Nomaden in unserer Welt

Die Vorreiter der Globalisierung: Von Mobilität und Handel, Herrschaft und Widerstand

Nomaden scheinen aus unserem Alltag fast vollständig verschwunden zu sein. Doch die Abhängigkeit von Mobilität, die Bewältigung finanzieller Unsicherheiten sowie der ausgewogene Umgang mit unserer Umwelt fordern alle, auch ›moderne‹ Gesellschaften heraus.

In der Wahrnehmung von Sesshaften verkörpern Nomaden und andere Mobile bis heute allerdings oft das Rückständige, Fremde und Bedrohliche, besonders im Hinblick auf staatliche Ordnungen. Dieser Band zeigt Nomaden hingegen als frühe Globalisierer. Er verdeutlicht, welche Flexibilität sie im Umgang mit widrigen Bedingungen entfalten, wie sie ihr Überleben in karger Umwelt gestalten und wie sie es schaffen, über Jahrtausende nachhaltig mit knappen Ressourcen zu wirtschaften.

19,80 € *

2011-11-04, 304 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1697-2

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Jörg Gertel

Jörg Gertel, Universität Leipzig, Deutschland

Sandra Calkins

Sandra Calkins, Universität Leipzig, Deutschland

... mit Sandra Calkins

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Technologie und Fortschritt sind fast zu Glaubensbekenntnissen in kapitalistischen Gesellschaften geworden. Nomaden, die mit ihren Viehherden herumziehen, wirken da wie ein Anachronismus, ein merkwürdiges Überbleibsel einer überholten Lebensweise. Das Buch zeigt: Moderne Gesellschaften haben mehr mit Nomaden gemein als landläufig vermutet. Denn gerade der Kern des ›Nomadischen‹ – die ständige Mobilität und die flexible Anpassung an sich wandelnde Bedingungen –, sind heute wichtiger als je zuvor.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ethnologen, Geographen, Historiker, Archäologen und Orientwissenschaftler berichten anschaulich aus ihrer langjährigen Forschung über Nomaden. Die 27 Kurzbeiträge des Buchs führen den Leser an unterschiedliche Schauplätze zwischen Marokko im Westen, Sudan im Süden, Sibirien und Tibet im Nordosten, und das in der Zeitspanne der letzten 5.000 Jahre. So erhält der Leser ungewohnte Einblicke in den Alltag von Nomaden in Vergangenheit und Gegenwart.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Seit alters sind Nomaden hoch mobil, reagieren flexibel auf Krisen und wirtschaften mit knappen Ressourcen. Damit sind sie eine Art Vorreiter der Globalisierung. Nomadenforschung brachte bisher einen weitgehend eigenständigen Literaturkorpus hervor. Unser Forschungsprojekt zielt darauf ab, neue Erkenntnisse, auch aus der historischen und archäologischen Arbeit, stärker in die sozialwissenschaftliche Mobilitäts- und Globalisierungsforschung zu integrieren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Buch richtet sich besonders an ein breites Publikum, das nichts mit Nomaden zu tun hat. Am liebsten würde ich mit Leuten darüber sprechen, die sehr romantische Vorstellungen des Nomadendaseins hegen. Da ist schnell die Rede von Ursprünglichkeit, Freiheit, Wildnis und Abenteuer. Nomade zu bleiben, bedeutet heute aber vor allem harte Verhandlungen um knappe Weiden, wiederkehrende Dürren und Viehseuchen sowie grundlegende existenzielle Ängste zu meistern.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der Titel spricht von Nomaden in ›unserer Welt‹. Liebe Leser, wir laden Sie damit ein, sich diesem wenig beachteten und dennoch der Zeit trotzenden Segment unserer Welt zu öffnen.

»Die wissenschaftlich fundierten, anschaulichen Beiträge machen mit einer oft wenig bekannten Welt vertraut, die vom Lebenswillen unter seit der Antike schwierigen Bedingungen zeugt.«
Erdmann Steinmetz, ekz.bibliotheksservice, 2 (2012)
»Wenn aus dem Mythos des Nomadentums Erkenntnisgewinne für die Frage, wie wir Menschen geworden sind, was wir sind, entstehen sollen, bedarf es einer anthropologischen, historischen, kulturellen, geographischen und politischen Nachschau, die mit diesem Sammelband geleistet wurde. ›Der Nomade in uns‹, das ist nicht nur eine Metapher!«
Jos Schnurer, socialnet.de, 21.12.2011
Besprochen in:
pw-portal.de, 1 (2012), Natalie Wohlleben
Erdkunde, 66/2 (2012), Eckart Ehlers
pogrom, 2 (2013) Praxis Geographie, 2 (2013), Thomas Hoffmann
Medienspiegel der Deutsch-Maghrebinischen Gesellschaft, 3 (2012)
Autor_in(nen)
Jörg Gertel / Sandra Calkins (Hg.)
Buchtitel
Nomaden in unserer Welt Die Vorreiter der Globalisierung: Von Mobilität und Handel, Herrschaft und Widerstand
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
304
Ausstattung
Hardcover, durchgehend vierfarbig bebildert
ISBN
978-3-8376-1697-2
DOI
10.14361/transcript.9783839416976
Warengruppe
1662
BIC-Code
RGC JHMC JFFS
BISAC-Code
SOC015000 SOC002010 POL033000 SOC026000
THEMA-Code
RGC JHMC GTQ
Erscheinungsdatum
2011-11-04
Auflage
1
Themen
Kultur, Globalisierung
Adressaten
Geographie, Ethnologie, Geschichte und die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Nomaden, Viehhaltung, Mobilität, Afrika, Asien, Globalisierung, Kultur, Kulturgeographie, Ethnologie, Kulturwissenschaft, Geographie

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