Die andere Hälfte der Erinnerung

Die DDR in der deutschen Geschichtspolitik nach 1989

Der Umgang mit der DDR ist bis heute oft von Konflikten, Mythen und Zerrbildern geprägt.

Diese materialreiche Studie zeichnet detailliert die Verflechtungen von politischen und organisatorisch-finanziellen Interessen in der Gedenkstättenarbeit zur DDR-Vergangenheit nach und zeigt, dass die »Aufarbeitung« bisher letztlich von totalitarismustheoretischen Lesarten der DDR dominiert war. Auch wird bewiesen, dass die »Friedliche Revolution« von 1989 in Bezug auf das Ende der Stasi nicht so stattgefunden hat, wie es Geschichtsdarstellungen behaupten.

Ein Buch, das grundlegende Ergebnisse zur Geschichts- und Erinnerungspolitik der letzten 20 Jahre beisteuert und auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der DDR-Erinnerungskultur seit 1989 liefert.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  3. Danksagungen/Widmungen

    Seiten 9 - 10
  4. Abkürzungen

    Seiten 11 - 16
  5. Einführung

    Seiten 17 - 30
  6. Diskurse in der bundespolitischen Aufarbeitung der SBZ/DDR-Vergangenheit

    1. Die Erinnerungs- und Geschichtspolitik des Bundes 1990-1992

    Seiten 33 - 40
  7. 2. Die Auseinandersetzung der Parteien im Deutschen Bundestag 1992-1998

    Seiten 41 - 74
  8. 3. Folgen der Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestages

    Seiten 75 - 90
  9. 4. Erinnerungs- und Geschichtspolitik des Bundes 2000-2008

    Seiten 91 - 102
  10. 5. Zusammenfassung

    Seiten 103 - 106
  11. Die Umwandlung ehemaliger Haftanstalten in Gedenkstätten

    1. Einführung

    Seiten 109 - 110
  12. 2. DDR-Haftanstalten - Historischer Abriss

    Seiten 111 - 130
  13. 3. Die Gedenkstätte Bautzen

    Seiten 131 - 226
  14. 4. Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

    Seiten 227 - 332
  15. Der Streit um das Erbe der Stasi: »Runde Ecke« und »Haus I«

    1. Einführung

    Seiten 335 - 336
  16. 2. Die DDR-Staatssicherheit - Historischer Abriss

    Seiten 337 - 344
  17. 3. Die Gedenkstätte Museum in der »Runden Ecke« Leipzig

    Seiten 345 - 432
  18. 4. Die Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße

    Seiten 433 - 530
  19. Konflikte um Gedenkstätten zur deutschen Teilung: Die Berliner Mauer und Marienborn

    1. Einführung

    Seiten 533 - 534
  20. 2. Die deutsche Teilung - Historischer Abriss

    Seiten 535 - 546
  21. 3. Die Gedenkstätte »Berliner Mauer«

    Seiten 547 - 654
  22. 4. Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn (GDT) mit dem Grenzdenkmal Hötensleben (GDH)

