Ethnographie der Gehörlosen

Kultur – Kommunikation – Gemeinschaft

Weltweit verstehen sich viele Gehörlose einer globalen Gemeinschaft, einer länderübergreifenden »Deaf Nation«, zugehörig. Trotz der Heterogenität ihres Lebensalltags und der Nutzung verschiedener Gebärdensprachen haben sie eines gemeinsam: die primär visuelle Wahrnehmung, die eine gänzlich andere Kulturproduktion und Sozialisierung als in der hörenden Mehrheitsgesellschaft bewirkt.

In der Tradition einer klassischen ethnologischen Monographie beschreibt Anne C. Uhlig verschiedene Aspekte gehörloser Ethnizität, visueller Kultur, gehörloser Verwandtschaft und gebärdensprachiger Benennungssysteme. Dabei wird die kulturelle Auswirkung von Oralität und Signalität ebenso diskutiert wie Literatur in Gebärdensprache oder das Konzept der Deafhood. Ihre Studie beleuchtet außerdem Begegnungspraktiken, Festzyklen sowie Status- und Prestigeerwerb am Beispiel der deutschen Gehörlosengemeinschaft.

29,80 € *

2012-01-06, 388 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1793-1

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Anne C. Uhlig

Anne C. Uhlig, freischaffende Ethnologin, Deutschland

... mit Anne C. Uhlig

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil es den Blick für eine in dieser Welt lebende Gemeinschaft öffnet, die kaum einer kennt, und weil diese Einblicke den Horizont erweitern.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Perspektive einer wirklich visuellen Kultur, deren Kenntnis zu einer Wahrnehmungserweiterung führt, die dann wiederum alltägliche und wissenschaftliche Themen in einem neuen Blickwinkel erscheinen lässt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Kenntnis der Gehörlosengemeinschaft als politische Einheit und sprachlich-kulturelle Minderheit ermöglicht durch die besondere Form dieser Gruppe einen erkenntnisbringenden Vergleich auf vielen Ebenen, die aktuell diskutiert werden. Dazu gehören Nationalismus, Identität, Gruppenkonstruktion und -zusammenhalt, aber auch die sprachliche Fassung einer spezifischen Wahrnehmung und deren Umsetzung in der Kulturproduktion. Nicht zuletzt ist das Thema auch für Diskurse der Bioethik relevant, weil es hier um eine Gemeinschaft geht, die ihre Existenz durch neue medizinische Technologien bedroht sieht, und die als Minderheit von der Bestimmungs- und Definitionshoheit der Mehrheit dominiert wird.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit neugierigen Ethnologen und natürlich mit Gehörlosen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ließe sich das alles in einem Satz zusammenfassen, hätte ich kein Buch geschrieben.

»Uhligs Monografie ist eine gut lesbare, inspirierende Studie, die als Perspektivwechsel unbedingt empfohlen werden kann. Sie gibt angehenden HNO-Ärzten und Sonderschulpädagogen ebenso wie Historikern, Literatur- und Sprachwissenschaftlern eine Möglichkeit, bestehende Konventionen im Umgang mit Gehörlosigkeit aus einer Außenseiterperspektive zu betrachten und neue Anregungen für die eigene Arbeit zu finden.«
Anja Werner, H-Soz-u-Kult, 20.01.2014
»Uhlig hat eine in sich geschlossene Studie verfasst, die Theorie und Empirie in enger Verknüpfung aufarbeitet.«
Anja Kittlitz, Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde (2013)
»[Die Autorin] tritt durchaus mit dem Anspruch auf, eine oft übersehene Kultur in der Tradition einer klassischen ethnologischen Monographie möglichst wertfrei zu beschreiben. Und das löst sie vortrefflich ein.«
Wolfgang Müller, junge Welt, 13.10.2012
»Ein umfangreiches Buch, das für den deutschen Sprachraum sicher eine wichtige Informations- und Diskussionsquelle sein wird.«
Franz Dotter, www.socialnet.de, 14.06.2012
Besprochen in:

Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 10/12 (2012)
Autor_in(nen)
Anne C. Uhlig
Buchtitel
Ethnographie der Gehörlosen Kultur – Kommunikation – Gemeinschaft
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
388
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1793-1
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFG JHMC
BISAC-Code
SOC029000 SOC002010
THEMA-Code
JBFM JHMC
Erscheinungsdatum
2012-01-06
Auflage
1
Themen
Kultur, Bild, Sprache
Adressaten
Kulturwissenschaften, Ethnologie, Soziologie, Medizin, (Sonder-)Pädagogik und die interessierte Öffentlichkeit, von Gehörlosigkeit Betroffene sowie Serviceanbieter
Schlagworte
Gehörlosigkeit, Gebärdensprache, Ethnizität, Kultur, Behinderung, Deafhood, Sprache, Bild, Deaf Studies, Kulturanthropologie, Kultursoziologie, Kulturwissenschaft

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