Unbehagen als Widerstand

Fluchtlinien der Kontrollgesellschaft bei Helmuth Plessner und Gilles Deleuze

Unbehagen stellt sich ein, wenn Bezugsrahmen verschwinden, wenn ein unsicheres Terrain beschritten wird, das keine Anknüpfungspunkte bietet. Dieses Terrain kann nicht gefunden werden, sondern findet statt – ein Nicht-Ort, dem möglicherweise ein »Coup« entspringt.

Mareike Teigeler versucht sich diesem Nicht-Ort zu nähern, indem sie mit Plessner und Deleuze fragt: Wie kann Widerstand in der Passage von der Disziplinar- zur Kontrollgesellschaft praktiziert werden, ohne auf die Figur eines autonomen Subjekts zu rekurrieren oder selbst in Determinierungsverhältnissen sozialer Steuerung aufzugehen? Wie kann Widerstand ohne Halt gedacht werden?

32,80 € *

2011-07-07, 322 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1830-3

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Mareike Teigeler

Mareike Teigeler, Deutschland

... mit Mareike Teigeler

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil mein Buch eine äußerst aktuelle Thematik anspricht, indem dargestellt wird, dass sich in der gegenwärtigen Passage von der Disziplinar- zur Kontrollgesellschaft eine Machtform entwickelt, die Lebendigkeit inszeniert und kreativ-subversives Verhalten zur eigenen Expansion entwertet. Gerade das vermeintlich Authentische, das »Eigene« ist dieser Entwertung ausgesetzt, so dass widerständige Bemühungen einem neuen Ansatz folgen müssen. Einen solchen Ansatz versuche ich herauszuarbeiten.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ich hoffe, dass mein Buch dazu beitragen kann, eine Perspektive zu eröffnen, aus der heraus Lebendigkeit als eine Form sichtbar wird, die über die Inszenierung der eigenen Lebendigkeit hinausragt. Es geht mir darum, der umfassenden Repräsentation von Lebendigkeit eine immanente Form entgegenzustellen. Der Begriff des Unbehagens steht für einen Zustand, mit Hilfe dessen diese Perspektive eingenommen werden kann – und mit dem sich Handlungsspielräume öffnen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die von mir angesprochene Eröffnung von Handlungsspielräumen ist eine Thematik, die sowohl in philosophischer als auch in soziologischer Hinsicht immer schon von Bedeutung ist. Allerdings versuche ich, mit meinem Ansatz philosophische, soziologische und anthropologische Sichtweisen zusammenzuführen und umzusetzen, was mit dem aktuellen Schlagwort der Transdisziplinarität angestrebt wird: eine Sensibilisierung für die Erweiterung der Disziplingrenzen, das Eröffnen neuer Wissensräume.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit jedem. Weil ich denke, dass sich jeder Mensch, bewusst oder unbewusst, an der Schnittstelle von zwei unterschiedlichen Bedeutungen, die dem Unbehagen zukommen können, befindet. Einmal kann man aus dem Gefühl des Unbehagens heraus gezielt aktiv werden, etwas suchen. Ein anderes Mal kann man Unbehagen dafür benutzen, etwas zuzulassen. Es stößt einem etwas zu, mit dem man nicht gerechnet hat. Jede Diskussion, die diese Unterschiedlichkeit behandelt, ist eine fruchtbare.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wie kann das Mögliche erschöpft werden, wenn scheinbar unendlich viele Möglichkeiten zur Verfügung stehen?

Besprochen in:

www.pw-portal.de, 9 (2011), Marius Hildebrand
Autor_in(nen)
Mareike Teigeler
Buchtitel
Unbehagen als Widerstand Fluchtlinien der Kontrollgesellschaft bei Helmuth Plessner und Gilles Deleuze
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
322
Ausstattung
kart., farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-1830-3
DOI
Warengruppe
1722
BIC-Code
JHBA HPS
BISAC-Code
SOC026000 PHI019000
THEMA-Code
JHBA QDTS
Erscheinungsdatum
2011-07-07
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Politik
Adressaten
Soziologie, Philosophie, Anthropologie, Kunst
Schlagworte
Unbehagen, Kontrollgesellschaft, Deleuze, Plessner, Komplizenschaft, Gesellschaft, Politik, Soziologische Theorie, Politische Philosophie, Soziologie

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