    Seiten 655 - 730
  23. Resümee

    Seiten 731 - 742
  24. Quellen

    Seiten 743 - 754
  25. Literatur

    Seiten 755 - 766
  26. Backmatter

    Seiten 767 - 770
Mehr
39,80 € *

2011-11-04, 770 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1773-3

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Carola S. Rudnick

Carola S. Rudnick, Pädagogisches Zentrum Gedenkstätte Bergen-Belsen, Deutschland

... mit Carola S. Rudnick

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Der Leser erhält seltene Einblicke hinter die Kulissen von Staatsumbruch und Diktaturaufarbeitung. Eigentlich wollte ich keine Abhandlung über ›Helden‹, ›Hymnen‹ und das große Vergessen ab Herbst 1989 schreiben, mit zunehmendem Vordringen in die Materie, kam ich jedoch um ein konsequentes Infragestellen offizieller Geschichtsbilder und nationaler Erfolgsgeschichten nicht umhin.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es werden etablierte Vorstellungen entmythologisiert. Es wird gegen den Strich gebürstet und aufgezeigt, wie sehr das Ende der DDR und ihre Aufarbeitung politisch hart umkämpft, ja von geschichtspolitischem Handeln geprägt waren. Verkürzte, undifferenzierte, gar einseitige Lesarten sind bis heute vielfach die Folge. Eine wissenschaftliche Erarbeitung dieser ›Erinnerungsarena‹ war nur möglich, weil mir hierfür auch interne Dokumente zugänglich gemacht wurden, die eher selten für Forschungen zur Verfügung stehen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Eine Forschungsdebatte fand leider bisher nicht statt – weil nach den ersten Auseinandersetzungen Anfang der 90er Jahre niemand die ›Büchse der Pandora‹ wieder öffnen wollte. Selbst die Sabrow-Kommission ›umschiffte‹ noch 2006 eine Grundsatzdiskussion um geschichts- und erinnerungspolitische Schieflagen. Sie ist aber inzwischen längst überfällig. Mein Buch wagt hier einen ersten Schritt und begibt sich bewusst in den ›geschichtspolitischen Dschungel‹, um mit gebotener Distanz kritische Anstöße zu geben.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich hatte das Glück mit vielen Akteuren der DDR-Aufarbeitung zu sprechen. Sie sind in Opferverbänden organisiert, sie arbeiten an Gedenkstätten oder verwalten Erinnerungskultur. Sie waren Impulsgeber oder Verhinderer, trieben die Aufarbeitung politisch bzw. wissenschaftlich voran oder blockierten sie. Zwei zentrale Personen habe ich jedoch nicht befragt: Joachim Gauck und Gregor Gysi. Ein Gespräch würde ich gerne nachholen, und zwar mit beiden gleichzeitig.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Aufgrund der Fülle an Material und des sicheren Urteils ein grundlegender Beitrag zum Verständnis deutscher Erinnerungslandschaften nach 1989.

»Carola Rudnicks Thesen könnten eine breite und fruchtbare Diskussion um die Rolle der Politiker, ›Zeitzeugen‹ und Historiker in der Erinnerungskultur auslösen.«
Irmgard Zündorf, H-Soz-u-Kult, 05.03.2012
»Die erste detaillierte und profunde, umfangreiche und quellenkritische Studie zur Analyse der erinnerungs- und geschichtspolitischen Diskurse und Entscheidungen zur SBZ/DDR-Vergangenheit.«
Gerd Dietrich, Kulturation, 34/14 (2011)
»Sehr anregendes und detailliert recherchiertes Buch.«
Björn Wagner, Portal für Politikwissenschaft, 01.09.2011
»Eine detaillierte und profunde Darstellung der politischen Diskurse über die SBZ/DDR-Vergangenheit.«
Horst Groschopp, www.humanismus-aktuell.de, 6 (2011)
Besprochen in:
Landeszeitung Lüneburg, 16.06.2011
Das Historisch-Politische Buch, 3 (2011), Rainer Eckert
FAZ, 31.10.2011, Jacqueline Boysen
Das Argument, 295 (2011), Stefan Bollinger
http://lernen-aus-der-geschichte.de, 09.11.2011, Ingolf Seidel
Autor_in(nen)
Carola S. Rudnick
Buchtitel
Die andere Hälfte der Erinnerung Die DDR in der deutschen Geschichtspolitik nach 1989
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
770
Ausstattung
kart., Klebebindung
ISBN
978-3-8376-1773-3
DOI
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD HBTB JFC
BISAC-Code
HIS014000 HIS054000 SOC022000
THEMA-Code
NHD NHTB JBCC
Erscheinungsdatum
2011-11-04
Auflage
1
Themen
Politik, Erinnerungskultur, Kulturgeschichte
Adressaten
Geschichtswissenschaften, Kulturwissenschaften, Politologie, (Gedenkstätten-)Pädagogik, Museologie, Philosophie und die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Gedenkstätte, Geschichte, Politik, Erinnerung, Erinnerungskultur, 1989, DDR, Kulturgeschichte, Deutsche Geschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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