Pionierinnen und Pioniere der Spätmoderne

Künstlerische Lebens- und Arbeitsformen als Inspirationen für ein neues Denken

Es ist keine Neuigkeit, dass wir in einer sich stetig verändernden Gesellschaft leben. Fragen rund um »Identitäten« und Zugehörigkeiten, aber auch um neue Formen des Denkens sind zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu einem gesellschaftlich ebenso wie individuell höchst bedeutsamen Thema geworden. Werden jedoch die Dispositionen der Spätmoderne mit denen von Künstlerinnen und Künstlern in Beziehung gesetzt, so erschließen sich inspirierende Räume für die Gestaltung des Lebens. Denn sie zeigen uns, wie ein Denken im Und statt in einem Entweder-oder möglich sein kann.

Dem Buch beigefügt ist eine DVD, in der die Interviewpartnerinnen und -partner zu Wort kommen.

29,80 € *

2011-12-22, 288 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1792-4

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Doris Ingrisch

Doris Ingrisch, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Österreich

... mit Doris Ingrisch

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Wer entscheidet, was die Welt braucht und was nicht? Was sie heute nicht braucht, braucht sie vielleicht morgen schon. Denn vielleicht verändert sich von heute auf morgen ihr Blick für das Wesentliche. Das ist ein Aspekt, den ich im Laufe der Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern erfahren konnte – dass es vielleicht weniger darum geht, in einander ausschließenden Alternativen von Entweder-Oder zu denken als in der Form des Und. Künstlerische Lebens- und Arbeitsformen zeigen uns, wie das gehen könnte. In diesem Sinne braucht die Welt dieses Buch wahrscheinlich doch! Und vielleicht gerade jetzt!

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch eröffnet Aspekte eines neuen Denkens in der Spätmoderne, eines Denkens, das sich in die Sphären des Komplexen wagt. Es erweitert unser Bedeutungsspektrum und sensibilisiert für das, was wir als ›das Andere‹ zu bezeichnen gewöhnt sind. So gesehen entspricht Lebenskunst heute einem Denken im Und, das nicht nur das lustvoll und angenehm konnotierte, sondern auch das als schmerzlich, hässlich und negativ Angesehene zu schätzen weiß. Reflexionsbögen über die Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern aus diversen Disziplinen führen in unterschiedliche Dimensionen eines solchen Denkens und regen es an.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Ausgehend von der Frage nach den Analogien der Dispositionen von Spätmoderne und Künstlerinnen und Künstlern bzw. inwiefern deren Lebens- und Arbeitsformen Inspiration für ein spätmodernes Leben bieten können, findet sich hier eine Reihe von Reflexionen zur radikalen Umsetzung des Transversalen im Denken und im Leben, wie wir es heute so dringend benötigen, um auf gesellschaftliche Entwicklungen und Krisen adäquater als bisher reagieren zu können. In den Gesprächen mit Künstlerinnen und Künstlern manifestiert sich ein neuer Möglichkeitsraum, in dem es weit mehr um das Wie als um das Was geht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit all jenen, die offen für Neues sind, Lust darauf haben, Grenzen auszuloten, dahinter zu schauen und sich auszuprobieren!

5. Ihr Buch in einem Satz:

Obgleich Wassily Kandinsky das 20. Jahrhundert als unter dem Zeichen des Und stehend vermutete, wird es wohl dem 21. Jahrhundert überlassen bleiben, es zu realisieren – Künstlerinnen und Künstler bieten uns Inspiration dafür.

Besprochen in:
WDR3-Resonanzen, 16.01.2012, Dorothea Breit
Autor_in(nen)
Doris Ingrisch
Buchtitel
Pionierinnen und Pioniere der Spätmoderne Künstlerische Lebens- und Arbeitsformen als Inspirationen für ein neues Denken
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
288
Ausstattung
kart., mit DVD
ISBN
978-3-8376-1792-4
Warengruppe
1727
BIC-Code
JHB JFC
BISAC-Code
SOC026000 SOC022000
THEMA-Code
JHB JBCC
Erscheinungsdatum
2011-12-22
Auflage
1
Themen
Kunst
Adressaten
Cultural Studies, Gender Studies, Kunst sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Neues Denken, Spätmoderne, Kunst, Neue Lebensformen, Neue Arbeitsformen, Kulturen, Reflexion, Lebensstil, Cultural Studies, Gender Studies, Kulturwissenschaft

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