Europäische Erinnerungspolitik

Der Europarat und die Erinnerung an den Holocaust

Seit Ende der 1990er Jahre beschäftigen sich europäische und internationale Organisationen mit der Erinnerung an den Holocaust. Am Beispiel des Straßburger Europarates verdeutlicht Elisabeth Kübler die inhaltlichen Schwerpunkte der Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Massenverbrechen jenseits nationalstaatlicher Begrenzungen.

Der in den Politikwissenschaften und der Europaforschung bislang wenig beachtete Europarat rückt somit in den Mittelpunkt einer umfassenden Untersuchung, die anhand relevanter Publikationen und Interviews mit Politikgestaltern Schlussfolgerungen zum Ort und Status von Holocausterinnerungspolitik im kosmopolitischen Europa ermöglicht.

32,80 € *

2012-09-20, 280 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1787-0

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Elisabeth Kübler

Elisabeth Kübler, Universität Wien und Lauder Business School Wien, Österreich

... mit Elisabeth Kübler

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Obwohl auf das gedruckte und gebundene Buch schon mehr als einmal der Abgesang angestimmt wurde, halte ich die auf einem Promotionsprojekt basierende Monografie für eine gute Gelegenheit, die intensive Auseinandersetzung mit einem Forschungsthema auf den Punkt zu bringen. Das, was ich über Jahre hinweg aus Büchern, Aufsätzen, Konferenzpapieren, Quellenstudium und wertvollen Gesprächen sammelte, steht mit einem Buch gebündelt zur Verfügung. Im Idealfall löst das Buch einen Diskussionsprozess aus.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch ist die erste Studie zur Holocausterinnerungspolitik im Europarat und rückt somit die Aktivitäten dieser medial unterbelichteten Internationalen Organisation in den Mittelpunkt. Dabei unterziehe ich die vielfältigen Maßnahmen, die der Europarat zur Erinnerung an den Nationalsozialismus und zur Prävention künftiger Verbrechen gegen die Menschlichkeit setzt, einer systematischen Analyse. Kritisch beurteile ich die starke Erwartungshaltung, die die ›policy-makers‹ an Jugendliche als künftige Bürgerinnen und Bürger Europas herantragen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Transnationale und europäische Initiativen zur Erinnerung an den Holocaust und beispielsweise auch an den NS-Genozid an Romnia und Roma erregten in den vergangenen Jahren die Aufmerksamkeit der Geschichts- und Politikwissenschaften. Allerdings wurden bis dato hauptsächlich vergleichende Länderstudien oder essayhafte Annäherungen an das Europäische in der europäischen Erinnerungspolitik vorgelegt. Mein Buch verknüpft Ansätze aus der erinnerungspolitischen Forschung mit den sozialwissenschaftlich orientierten Europäischen Studien. Das ist neben den empirischen Erkenntnissen zum Europarat die wesentliche Neuerung.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit den Schülerinnen und Schülern, die die Hauptzielgruppe der Holocausterinnerungspolitik im Europarat sind. Wir wissen sehr wenig über ihre Einstellungen zum Thema Holocausterinnerung generell und im Speziellen zur Akzeptanz der im Europarat formulierten Maßnahmen. Nur wenn Jugendliche ernsthaft an der Ausgestaltung von Holocaust Education partizipieren können, verändert sich der Top-down-Charakter vieler erinnerungspolitischer Initiativen zu Gunsten demokratischer Teilhabe.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Europäische Erinnerungspolitik ist ein Politikfeld, dessen Akteure, Inhalte und Durchsetzungsmechanismen einer politikwissenschaftlichen Analyse bedürfen.

»Der Autorin ist ein beachtlicher Überblick gelungen, der zum einen eine prägnante deskriptive Zusammenschau der Literatur zu den Akteuren transnationaler Geschichts- und Erinnerungspolitik umfasst, zum anderen eine darin angesiedelte Fallstudie zum ›Mosaikstein‹ Europarat.«
Harald Schmid, H-Soz-u-Kult, 23.10.2013
»Elisabeth Kübler hat mir ihrer explorativen Studie, vor allem durch die Verknüpfung von Ansätzen aus der erinnerungspolitischen Forschung mit den sozialwissenschaftlich orientierten euopäischen Studien, einen beträchtlichen Beitrag zur Erforschung europäischer Holocausterinnerungspolitik abseits der EU als zentralen Akteur gestaltet.«
Felix Münch, KULT_online, 36 (2013)
»Elisabeth Küblers Werk bietet einen wertvollen Überblick über die Schwerpunkte der verschiedenen europäischen Institutionen hinsichtlich der Holocaust-Erinnerungspolitik.«
Lina Klymenko, Politische Vierteljahresschrift 3 (2013)
Besprochen in:

IDA-NRW, 18/4 (2012)
Einsicht, Frühjahr 2013, Aloysius Widmann
Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 7/8 (2015), Wolfgang Schmale
Autor_in(nen)
Elisabeth Kübler
Buchtitel
Europäische Erinnerungspolitik Der Europarat und die Erinnerung an den Holocaust
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
280
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1787-0
DOI
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFC JPSN2 HBLW3
BISAC-Code
SOC022000 POL011000 HIS037070
THEMA-Code
JBCC JPSN
Erscheinungsdatum
2012-09-20
Auflage
1
Themen
Erinnerungskultur, Politik, Europa
Adressaten
Politikwissenschaft, Zeitgeschichte, Europäische Studien, Holocaustforschung, Holocaust Education sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Holocausterinnerung, Erinnerungspolitik, Europa, Europarat, Kosmopolitismus, Erinnerungskultur, Politik, Europäische Politik, Zeitgeschichte, Jüdische Studien, Kulturwissenschaft

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