Negative Poetik

Die Figur des Erzählers bei Thomas Bernhard, W.G. Sebald und Imre Kertész

Im Zuge der Destruktionsgeschichte des 20. Jahrhunderts haben klassische Erzählpositionen ihre Legitimation eingebüßt. Anhand dreier prominenter Autoren – Thomas Bernhard, W.G. Sebald und Imre Kertész – weist dieses Buch sämtliche Setzungsakte von Erzähler und Erzählung als paradigmatisches Problem der Literatur nach 1945 aus. Das kritische Potenzial einer negativen Poetik, das Philipp Schönthaler in seiner Lektüre der Autoren erarbeitet, befragt die Nachkriegsliteratur auf ihre inhaltlichen und formalen Einsätze. – Eine innovative Perspektive, die zugleich gängige Positionen der Gedächtnis- und Erinnerungsliteratur, Holocaustforschung und Narratologie konfrontiert und zur Disposition stellt.

35,80 € *

2011-08-22, 348 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1721-4

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Philipp Schönthaler

Philipp Schönthaler, Universität Konstanz, Deutschland

... mit Philipp Schönthaler

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht. Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Dieses Urteil müssen letztlich andere treffen. Allgemein gewendet liegt diese Frage – als eine nach der Legitimation – dem Buch jedoch thematisch zugrunde, da es mit den drei Autoren genau um den Legitimationsverlust von Erzählungen geht und wie man in dieser Situation trotz allem fortfährt zu schreiben. Diese Frage fällt implizit auf das Buch (sei es auch im Diskurs der Wissenschaft) selbst zurück, bleibt als solche aber letztlich in dem Sinn offen, als dass sie vorab kaum entschieden werden kann.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Am offensichtlichsten ist wohl die Konstellation der Autoren, die hier trotz – oder gerade aufgrund ihres unterschiedlichen soziopolitischen Kontextes und Erfahrungshintergrundes zusammengeführt werden. Originär ist weniger die These vom Zerfall klassischer Erzählpositionen ›nach Auschwitz‹ an sich, als vielmehr die Aufarbeitung der unterschiedlichen Begründungszusammenhänge und ihrer jeweiligen formalen Umsetzung, die letztlich in drei gegenläufigen Positionen einer negativen Poetik kulminiert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Während die Frage nach den Legitimationen und Leistungen der Literatur in den 50ern und 60ern ausgehend von ästhetischen und politischen Positionen verhandelt wurden, wird das Thema seit den 80ern und 90ern ausgehend von Erinnerungs-, Trauma- und Zeugenschaftsdiskursen erörtert. Das Buch verhält sich kritisch gegenüber diesen Entwicklungen, indem es die Problemstellungen mit der Frage nach der Leistung von Erzählungen erneut auf ästhetische – und damit in einem weiten Sinn auf politische – Prämissen zurückführt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Die interessantesten und förderlichsten Diskussionen entstehen meist aufgrund von Einwänden und Widersprüchen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

›Die Negativität ist das Lösungsmittel, das nicht zerstört, sondern neue Strukturen hervortreibt.‹ (Julia Kristeva).

Besprochen in:

Germanistik, 53/1-2 (2012)
Autor_in(nen)
Philipp Schönthaler
Buchtitel
Negative Poetik Die Figur des Erzählers bei Thomas Bernhard, W.G. Sebald und Imre Kertész
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
348
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1721-4
DOI
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB
BISAC-Code
LIT004170 LIT000000
THEMA-Code
DSB
Erscheinungsdatum
2011-08-22
Auflage
1
Themen
Literatur
Adressaten
Germanistik, Literatur- und Kulturwissenschaften, Philosophie
Schlagworte
Gedächtnis- und Erinnerungsliteratur, Nachkriegsliteratur, Holocaust-Forschung, Literaturtheorie, Narratologie, Negative Ästhetik, Adorno, Bernhard, Kertész, Sebald, Literatur, Germanistik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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