Theater der Nacktheit

Zum Bedeutungswandel entblößter Körper auf der Bühne seit 1900

Nach wie vor ein Tabuthema: Nackte Körper auf der Bühne. Dabei ist dieses Stilmittel keine Erfindung eines skandalheischenden Regietheaters, sondern ein Spiegel des vorherrschenden Körperverständnisses. Der nackte Körper wird zum Prüfstein für die Zivilisation der Gesellschaft und erhält ideologische Bedeutung: In der Freikörperkultur steht er für ein Lebensgefühl, während der 1960er und 70er Jahre wird er zum Symbol eines politischen Anliegens und in der jüngsten Zeit avanciert er zu einem Protestinstrument gegen den Schönheitskult. Anhand zahlreicher Beispiele – von Isadora Duncan über Hair bis Jürgen Gosch – illustriert Ulrike Traub diese Funktionen der Nacktheit auf der Bühne.

34,80 € *

2010-10-13, 400 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1610-1

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Ulrike Traub

Ulrike Traub, Kulturmanagerin, Deutschland

... mit Ulrike Traub

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Nacktheit auf der Bühne wird oftmals nur als skandalöses Stilmittel wahrgenommen. Tatsächlich jedoch ist sie eng verbunden mit den gesellschaftlichen Modellen der Zeit, in der sie stattfindet. Lebensreform, sexuelle Revolution und der omnipräsente Medien-Körper bilden den Schlüssel zum Verständnis der Nacktheit auf der Bühne.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch eröffnet Perspektiven auf das Körperverständnis von Künstlern und Künstlerinnen aus drei unterschiedlichen Epochen, welche jedoch trotz der zeitlichen Distanz in vielen Punkten auf erstaunliche Weise Übereinstimmungen zeigen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Während der Körper als Thema in der Theater-Forschung ein zentrales und vieldiskutiertes Thema ist, fehlt eine eigenständige Untersuchung, die sich dezidiert mit dem nackten Körper auf der Bühne auseinandersetzt. Die kontinuierliche Verwendung des Stilmittels der Nacktheit in der Vergangenheit und Gegenwart erfordert jedoch dessen Analyse.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit dem Schriftsteller Joachim Lottmann, der im SPIEGEL eine beeindruckende Polemik über Jürgen Goschs Macbeth-Inszenierung in Düsseldorf verfasst hat. In dem Artikel beschwert er sich über ›Blut und Schlimmeres‹, das er sich ansehen musste. Ich würde gerne erfahren, wie schlimm die Nacktheit der Darsteller in diesem Stück nun wirklich für ihn war.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Nacktheit auf der Bühne ist mehr als die Abwesenheit von Kleidung, sie ist ein Statement bezüglich des vorherrschenden Körperverständnisses im Spiegel der Gesellschaft.

»Traubs Buch überzeugt vor allem in der Darstellung der historischen Beispiele von Nacktheit auf der Bühne in den von ihr ausgewählten Zeitabschnitten.«
H.-Georg Lützenkirchen, www.socialnet.de, 31.05.2012
»Diese Publikation zeigt, wie vielfältig und historisch unterschiedlich sich Nacktheit auf der Bühne präsentiert hat, und gibt dementsprechend einen guten historischen Überblick über die Entwicklung und die verschiedenen Phasen.«
Florian Vaßen, Zeitschrift für Theaterpädagogik, 27/59 (2011)
»Traubs schlüssige Dokumentation ist nicht nur für Theaterwissenschaftler lesenswert.«
Die Deutsche Bühne, 3 (2011)
»Die Stärke der Analyse liegt im gewagten Erschließen neuer Felder, im Detailreichtum, im hohen empirischen Auflösungsvermögen und schließlich im Versuch einer Verdichtung von Informationen zu einem beeindruckenden Gesamtbild.
Ulrike Traubs Arbeit oszilliert zwischen berechtigten normativen Ansprüchen und den Möglichkeiten und Grenzen empirischer Praktizität, sie formuliert spannende und herausfordernde Fragestellungen, mit denen sich auch die Theaterwissenschaft beschäftigen muss.«
Ulrike Sümegi, www.theaterforschung.de, 1 (2011)
»Traub verficht eine wichtige These, um den nackten Körper auf der Bühne zu rehabilitieren. Sie beobachtet gut, zieht gute Schlüsse.«
Tobias Becker, SPIEGEL online, 25.12.2010
Besprochen in:

http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de, 13.01.2011
Westfälischer Anzeiger, 14.01.2011
WAZ, 29.01.2011, Lars von der Gönna
MEDIENwissenschaft, 2 (2011), Hartmut Vincon
GERMANISTIK, 52/3-4 (2012)
Schultheater, 10 (2012), Annika Gloystein
Der Opernfreund, 43 (2013), Ludwig Steinbach
Autor_in(nen)
Ulrike Traub
Buchtitel
Theater der Nacktheit Zum Bedeutungswandel entblößter Körper auf der Bühne seit 1900
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
400
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1610-1
DOI
10.14361/transcript.9783839416105
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN JHB
BISAC-Code
PER011020 SOC022000
THEMA-Code
ATD JHB
Erscheinungsdatum
2010-10-13
Auflage
1
Themen
Körper, Theater
Adressaten
Theaterwissenschaft, Soziologie, Kulturwissenschaft, Musikwissenschaft, Geschichte, Kunstgeschichte
Schlagworte
Theater, Nacktheit, Körper, Zivilisation, Theaterwissenschaft

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