Präödipale Helden

Neuere Männlichkeitsentwürfe im Hollywoodfilm. Die Figuren von Michael Douglas und Tom Cruise

Hollywoods Zeiten, in denen sich die Filmhelden nach Freuds ödipalem Männlichkeits-Archetypus (Mut, Tapferkeit, Virilität) entwarfen, sind Geschichte. Stattdessen dominieren seit den 1970ern präödipale Typen. Diese neuen Helden agieren ihre narzisstischen, hedonistischen und masochistischen Begehren offen aus. Sie bleiben adoleszent, suchen Abenteuer, Sex, Wettstreit, tragen Konflikte mit Vaterfiguren aus und scheuen feste Liebesbindungen.

Hans-Christian Mennenga arbeitet diese These materialreich am Beispiel der von Michael Douglas und Tom Cruise gespielten Helden heraus und eröffnet einen inspirierenden Blickwinkel auf die im Hollywood-Spielfilm diskursivierten Männlichkeitsentwürfe.

29,80 € *

2011-03-30, 258 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1797-9

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Hans-Christian Mennenga

Hans-Christian Mennenga, WDR-Hörfunkwelle 1LIVE Köln, Deutschland

... mit Hans-Christian Mennenga

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Filmwissenschaft hat einen Fetisch für die Psychologie unkonventioneller, schwer verdaulicher Stoffe. Sie kultiviert gern die Vorstellung des Autoren-Films.

Dieses Buch hingegen untersucht konsumptive Hollywood-Blockbuster und ihre Helden. Es zeigt, dass zum Beispiel Tom Cruise als Maverick in ›Top Gun‹ oder Michael Douglas als Dan Gallagher in ›Fatal Attraction‹ viel über die Beschaffenheit männlicher Subjektivität seit den 1970ern aussagen und kontert dabei ein Stück weit der Überzeugung, Männer steckten in einer Krise.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es veranschaulicht Hollywoods – gern unterschätzte – Leistung, mit Männlichkeitsentwürfen zu experimentieren und mit Klischees zu brechen. Das Buch bietet systematisch Lesarten dafür an, wie sich die jüngeren Helden (u.a. auch Brad Pitt oder George Clooney) vom Freudschen ödipalen Imperativ emanzipieren und neue Begehren und Bewältigungsstrategien entwickeln, aber auch mit Konflikten zu kämpfen haben. Viele Helden zum Beispiel arbeiten mit ganzer Kraft gegen das romantische Paar-Happy-End an.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch ist inspiriert von den Arbeiten der jüngeren subjektorientierten Kultursoziologie (vor allem bei Andreas Reckwitz). In diesem Sinne greift es umfang- und materialreich den Hollywoodfilm auf und erfasst ihn als eine sozial-kulturelle Praktik, die – materialisiert in den Heldenfiguren einer jeweiligen Zeit – auf spannende Weise männliche Subjektivität modelliert. Es würde mich freuen, die vitale Subjekt-Forschungsdebatte damit ein kleines Stück bereichern zu können.

4. Ihr Buch in einem Satz:

»Präödipale Helden« erarbeitet neue Perspektiven auf die dynamische, heterogene, häufig noch von Klischees geprägte Repräsentation männlicher Subjektivität der Postmoderne.

Besprochen in:

GMK-Newsletter, 5 (2011)
ray, 2 (2012), Alexandra Seitz
MEDIENwissenschaft, 2 (2012), Thomas Klein
literaturkritik.de, 2 (2014), Jan Süselbeck
Autor_in(nen)
Hans-Christian Mennenga
Buchtitel
Präödipale Helden Neuere Männlichkeitsentwürfe im Hollywoodfilm. Die Figuren von Michael Douglas und Tom Cruise
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
258
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1797-9
DOI
10.14361/transcript.9783839417973
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD APFA JFSJ
BISAC-Code
PER004030 SOC032000
THEMA-Code
JBCT ATF JBSF
Erscheinungsdatum
2011-03-30
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Film
Adressaten
Filmtheorie, Populärkultur, Cultural Studies, Kultursoziologie, Subjekttheorie, Psychoanalyse
Schlagworte
Hollywood, Spielfilm, Männlichkeit, Subjekt, Ödipus, Tom Cruise, Michael Douglas, Film, Gender, Gender Studies, Popkultur, Medienwissenschaft

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