Szenen des Virtuosen

»Das ist virtuos!«

Dieses Urteil kann sich auf alles beziehen, was jemand so (über-)steigert, dass es andere zu exzessiven Reaktionen motiviert: zu tosendem Beifall ebenso wie zu Tumult oder Protest.

Gabriele Brandstetter, Bettina Brandl-Risi und Kai van Eikels untersuchen die besondere Steigerung, die Virtuosität ausmacht, in der gesamten Bandbreite menschlicher Tätigkeiten. Sie erkennen in den Szenen des Virtuosen Verbindungen und Wechselbeziehungen zwischen Kunst, Politik, Ökonomie, Technik und Gesellschaft – vom antiken Ideal der »arete« bis zur »collective virtuosity« in postfordistischen Arbeitskulturen und in Tanz und Performance des 21. Jahrhunderts.

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2017-01-19, 306 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1703-0

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Gabriele Brandstetter

Gabriele Brandstetter, Freie Universität Berlin, Deutschland

Bettina Brandl-Risi

Bettina Brandl-Risi, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Deutschland

Kai van Eikels

Kai van Eikels, Freie Universität Berlin, Deutschland

... mit den Herausgebern

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der oft völlig unklar ist, was als Leistung zählt und was nicht. Die Symptome unserer Zeit wie Burnout und Depression sind Reaktionen auf einen Druck, im Beruf wie im Privaten Spitzenperformance zu liefern, ohne sich auf allgemeine Kriterien dafür berufen zu können. Am Virtuosen erforschen wir die Kultur- und Gesellschaftsgeschichte dieser prekären Exzellenz: ein Hervorragendes ohne Grundlage in einem soliden Guten.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Bislang wurde Virtuosität vor allem in Bezug auf die Künste, besonders die Musik untersucht, ein wenig auch die ›virtuosi‹ in den Wissenschaften, die Projektemacher und Amateurforscher des 18. Jahrhunderts. Wir analysieren das Virtuose, als Figur einer Steigerung und Übersteigerung, dagegen im gesamten Spektrum dessen, was Menschen tun; und beleuchten von der Antike bis zur Gegenwart gerade die Schnittstellen zwischen Kunst, Politik, Ökonomie und Technologie.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Seit den 90er-Jahren tauchen Begriffe wie ›collective virtuosity‹ im Management auf. Die Organisationstheorie entwirft Konzepte des Zusammenarbeitens, die sich am Zusammenspiel von Jazz-Musikern oder improvisierenden Tänzern orientieren. Nach den betont anti-virtuosen Ästhetiken der Moderne erleben wir in den Künsten eine neue, teils gebrochene Hinwendung zum Virtuosen – eine Virtuosität der Unterbietung zum Beispiel, des meisterhaften Nichterfüllens von Standards. Diese aktuellen Entwicklungen erörtern wir und zeigen auch ihre historischen Kontexte.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Wir haben in der sechsjährigen Forschungstätigkeit, aus der das Buch hervorgegangen ist, bereits mit zahlreichen Künstler_innen aus Tanz, Musik, Theater, Performance Art, Literatur und Visual Arts diskutiert, mit Kolleg_innen aus Philosophie, Sozial- und Politikwissenschaft, aber auch mit einem Eiskunstläufer, einem Schachexperten, einem HipHopper. ›Jeder kann virtuos werden‹ lautet eine These, die wir diskutieren – und tatsächlich wäre jeder Mensch kompetent, aus eigener Erfahrung etwas zum Virtuos-Werden zu sagen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine transdisziplinäre Studie über die Chancen und Abgründe einer Gesellschaft, in der Jeder virtuos werden kann und Viele es müssen, um ökonomisch zu überleben.

Buchtitel
Szenen des Virtuosen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
306
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1703-0
DOI
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFC ASD AN
BISAC-Code
SOC022000 PER003000 PER011020
THEMA-Code
JBCC ATQ ATD
Erscheinungsdatum
2017-01-19
Auflage
1
Themen
Kultur, Tanz
Adressaten
Tanzwissenschaft, Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaften
Schlagworte
Kultur, Politik, Ökonomie, Tanz, Postfordismus, Performance, Virtuosität, Kulturtheorie, Theaterwissenschaft, Kunsttheorie, Kulturwissenschaft

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