Aufbruch ins Unversicherbare

Zum Katastrophendiskurs der Gegenwart

Terroranschläge und Kriege, Tsunami, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Klimawandel, Ölpest, Finanzkrise – Berichte über »Katastrophen« sind längst medialer Alltag.

Offen bleibt jedoch die Frage, welche Intentionen und Konsequenzen die zunehmende Verwendung des Katastrophenbegriffs durch Politik und Wirtschaft mit sich bringt. Die Beiträge des Bandes fragen daher: Dient der Begriff tatsächlich nur der Beschreibung – oder soll auch eine Atmosphäre des Ausnahmezustands geschaffen werden, die eine Anwendung von sonst nicht konsensfähigen Verfahren ermöglicht? Wohin führt es, wenn die Einordnung von Ereignissen in umfassende soziale Prozesse umgangen wird, wenn ihre Wahrnehmung als Konsequenz eingegangener Risiken ausbleibt?

34,80 € *

2013-06-06, 454 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1772-6

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Leon Hempel

Leon Hempel, Technische Universität Berlin, Deutschland

Marie Bartels

Marie Bartels, Technische Universität Berlin, Deutschland

Thomas Markwart

Thomas Markwart, Literatur- und Kulturwissenschaftler, Deutschland

... mit Leon Hempel

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Braucht die Welt Katastrophen? Das Buch sollte bei der Beantwortung dieser Frage einige Orientierung geben können.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es gibt keine Perspektiven im Sinne von Aussichten, sondern nur Perspektivierungen im Sinne von politischen Handlungen und Katastrophen sind als solche zu verstehen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Auch Forschungsdebatten bedürfen Katastrophen im Sinne von Perspektivierung. Doch es gilt gerade über die Anlassfixierung hinauszugelangen. Zu fragen ist, wozu ein katastrophischer Anlass generiert wird, folglich auch wozu Forschungsdebatten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Wie wäre es mit einem Star gegenwärtiger Katastrophenpolitik? Es ließe sich zeigen, wie problematisch der Begriff als ein analytisch-sachlicher ist. Darüber hinaus mit Autoren wie Jacques Rancière, die die Katastrophe (als ästhetisches Ereignis) wieder mit Politik verbinden, etwa wenn eine Gruppe oder eine Institution für sich beansprucht für ›das‹ Volk zu sprechen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Erklärung von Katastrophen sollte als Warnzeichen wahrgenommen werden, sie zielt darauf, Denken zu beenden.

»Dieser Sammelband nähert sich dem Katastrophendiskurs aus überraschend vielfältigen Perspektiven und bietet eine überzeugende Neuformulierung des Gesamtkonzepts ›Katastrophe‹ an.«
Anke Kristina Aßmann-Gramberg, Sicherheit + Frieden, 4 (2013)
»Der Sammelband ist denjenigen Leser/-innen zu empfehlen, die Spaß am Mit- und Querdenken haben und sich darüber im Klaren sind, dass es auch eine ungesunde Priorität der Prävention geben kann.«
Forum Kriminalprävention, 4 (2013)
Besprochen in:
Fraunhofer IRB, 10 (2013) Neue Politische Literatur, 61 (2016)
Autor_in(nen)
Leon Hempel / Marie Bartels / Thomas Markwart (Hg.)
Buchtitel
Aufbruch ins Unversicherbare Zum Katastrophendiskurs der Gegenwart
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
454
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1772-6
DOI
10.14361/transcript.9783839417720
Warengruppe
1728
BIC-Code
JHB RNT JPA
BISAC-Code
POL010000 SOC026000
THEMA-Code
JHB RNT JPA
Erscheinungsdatum
2013-06-06
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Politik
Adressaten
Soziologie, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaft, Philosophie, Geschichte, Medien- und Kommunikationswissenschaften
Schlagworte
Katastrophe, Risikokommunikation, Politik, Krise, Terror, Soziale Prozesse, Gesellschaft, Politische Soziologie, Umweltsoziologie, Politische Theorie, Politikwissenschaft, Soziologie

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