eine Fülle theoretischer und empirischer Anknüpfungspunkte.

»[E]indringliche Beispiele sind es, die Heinleins Buch nicht als eine (weitere) soziologische Studie erscheinen lassen, sondern mit wirklichen, realen Erfahrungsberichten Praxisbezug herstellen. Daher ist die Lektüre, neben dem rein wissenschaftlichen Interesse, besonders denjenigen zu empfehlen, die mit diesem Personenkreis beruflich oder ehrenamtlich zu tun haben: Betreuer, Ärzte, Pflegekräfte, Mitarbeiter entsprechender Verbände (u.a. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.) sowie Trauerbegleiter und Seelsorger.«
Stephan Hadraschek, www.sargsplitter.de, 21.12.2010
Besprochen in:
H-Soz-u-Kult, 31.10.2010, Barbara Stambolis
MGZ, 76/2 (2017), Dieter H. Kollmer
Autor_in(nen)
Michael Heinlein
Buchtitel
Die Erfindung der Erinnerung Deutsche Kriegskindheiten im Gedächtnis der Gegenwart
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
204
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1609-5
DOI
10.14361/transcript.9783839416099
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFC HBLW3
BISAC-Code
SOC022000 HIS037070
THEMA-Code
JBCC
Erscheinungsdatum
2010-08-30
Auflage
1
Themen
Erinnerungskultur
Adressaten
Soziologie, Kulturwissenschaft, Oral History sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Erinnerung, Trauma, Medien, Zeitzeugen, Zweiter Weltkrieg, Kriegskindheit, Erinnerungskultur, Kultursoziologie, Zeitgeschichte, Kulturwissenschaft, Soziologie

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