Kulturen der Gesundheit

Sinnerleben im Umgang mit psychischem Kranksein. Eine Anthropologie der Gesundheitsförderung

Die individuumszentrierte Sicht auf Gesundheit und Krankheit wird in diesem Buch um soziale und bedeutungshaltige Dimensionen ergänzt. Markus Wiencke zeigt, wie die soziale Perspektive auf Gesundheit mit dem entwickelten Konzept des »geteilten Sinnerlebens« in kulturellen Settings mit ihren jeweils speziellen Ressourcen und Machtstrukturen wurzelt.

Er zeichnet die Umrisse einer psychologischen Anthropologie der Gesundheitsförderung an Beispielen des Umgangs mit psychischem Kranksein in Deutschland, Chile und Brasilien und macht deutlich, dass die Positionierung innerhalb von sozialen Praktiken, Sinnwelten und moralischen Ordnungen ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer umfassenden Gesundheitswissenschaft ist, die von »individual« bis zu »public health« reicht.

32,80 € *

2011-06-09, 306 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1690-3

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Markus Wiencke

Markus Wiencke, Diplom-Psychologe und Ethnologe (Berlin), Deutschland

... mit Markus Wiencke

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Es spricht viel dafür, dass in großen Teilen der Welt der einzelne Mensch eher gemeinschaftsbezogen konstruiert wird und die Gestaltung von Gesundheit entsprechend sozial eingebettet ist. Dafür habe ich drei prägnante Beispiele gefunden. Vor diesem Hintergrund stelle ich Perspektiven vor, mit denen man Krankheit anders denken kann, als in der Person wurzelnd. Gesundheit hat viele Dimensionen, von denen die Medizin bisher nur wenige erfasst.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mit der Medikalisierung wird psychisches und körperliches Leiden aus seiner sozialen Einbettung herausgelöst und zu einer individuellen Angelegenheit. Soziale Praktiken, moralische Ordnungen und spirituelle Ligaturen werden in der Gestaltung und Förderung von Gesundheit weitgehend ausgeschlossen. Ich untersuche die wissenschaftlichen Mechanismen dieses Ausschlusses und stelle methodische Zugänge vor, mit denen das Ausgeschlossene sichtbar wird. So zeige ich die Bedeutung des sozialen und sinnbezogenen Umgangs mit Kranksein.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In den aktuellen Gesundheits-Debatten wird zunehmend nachgewiesen, dass Gesundheit bzw. Stressbewältigung mit Sinnstiftung korreliert. Allerdings sind diese Arbeiten sehr stark kognitivistisch und individualistisch ausgerichtet. Dem stehen Forschungen zur Relevanz des sozialen Kontexts für die Förderung von Gesundheit gegenüber, bei denen aber die Sinndimension fehlt. Mit meinem Buch baue ich eine konzeptionelle Brücke zwischen beiden Richtungen und binde die subjektiv relevante Sinnstiftung an soziale Praktiken und moralische Ordnungen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Vertretern der WHO und anderen Experten, die an der Entwicklung von Gesundheitssystemen arbeiten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Perspektivenerweiterung um die sozialen und sinnbezogenen Dimensionen von Krankheit und Gesundheit.

»Vor allem Psychologie- und Medizinstudenten mit Spezialisierung in Psychiatrie sei dieses Buch wärmstens empfohlen [...]. Für Ethnologen, die an Psychologie und deren ethnologischer Analyse interessiert sind, ist es gleichfalls empfehlenswert, weil der Autor seine Gedankengänge transparent darlegt und damit zu einer Metaanalyse geradezu einlädt.«
Katarina Greifeld, Anthropos, 107/2 /(2012)
»Eine eindrucksvolle, setting-übergreifende Analyse individueller Sinnstiftung.«
Milena Bister, H-Soz-u-Kult, 01.03.2012
»Die Arbeit ist interessant, vor allem an den Stellen, in denen die ›dichten Beschreibungen‹ mit wörtlichen Zitaten versehen werden.«
Katarina Greifeld, Curare 35, 1+2 (2012)
»Wienckes Werk ist eine umfassende empirische Studie, die weit über das übliche Dissertationsniveau hinausreicht und für die Psychologie sowohl theoretisch wie auch methodisch eine Bereicherung sein wird.
Es ist methodisch-systematisch vorbildlich, inhaltlich sehr umfassend und auf jeden Fall Disziplingrenzen sprengend.«
Charlotte Uzarewicz, www.socialnet.de, 22.11.2011
Besprochen in:

Sozialpsychiatrische Informationen, 2 (2012), Renate Schernus
ergoscience, 7/2 (2012), Anna Kubat
Autor_in(nen)
Markus Wiencke
Buchtitel
Kulturen der Gesundheit Sinnerleben im Umgang mit psychischem Kranksein. Eine Anthropologie der Gesundheitsförderung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
306
Ausstattung
kart., farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-1690-3
DOI
Warengruppe
1533
BIC-Code
JMH MB JHMC
BISAC-Code
PSY031000 MED000000 SOC002010
THEMA-Code
JMH MB JHMC
Erscheinungsdatum
2011-06-09
Auflage
1
Themen
Kultur, Medizin
Adressaten
Psychologie, Ethnologie, Public Health, Psychiatrie, Medizin, Pflegewissenschaft
Schlagworte
Gesundheit, Therapie, Recovery, Sinnstiftung, Schizophrenie, Psychologische Anthropologie, Kultur, Medizin, Sozialpsychologie, Kulturanthropologie, Ethnologie, Psychologie

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