Digitale Körper, geschlechtlicher Raum

Das medizinisch Imaginäre des »Visible Human Project«

Wie ist gegenwärtig das Verhältnis von »Leben« und »Bild« medienanalytisch und wissenschaftshistorisch zu bestimmen? Diese Frage untersucht Claudia Reiche im Rahmen einer Analyse der ›Zukunftsmedizin‹ seit der Jahrtausendwende, dem »Visible Human Project« der US-amerikanischen National Library of Medicine und Datenvisualisierungen des anatomischen Körpers als ›digitalem Klon‹. In vergleichenden Durchgängen – von Lebenden Bildern, Fotografie und Film bis zu Neuroscience und Artificial Life – geht die materialreiche Untersuchung einer topologischen Figur des Schnitts nach, der mit Walter Benjamin und Jacques Lacan durch die Dimensionen von Geschlecht und Medialität führt.

29,80 € *

2011-04-29, 398 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1713-9

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Claudia Reiche

Claudia Reiche, Universität Basel, Schweiz, Universität Oldenburg und Universität der Künste Berlin, Deutschland

... mit Claudia Reiche

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Wenn es eine ›Welt, die Bücher nicht braucht‹ gäbe, wäre auch mein Buch für diese Welt unbrauchbar. Wenn einige Bücher aber doch gebraucht würden, wäre meines darunter, als es selbst eine Welt be- und ›er‹schreibt. In diesem Sinne kenne ich keine ›Welt, die Bücher nicht braucht‹, auch keine ›Bücher, die die Welt nicht braucht‹ und schon gar keine ›Bücher, die die Welt nicht brauchen‹.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch bezeichnet exemplarisch am Visible Human Projekt der U.S. National Library of Medicine die raumzeitliche Schnitt-Stelle zwischen analogen und digitalen Medien. Wiederkehrende Versprechen eines ›noch nie gesehenen‹, nun digitalen Bildes (des Lebens in anatomischer Visualisierung) werden medien- und psychoanalytisch dekonstruiert: als Illusion eines Bildes in den Life Sciences, das angeblich so realistisch, interaktiv und vollkommen wäre, dass es kein ›Bild‹ mehr sei.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Rolle von Wissenschaft als Science Fiction wird in einem analytischen Raum, der von den Anfängen der Photographie ›Lebender Bilder‹ bis zu aktuellen neurophysiologischen Visualisierungen der ›Lebens‹-Prozesse reicht, medien- und bildtheoretisch untersucht. Eine psychotische Signatur der Postmoderne wird diesbezüglich zugrunde gelegt, als ein Vordringen des ›Realen‹ in bislang ›symbolisch‹ regulierte Bereiche (entsprechend Jacques Lacans Registern des Symbolischen, Imaginären und Realen).

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die sich davon zu Fragen, Einsprüchen oder Zuspitzungen inspirieren lassen und mit mir diskutieren wollen! Insbesondere möchte ich mit Forscher/-innen diskutieren, die die Frage der Geschlechtsdifferenz erkenntnis- und medientheoretisch als relevant behandeln.

5. Ihr Buch in einem Satz:

›Die Aura als Trauma, als Schnitt zu wiederholen und operabel zu machen‹ ist das schneidende Verfahren des Buches als Medienanalyse der Gegenwart.

Besprochen in:
Soziale Technik, 3 (2011)
Springerin, 4 (2011)
Sudhoffs Archiv, 96/2 (2012), Brigitte Hoppe
Autor_in(nen)
Claudia Reiche
Buchtitel
Digitale Körper, geschlechtlicher Raum Das medizinisch Imaginäre des »Visible Human Project«
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
398
Ausstattung
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-1713-9
DOI
Warengruppe
1581
BIC-Code
ABA JFD JHB
BISAC-Code
ART009000 SOC052000 SOC022000
THEMA-Code
ABA JBCT JHB
Erscheinungsdatum
2011-04-29
Auflage
1
Themen
Medizin, Geschlecht, Körper, Bild
Adressaten
Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Psychoanalyse, Geschlechterforschung, Wissenschaftsgeschichte
Schlagworte
Medien, Kultur, Medizin, Psychoanalyse, Geschlechtsdifferenz, Walter Benjamin, Jacques Lacan, Bild, Körper, Gender, Bildwissenschaft, Life Sciences, Gender Studies, Kunstwissenschaft

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