Autobiographie und Photographie nach 1900

Proust, Benjamin, Brinkmann, Barthes, Sebald

Die Photographie hat in der modernen Erinnerungskultur eine entscheidende Rolle gespielt. Wie hat sich die Autobiographie mit dem Aufkommen dieses technischen Gedächtnismediums verändert?

Aus literatur- und medienwissenschaftlicher Perspektive beschäftigt sich Kentaro Kawashima exemplarisch mit autobiographischen Texten von fünf Schriftstellern, die sich mit Blick auf die Photographie umorganisiert haben. Die Analyse dieser nach 1900 entstandenen Schriften stößt immer wieder auf die Kategorien der Zerstreuung und Wiederholung – in dem Maß, wie die Photographie in der modernen Gesellschaft als Identitätsmaschine fungiert hat.

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2011-07-28, 316 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1764-1

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Kentaro Kawashima

Kentaro Kawashima, Universität Meiji Gakuin Tokio/Yokohama, Japan

... mit Kentaro Kawashima

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Insbesondere in den Kapiteln über Benjamin, Brinkmann und Barthes sind m.E. ganz neue Lesarten ihrer autobiographischen Texte enthalten, die sich erst durch meine Forschungsperspektive erschließen. Den Kapiteln über Proust und Sebald kommt die Funktion zu, den Rahmen der Arbeit herzustellen, der das autobiographische Schreiben im Zeitalter der Photographie umfasst. Auch in diesen Kapiteln gibt es aufschlussreiche Einzelbeobachtungen, die zu weiteren Untersuchungen beitragen würden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Tatsache allein, dass sich die Autobiographie nach 1900 so konsequent mit der Photographie beschäftigt, ist noch wenig bekannt. Ich habe daher versucht, diese Beschäftigung in ihren Grundzügen zu beschreiben. Dabei habe ich den autobiographischen Bezug auf die Photographie in vier Typen klassifiziert: Kommentieren, Metaphorisieren, Montieren und Theoretisieren. Die Textanalyse wird durch diese Klassifizierung zugleich konkretisiert und systematisiert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Arbeit schließt sich an die medientheoretisch orientierte Literaturwissenschaft an, die sich in Deutschland seit den 1980er Jahren entwickelt hat. Sie füllt dabei nicht nur eine Forschungslücke in dieser Entwicklung aus, sondern ihr geht es auch darum, eine intensive Analyse der literarischen Verschriftung des Lebens angesichts der – heutzutage fast unaufhaltsam steigenden – Tendenz der technisch medialisierten Erinnerungen und Gedächtnisse zu präsentieren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die sich für die autobiographische Literatur, die Photographie, die Medien- und die Diskurstheorie interessieren, insbesondere aber mit Lesern der Autoren, deren autobiographischen Texte ich analysiert habe. Ich möchte auch darüber gerne mit alten Bochumer Kolleginnen und Kollegen diskutieren, ohne deren freundliche Anteilnahme dieses Buch nicht so hätte geschrieben werden können.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch befasst sich mit dem autobiographischen Schreiben, das sich mit der Photographie als seinem historischen Apriori grundlegend verändert hat.

»Überzeugende Analyse.«
Jürgen Nielsen-Sikora, Das Historisch-Politische Buch, 60/1 (2012)
Besprochen in:

Camera Austria, 118 (2012), Gislind Nabakowski
GERMANISTIK, 52/3-4 (2012)
Autor_in(nen)
Kentaro Kawashima
Buchtitel
Autobiographie und Photographie nach 1900 Proust, Benjamin, Brinkmann, Barthes, Sebald
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
316
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1764-1
DOI
10.14361/transcript.9783839417645
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JFD AJ
BISAC-Code
LIT000000 PHO005000 LIT004170
THEMA-Code
DSB JBCT AJ
Erscheinungsdatum
2011-07-28
Auflage
1
Themen
Literatur, Fotografie
Adressaten
Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Komparatistik, Philosophie
Schlagworte
Autobiographie, Photographie, Medien, Moderne Literatur, Identität/Differenz, Literatur, Fotografie, Allgemeine Literaturwissenschaft, Germanistik, Französische Literatur, Literaturwissenschaft

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